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ESO: Greymoor in der Vorschau: Das Skyrim-Addon liefert, was das MMO seit Jahren braucht

The Elder Scrolls Online korrigiert in der Erweiterung Greymoor eine entscheidende Schwäche des MMOs, was nach unserem Anspiel-Fazit vor allem Fans von Solo-RPGs und guten Geschichten freuen dürfte.

von Gloria H. Manderfeld,
30.03.2020 14:00 Uhr

ESO: Greymoor - Im Cinematic Trailer geht's zurück nach Skyrim! 3:25 ESO: Greymoor - Im Cinematic Trailer geht's zurück nach Skyrim!

Abwechslungslust statt Daedrafrust: Ich durfte in der vergangenen Woche einen ausgiebigen Blick in das am 18. Mai 2020 erscheinende The Elder Scrolls Online-Addon Greymoor werfen und bedaure immer noch, dass die Preview-Server inzwischen wieder geschlossen wurden. Am liebsten hätte ich die spannende Geschichte noch über ein paar mehr Abschnitte weitergespielt! Denn endlich zeichnet sich eine Änderung ab, die auch künftig deutlich mehr Abwechslung in die bisherigen, meist dann doch recht vorhersehbaren Hauptquests bringen könnte.


Die Autorin
Gloria H. Manderfeld spielt nicht nur seit Jahren und mit konstanter Begeisterung The Elder Scrolls Online und andere MMORPGs, sondern verschlingt schon seit frühester Kindheit Vampirgeschichten aller Art. Bis auf die mit den Glitzervampiren natürlich - denn bei deren Verfilmungen schläft sie zuverlässig und ziemlich schnell ein. Ein düsteres Setting und viele moralische Entscheidungen wie im »Vampire: The Masquerade«-Rollenspielsetting sind auf jeden Fall Pflicht. Glorias Einstiegsdroge in die Welt der Vampire war übrigens die »Der kleine Vampir«-Buchreihe von Angela Sommer-Bodenburg, von der sie nach wie vor einige (ziemlich zerlesene) Originalausgaben besitzt.

Warum die ersten Quests Lust auf mehr machen

Für mich ist bei ESO immer die Story das Wichtigste. Da versprochen wurde, dass Greymoors Hauptquestreihe passend zur das ganze Jahr umfassenden Storyline »Das schwarze Herz von Skyrim « düsterer ausfallen soll als bisher, war ich besonders neugierig auf alles, was in Himmelsrand passieren würde. Klar bin ich gerne auch mal als strahlende Heldin unterwegs. Bittere Szenarien und graue Zwischentöne finde ich aber viel spannender, weil sie mehr unvorhergesehene Wendungen bieten. Und Greymoor scheint nach meinen Anspieleindrücken beweisen zu können, dass dies auch in einem nonlinearen MMORPG mit mehreren Kapiteln und zig Nebequests funktionieren kann.

Statt einfach nur mit der Horrortür ins Haus zu fallen, bauen die ESO-Autoren geschickt ein sich nach und nach steigerndes Bedrohungsszenario auf, dem wir an vielen Orten gleichzeitig in unterschiedlich starken Auswirkungen begegnen: Während ein wichtiger Tempel durch einen von fiesen Hexen beschworenen Gramsturm verheert wird, schlage ich anderswo verfluchte Bauern zurück oder versuche, das Geheimnis um verschwundene Minenarbeiter zu lösen. Da ich in den ersten Questabschnitten erst herausfinden muss, was überhaupt los ist und gleichzeitig ständig gegen Untote, Hexenschergen und hirnlose Verfluchte ankämpfe, entwickelt sich ein Gefühl von Ohnmacht und Überwältigung durch noch einen unbekannten Gegner.

Verfluchte Kreaturen machen durch ihren Blutdurst Kämpfe ein gutes Stück kniffliger. Verfluchte Kreaturen machen durch ihren Blutdurst Kämpfe ein gutes Stück kniffliger.

Dazu kommt, dass der lokale Herrscher Hochkönig Svargrim ein übler Sturschädel ist und hinter allem Intrigen seines größten Rivalen wittert, anstelle den Beweisen für die neue Gefahr zu glauben. Umso mehr motivieren mich dann die ersten, kleine Erfolge und machen mich immer wieder neugierig auf den nächsten Abschnitt - denn die Hinweise auf einen fiesen Vampirfürsten als Drahtzieher hinter allem verdichten sich zusehends. Und Vampire sind Gegner, die mir bei TESO sehr lange gefehlt haben!

Was die Vampire in Greymoor spannender macht als Daedra und Drachen

Denn mit den Blutsaugern kehrt eine gewisse Unvorhersehbarkeit ins Spiel zurück: Sie sind seit Langem Teil der Spielwelt und treten mal als Freund, mal als Feind auf. Unser wichtigster Helfer Fennorian entstammt beispielsweise einem Vampir-Haus, dessen Mitglieder Blut nur von freiwilligen Spendern trinken und sich den Kampf gegen bösartige Vampire zur Lebensaufgabe gemacht haben. Andererseits bekomme ich es recht früh während der Hauptquest mit einem Vampir-Assassinen zu tun, der mir hart ins Kreuz tritt - Vampir ist also nicht gleich Vampir!

So richtig sicher kann ich mir nie sein, ob ich es nun mit einem Freund oder Feind zu tun habe. Selbst mein momentan hilfreicher Verbündeter könnte meinen Charakter bei akutem Nahrungsmangel als nächstes Abendessen auswählen und dann doch zum fiesen Bösewicht werden. Anders als die aus externen Machtbereichen stammenden Daedra-Fürsten sind Vampire Gegner, die bereits seit langem ein natürlicher Teil der Spielwelt sind. Im 2012 erschienenen The Elder Scrolls 5: Skyrim-Addon Dawnguard hattet ihr sogar die Wahl, ob ihr die Vampire oder deren Jäger unterstützt. Hier ist nochmal der Test zum Nachlesen:

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Geschickte Vampire haben jedenfalls viel Zeit, sich ein Netz aus Unterstützern, eine anständige Machtbasis und viele politische Gefallen aufzubauen, mit denen sie Einfluss auf die Herrscher der drei Pakte nehmen können und bekannte Verhältnisse gründlich durcheinanderbringen. Während die Daedra-Fürsten immer nur versuchen, ihre Machtbasis auszubauen, könnte bei einem Vampirfürsten ganz Dracula-like eine traurige Liebesgeschichte warten. Oder eine alte Rivalität mit einem anderen mächtigen Blutsauger, die nach langem hin und her ein brutales Ende findet.

Bekommen wir die böse Clanchefin mit einem Pflock durchs Herz wirklich tot oder steht die frisch Gepfählte in der nächsten Nacht wutschnaubend wieder vor unserer Tür, weil sie ein eifriger Scherge befreit hat? Vielleicht spielt ein seit Jahrhunderten existierender Vampir auch einfach Schach mit den Kurzlebigeren, weil er jeglichen Bezug zu menschlicher Denkweise längst verloren hat? Kreative Storyschreiber bekommen mit Vampiren viel mehr Möglichkeiten in die Hand und nutzen diese hoffentlich auch aus...

Was ESO: Greymoore bildlich zu bieten hat, sehr ihr in unserer Screenshot-Galerie:

The Elder Scrolls Online: Greymoor - Screenshots ansehen

Woran die Greymoor-Story noch scheitern kann

Als langjährige ESO-Spielerin konnte ich bisher bei neuen DLCs schon fast eine Wette mir mir selbst abschließen, mit welchem Daedra-Fürsten ich es dieses Mal zu tun bekommen würde. Im Zweifel tue ich mich dann zur Lösung des Problems mit einem Halbgott zusammen, stöbere ein dickes Artefakt auf oder nutze irgendwelche mächtigen Konstrukte gegen den Obermotz. Und egal, wie gut inszeniert eine solche Story auch sein mag: Kann ich das Ende und die zum Sieg nötigen Mittel schon weit vor dem Endkampf abschätzen, geht der Spannungsfaktor schnell in den Keller. Bei den tamriel'schen Vampiren aber ist es für mich aber nicht so leicht zu sagen, wie der Konflikt ausgeht. Helfen die altbekannten Mittel bei einem Uralt-Blutsauger wirklich oder muss eine ganz neue Idee her?

Andererseits rutschen Vampirgeschichten allzu leicht in billiges Gemetzel ab. Wird der Bösewicht nur durch Gewaltorgien, Machtgeilheilt und Bluthunger definiert anstelle mit interessanter Persönlichkeit und einen glaubhaften Hintergrund zu punkten, könnten die Autoren ebenso gut den üblichen Daedra-Fürsten samt Schergen aus der Schublade ziehen. Das Vampirthema wurde zudem in den letzten Jahrzehnten so oft in Filmen und Büchern durchgekaut, dass es schwer sein dürfte, einen wirklich neuen Aspekt in die Geschichte mit hinein zu bringen. Ein lahmer Glitzervampir-Abklatsch, die x-te Draculaversion oder eine Bösewichter jagende Kopie meines liebsten Filmvampirs Blade wären viel zu durchsichtig. Hier kann ich nur hoffen, dass die Mischung aus Vampirstory und dem reichhaltigen TESO-Setting den Ausschlag ins Positive bringt.

Skyrim-Veteranen entdecken in Greymoor viele vertraute Elemente wie zum Beispiel die Dragonbridge. Skyrim-Veteranen entdecken in Greymoor viele vertraute Elemente wie zum Beispiel die Dragonbridge.

Kann Greymoor unsere Erwartungen erfüllen?

Ich finde es sehr gut, dass die Entwickler nun einen neuen Ansatz versuchen, der sich von den allzu göttlichen, übermächtigen Gegnern entfernt - dafür sind Vampire ganz unterschiedlicher Moral die ideale Wahl. Auch der allgemein düsterere Ansatz der Quests gefällt, da er die etwas skurrileren Ideen ebenfalls einbringt und mich nicht nur stupide auf Massen von Untote einprügeln lässt. Wenn sich das ganze Jahresabenteuer weiter so entwickelt, wie es mir die ersten Greymoor-Quests versprechen, wartet da eine interessante Geschichte, deren Ende mich hoffentlich richtig mitreißt. Ein stimmiger Anfang mit unterschwelligem Gruselszenario ist dafür jedenfalls gemacht, jetzt muss nur der Rest dazu passen.

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