So könnte ESO in Zukunft weitergehen: Nächster Halt Hammerfell?

Nach vielen DLCs steht die nächste Erweiterung in The Elder Scrolls Online an. Wir überlegen, wohin die Reise gehen könnte und welches Ziel am wahrscheinlichsten ist.

von Gloria H. Manderfeld,
19.11.2021 14:26 Uhr

The Elder Scrolls Online (kurz ESO) wird auch 2022 wieder Addons und DLCs erhalten, so viel ist sicher. Nur über das Setting lässt sich noch prima spekulieren. The Elder Scrolls Online (kurz ESO) wird auch 2022 wieder Addons und DLCs erhalten, so viel ist sicher. Nur über das Setting lässt sich noch prima spekulieren.

Gäbe es bei The Elder Scrolls Online Kilometergeld, könnten sich alle meine Abenteurer längst als superreiche Aussteiger zur Ruhe setzen: Seit dem Erscheinen des ersten Story-DLC Orsinium im Jahr 2014 bin ich in Tamriel kreuz und quer gereist und habe dabei viele extrem unterschiedliche Regionen erkundet. Jedes folgende Kapitel und jeder Story-DLC für ESO hat seitdem die betretbaren Gegenden auf der Weltkarte erweitert und mich nicht nur eine Menge interessanter Geschichten erleben lassen, sondern mir auch viele Einblicke in die vielfältigen Kulturen Tamriels erlaubt.

Mit den Jahresabenteuern hat Entwickler Zenimax Online Studios zudem ab 2019 einen roten Faden in die Veröffentlichungen und damit auch die freigeschalteten Gebiete gebracht. Alle neuen Inhalte eines Jahres erzählen eine fortlaufende Geschichte und konzentrieren sich auf die Ereignisse in einer Provinz.

Los ging es 2019 mit den beiden Teilen des Königreichs Elsweyr, 2020 haben wir zwei Gebiete von Skyrim erkundet und 2021 waren wir im Areal rings um das zwischen Elsweyr und Schwarzmarsch gelegene Leyawiin unterwegs. Aber noch immer gibt es einige leere Bereiche auf der Weltkarte, die als neue Ziele für das kommende Jahresabenteuer gut geeignet wären.

Drei davon habe ich mich für euch mal genauer angeschaut:

Die Autorin
Gloria H. Manderfeld wird ESO immer dann interessant, wenn es um nichtmenschliche Völker, Magie und skurrile Orte geht. Deswegen fühlt sie sich in der Stadt der Uhrwerke oder der Schwarzweite am wohlsten - nicht zuletzt, weil dort die spannendsten Geschichten warten. Beim Blick auf das vermutlich anstehende neue Jahresabenteuer hofft sie stark auf Inhalte, die von früheren Elder.Scrolls-Spielen bereits ausgetretene Pfade verlassen und neue Impulse in die ESO-Spielwelt bringen.

Schwarzmarsch: Sümpfe, Ruinen und Geheimnisse

Die reptiloiden Argonier und ihre Stammeskultur sind nicht erst seit den im Spiel auffindbaren, schlüpfrigen Geschichten über die muntere argonische Maid Lieblinge der Elder-Scrolls-Fans. Schon der DLC Murkmire aus 2018 widmete sich exklusiv den Argoniern und beleuchtete deren geheimnisvolle Geschichte voller verwitterter Steinpyramiden und blutiger Opferungen.

Im Grundspiel bereisten wir den Norden der Sümpfe von Schwarzmarsch, das Kapitel Blackwood brachte uns 2021 in der Nähe von Leyawiin ins Grenzland zwischen den Gebieten der Menschen und dem westlichen Ausläufer Schwarzmarschs.

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Doch im Kerngebiet von Schwarzmarsch klafft seit der Veröffentlichung des Spiels eine riesige Lücke, in der reichlich Platz für eine Region von der Größe eines Kapitels wäre. Findige Modder haben deshalb schon längst ein gigantisches Projekt gestartet, um The Elder Scrolls 5: Skyrim mit umfangreichen Gratis-Inhalten zu erweitern - auch in Schwarmarsch. Der Umfang ist schwindelerregend:

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Angesichts bisheriger Inhalte rings um die Argonier würden wir dort sicherlich auch einige Xanmeer-Ruinen erkunden und reichlich Mysterien aufdecken. Aber schöner wäre es, wenn der Schwarzmarsch noch mehr bieten würde als das, was wir ohnehin erwarten. Murkmire war gerade wegen der vielen unterschiedlichen Einblicke in die argonische Kultur so interessant, die Pyramidenerkundung und das Indiana-Jones-Feeling boten dabei eher noch ein Sahnehäubchen obendrauf.

Die geheimnisvollen Hist-Bäume nehmen einen wichtigen Platz in der argonischen Kultur ein. Die geheimnisvollen Hist-Bäume nehmen einen wichtigen Platz in der argonischen Kultur ein.

Momentan halte ich jedoch einen Sprung in den Schwarzmarsch-Sumpf zwar für möglich, aber nicht für wahrscheinlich. Immerhin haben wir zuletzt in Blackwood an der Grenze zur Schwarzmarsch gekratzt und ein bisschen Argonier-Spaß genossen. Zudem hat Zenimax Online bisher immer darauf geachtet, bei neuen Veröffentlichungen unterschiedliche Ecken der Karte anzusteuern: Ein Gebiet direkt neben dem Kapitel des Vorjahrs dürfte also eher nicht auf dem Plan stehen.

2022 werden wir sehen, ob meine Vermutung zutrifft oder doch Kollegin Géraldine Recht hatte, die nach wie vor auf ein Jahresabenteuer in Schwarzmarsch hofft.

Hammerfell: Zwischen Wüste, Bergland und Nostalgie

Das bereits 1996 erschienene The Elder Scrolls 2: Daggerfall bietet mit einer Fläche von mehr als 487.000 Quadratkilometern nach wie vor eine der größten Spielewelten, die von Spielenden bereist werden können. Die darin erstmals vorgestellten Regionen Hammerfell und Hochfels sind im ESO-Grundspiel nur zum Teil enthalten, durch den DLC Dark Brotherhood wurde die Region 2016 durch Hews Fluch ergänzt.

Seit damals hat sich auf diesem Teil des Kontinents Tamriel nicht mehr viel getan, obwohl mindestens der zentrale und östliche Teil des Königreichs Hammerfell als neue Gebiete möglich wären. Man munkelt aktuell sogar, dass The Elder Scrolls 6 in dieser Region der Weltkarte spielen könnte, die Gerüchte zum Setting halten sich hartnäckig. Hier könnte ESO-Entwickler Zenimax Online also den Schulterschluss mit Bethesdas Singleplayer-Reihe suchen.

Nach zwei Jahren voller Abenteuer im Grünen könnte es 2022 mit Hammerfell wieder in die Wüste gehen. Nach zwei Jahren voller Abenteuer im Grünen könnte es 2022 mit Hammerfell wieder in die Wüste gehen.

Wo sich Wüste, Gebirgszüge und fruchtbare Täler abwechseln, treffen auch kulturell gesehen einige spannende Gegensätze aufeinander. Bretonische und orkische Einflüsse aus dem Norden mischen sich mit kaiserlichen Gewohnheiten aus dem Südosten, während die stolzen Rothwardonen den Bereich der Alik'r-Wüste bestimmen.

Zeit wäre es schon, ein paar Daggerfall-Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Für unwahrscheinlich halte ich es nicht, sollte sich Zenimax Online Studios einen weiteren Nostalgie-Trip in Richtung der Vorgängerspiele leisten. Immerhin haben sie das bereits bei den Veröffentlichungen der letzten beiden Jahre getan, bei denen Fans in Erinnerungen an Elder Scrolls 5: Skyrim und Oblivion schwelgen durften.

Die Kapitel Greymoor und Blackwood widmen sich stark bereits bereisten Schauplätzen und suchen sowohl bei den Quests wie auch der Weltgestaltung spürbar die Verknüpfung zu beiden Singleplayer-Spielen. Nach so vielen Rückblicken dürfte es aber nun wieder Zeit für etwas Neues sein.

Schon in Deadlands, dem letzten DLC des Jahresabenteuers von 2021, gab es mit den Totenländern und der Stadt Ferngrab reichlich frische Eindrücke für alle Spielenden. In Deadlands konnte das Entwickler-Team zeigen, dass sie seit der Erschaffung der Stadt der Uhrwerke und der kreativen Kavernen der Schwarzweite nichts verlernt haben. Mehr zu Deadlands und den wirklich schicken Gebieten lest ihr übrigens in meinem Test zum DLC.

Auf der Insel Vvardenfell leben die Bewohner im stetigen Schatten eines riesigen Vulkans. Auf der Insel Vvardenfell leben die Bewohner im stetigen Schatten eines riesigen Vulkans.

Morrowind: Kreative Magie und Riesenpilze

»Da fehlt doch Morrowind in der Aufzählung«, haben sich sicherlich einige beim vorherigen Absatz gedacht. Richtig! Eine Rückkehr ins Gebiet der Dunkelelfen ist nämlich mein heißer Tipp für das kommende Jahresabenteuer.

Natürlich trifft auch auf das grauhäutige Elfenvolk zu, dass es mit den Gebieten Deshaan und Steinfälle im Grundspiel sowie dem 2017 erschienenen Kapitel Morrowind ziemlich umfangreich bedacht wurde. Andererseits feiert The Elder Scrolls 3: Morrowind 2022 das 20. Jubiläum - und es gibt östlich der Insel Vvardenfell auch noch eine Menge Platz auf der Tamriel-Karte!

Wo Haus Telvanni lebt, sind Pilzgebäude nicht weit. Die gibt es sicher auch in deren Herrschaftsgebiet. Wo Haus Telvanni lebt, sind Pilzgebäude nicht weit. Die gibt es sicher auch in deren Herrschaftsgebiet.

Nachdem wir in ESO bereits mehrere Herrschaftsgebiete diverser Dunkelelfen-Häuser bereist haben, fehlen etwa noch die werwolfverseuchte Insel Solstheim und die Domäne des Hauses Telvanni. Die eher kauzig auftretenden Telvannis sind für ihre herausragenden Magier und eigenwilligen Experimente bekannt.

Hier könnte das Entwickler-Team sowohl mit Geschichten wie auch dem Design skurriler, pilziger und faszinierender Orte so richtig aufdrehen. Nachdem Vampire im Skyrim-Jahresabenteuer ausführlich thematisiert wurden, wäre mit Solstheim auch die Gelegenheit für mehr Hintergrund zu den Werwölfen und Hircine gegeben, dem Daedra-Fürsten der Jagd.

Außerdem haben wir seit dem Erscheinen des Kapitels Summerset 2018 nichts mehr vom Tribunal Almalexia, Sotha Sil und Vivec gehört. Die Zeit für eine neue Begegnung mit einem oder gar allen drei der vergöttlichten Dunkelelfen wäre also reif.

Da wir nun einige längere Ausflüge in von Menschen dominierte Regionen hinter uns haben, wäre es zudem spannend, wieder primär auf ein nichtmenschliches Volk zu treffen. Gerade bei den Dunkelelfen gibt es in Bezug auf Intrigen, Hausgeschichten und Götterglaube noch einiges zu erleben. Die Zukunft von ESO könnte 2022 also spannend werden - meine Goldstücke sind gesetzt!

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