Epic vs. Apple: Klares Urteil im großen Gerichtsstreit gefällt, aber es ist nicht vorbei

Im Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple gibt es ein erstes Urteil, bei dem beide Parteien einen Teilsieg erringen. Epic will aber in Berufung gehen.

von Sören Wetterau,
14.09.2021 09:32 Uhr

Seit Anfang Mai 2021 läuft vor einem US-Gericht der Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple. Nun gibt es ein Urteil, bei dem Apple viele Anklagepunkte für sich gewinnen konnte. Nur in einem Punkt folgte die Richterin der Argumentation der Anwälte von Epic Games: Apple darf zukünftig nicht mehr App-Anbietern, die Weiterleitung auf externe Webseiten, die Kunden zu Kaufmechanismen führen, verbieten.

Neben Apple hat Epic Games übrigens auch Google verklagt. Wir haben über die wichtigsten Fragen rund um die Klage mit einem Anwalt gesprochen:

Rechtsfragen zu Epic vs. Apple & Google   70     9

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Das Urteil ist ein kleiner Erfolg für Epic Games, die sich aber mit dem Urteil nicht zufrieden zeigen. Das Unternehmen kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. Trotz des Urteils gibt es also noch kein Ende im Rechtsstreit.

Teilsieg für beide Unternehmen

Der Rechtsstreit begann offiziell im August 2020, als Epic Games in der iOS-Version (und auch in der Android-Version) von Fortnite das Bezahlsystem von Apple umging. Daraufhin entfernte Apple das Spiel und warf Epic Games aus dem App Store. Der Entwickler reichte daraufhin Klage ein, mit dem Ziel, einen eigenen Downloadstore im iOS durchzusetzen. Den Punkt erreichte Epic nicht, konnte aber dennoch einen Teilerfolg erzielen.

Apple muss eine Beschränkung aufheben: Der iOS-Hersteller darf es App-Entwicklern nicht mehr verbieten, externe Links und Buttons einzubauen, die Nutzer auf eine externe Seite führen, bei der sie digitale Transaktionen tätigen können. Damit lässt sich das Apple-Bezahlsystem für In-App-Transaktionen direkt umgehen und damit auch Apples Anteil an den Einnahmen.

Die Methode von Apple sei laut Richterin Yvonne Gonzalez Rogers wettbewerbswidrig und würde die Kunden in ihrer Wahl einschränken. Die Änderung soll 90 Tage nach Urteilsverkündung in Kraft treten, sprich am 9. Dezember.

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Kein Monopol: Epic Games warf in der Klage außerdem vor, dass Apple als Monopolist im iOS agieren würde. Dies sieht das Gericht anders und Apple muss sein Betriebssystem nicht für andere App Stores freigeben. Dennoch, so die Richterin, habe der Prozess gezeigt, dass Apple wettbewerbswidriges Verhalten an den Tag legt.

Schadensersatz an Apple: Darüber hinaus kommt das Gericht zu dem Entschluss, dass Apple im Recht war, Epic Games mitsamt Fortnite aus dem App Store zu entfernen. Aus diesem Grund muss Epic Games die Erlöse nachzahlen, die Apple aufgrund der zu der Zeit illegalen Implementierung eines alternativen Bezahlsystems in Fortnite entgangen sind. Dabei handelt es sich insgesamt um etwa 3,5 Millionen US-Dollar.

Epic Games nicht zufrieden

Für Epic Games ist mit dem Gerichtsurteil noch nicht das letzte Wort gesprochen. Der Entwickler kündigte an, in Berufung zu gehen:

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Die Gründe dafür sind offensichtlich: Epic Games sieht das Urteil nicht als Gewinn an. Schließlich hat das Unternehmen in den meisten Punkten kein Recht erhalten. Das drückt auch Epic-Chef Tim Sweeney via Twitter aus und kündigt an, weiter für einen fairen Wettbewerb zu kämpfen:

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Zudem heißt es, dass Epic Games selbst darüber entscheiden werde, wann Fortnite zurück in den App Store kommt. Dabei ist auch hier das letzte Wort noch gar nicht gesprochen, denn schließlich sah das Gericht Apple im Recht bezüglich des Vertragsbruchs. Bislang hat sich der iPhone-Hersteller noch nicht dazu geäußert, ob überhaupt eine Rückkehr Fortnites möglich wäre.

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