Epic Store macht Verlust in dreistelliger Millionenhöhe, CEO sieht's positiv

Exklusivdeals und kostenlose Spiele kommen dem Epic Store teuer zu stehen - allerdings sei dies Teil eines Masterplans, sagt CEO Tim Sweeney.

von Dennis Zirkler,
12.04.2021 18:30 Uhr

Der Epic Store wächst, ist aber (noch) nicht profitabel. Der Epic Store wächst, ist aber (noch) nicht profitabel.

Pünktlich um 17 Uhr gibt's jeden Donnerstag ein kostenloses Spiel im Epic Games Store. Neben Indie-Spielen, wie dem aktuellen Gratis-Spiel 3 out of 10, gibt's gelegentlich auch echte AAA-Highlights wie GTA 5 oder den Football Manager 2020 geschenkt.

Allerdings ist das ganze für Epic ziemlich teuer, wie nun aus neuen Zahlen hervorgeht, die im fortwährenden Rechtsstreit mit Apple veröffentlicht wurden.

Hunderte Millionen Verlust für Epic

Um Steam Konkurrenz machen zu können, setzt Epic auf zwei Dinge: Exklusivtitel und kostenlose Spiele. Dass es nicht ganz günstig ist, die Kunden so in seinen Store zu locken, dürfte klar sein. Allerdings liegen dazu nun auch erstmals konkrete Zahlen vor.

Wie PC Gamer berichtet, zahlte der Publisher allein im Jahr 2020 rund 444 Millionen US-Dollar an Entwickler, die ihr Spiel für ein Jahr exklusiv oder kostenlos im Epic Store anbieten. Im Zuge dieser Exklusivdeals erhält jeder Publisher einen zugesagten Betrag, selbst wenn ihr Spiel sich nicht gut verkaufen sollte - die sogenannte Mindestgarantie.

In seinem Jahresendreport 2020 berichtete Epic, rund 700 Millionen Dollar eingenommen zu haben - allerdings seien davon nur 265 Millionen durch Third-Party-Spiele zusammengekommen. Im Vergleich zu den 444 Mio. Dollar, die man für Exklusivtitel und Gratis-Games zahlte, ein ziemlicher Verlust.

Zwar dürften damit auch noch einige kommende Spiele finanziert worden sein, laut Apple würde Epic aber mit 330 Millionen US-Dollar Kosten rechnen müssen, die nicht wieder reinkommen, wenn man das Jahr 2019 noch dazu nimmt. Insgesamt soll Epic bis Ende 2021 sogar insgesamt 600 Millionen US-Dollar mit seinem Store verlieren.

Epic CEO sieht Situation positiv

Epic-Chef Tim Sweeney äußerte sich am Sonntag auf Twitter zum Thema, nachdem diverse Seiten über die Verluste in Millionenhöhe berichteten:

Link zum Twitter-Inhalt

Laut ihm sei dies alles Teil eines Plans, denn er feiert die Zahlen tatsächlich als »fantastischen Erfolg«. Schließlich sei das Geld eine gute Investition gewesen, um die Nutzerbasis rapide anwachsen zu lassen und so an Valves Monopolstellung zu rütteln:

"Apple bezeichnet dies als "Geld verlieren", aber jetzt etwas auszugeben, um in Zukunft ein großartiges, profitables Geschäft aufzubauen, ist genau das, was eine Investition ist! Dasselbe gilt, wenn man eine Fabrik, ein Geschäft oder ein Spiel baut"

Epic Games Store vs. Steam: Fakten, Zahlen und ein Fazit PLUS 38:29 Epic Games Store vs. Steam: Fakten, Zahlen und ein Fazit

Vor kurzem haben Peter und Micha sich darüber unterhalten, wie lang der Profit aus Fortnite wohl noch zur Querfinanzierung des Epic Games Store genutzt wird und ob Valves PC-Gigant Steam wirklich in Gefahr ist.

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