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Eve-Online-Spieler zerstörte 32 Todessterne und haute mit 53.000 Euro ab [Best of GameStar]

Ein Spieler von Eve Online hat 2020 die Änderungen des »Forsaken Fortress«-Update ausgenutzt. Er konnte Items im Wert von damals 53.000 Euro erbeuten.

Vor fünf Jahren glichen die Zitadellen von Eve Online Pinatas. Vor fünf Jahren glichen die Zitadellen von Eve Online Pinatas.

Am 26. Mai 2020 erschien das »Forsaken Fortress«-Update für Eve Online und nahm eine wichtige Änderung an den Zitadellen genannten Todesstern-artigen Raumstationen vor. Die nutzten viele Spieler für ihren eigenen Vorteil aus.

Ein Nutzer namens Sulley hatte besonders viel Glück: Fast durch Zufall knackt er den Jackpot und kann Items im Wert von damals etwa 53.000 Euro abstauben, während er 32 der Stationen fast im Alleingang zerstört. Heute wären das immer noch rund 28.000 Euro.

Wie ist das möglich?

Eve Online zeichnet sich seit jeher dadurch aus, dass ihr in dem Spiel alles verlieren könnt. Wenn euer Schiff zerstört wird, dann ist es weg und ihr müsst euch ein neues kaufen. Gleiches gilt für Items und ähnliches: Nichts ist von Dauer.

Eine Ausnahme sind die Zitadellen. Bei denen handelt es sich um gigantische und schwer bewaffnete Raumstationen, welche die Spieler selbst bauen und kontrollieren. Sämtliche Gegenstände in diesen sind sicher. Sollte die Zitadelle zerstört werden, dann werden die Items automatisch an einen sicheren Ort transportiert. Der Entwickler CCP spricht dabei von »Asset Safety«. Entsprechend lagern viele Spieler ihre wertvollsten Items hier.

Da das ein wenig gegen den Grundgedanken von Eve Online verstößt, veröffentlichte CCP nach vorheriger Ankündigung das »Forsaken Fortress«-Update. Die wichtigste Änderung: Vernachlässigte Zitadellen verloren die »Asset Safety« und ließen sich zudem viel einfacher zerstören.

Die Suche nach Zielen

Viele Spieler sahen darin ihre Chance, richtig viel Geld zu machen. Einer von hörte auf den Namen Sulley. Der suchte über eine Woche lang Raumstationen, von denen er glaubte, sie könnten schon bald als Verlassen gelten. Insgesamt fand er 18 potentielle Ziele. Er war nicht der einzige, der das tat: 2020 explodierten die verlassenen Komplexe im Minutentakt.

Bei der Planung half ein weiteres Feature: Selbst wenn man keine Zugangsberechtigung zu den Stationen hatte, konnte man Items in ihnen lagern, ohne andocken zu müssen. So konnteSulley in jedem seiner potentiellen Ziele einen Gegenstand hinterlassen und wurde vom Spiel selbst über den Zustand der Zitadellen informiert.

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Ein-Mann-Armee

Als nächstes brauchte er eine Flotte, um die Stationen zu zerstören. Dafür erstellte er sich acht weitere Accounts und trainierte diese, um den Kikimora-Zerstörer fliegen zu können. Der richtet mehr Schaden an, je länger er auf ein Ziel schießt. Mit neun von ihnen dauerte es zwischen 30 und 45 Minuten, eine Zitadelle auszuschalten. Gegenwehr von den Besitzern erwartete Sulley nicht: Immerhin waren diese schon länger nicht mehr aktiv.

Nun stand nur noch ein Problem zwischen Sulley und seiner Beute: Die NPC Polizei namens Concord. Die schaltet jeden Spieler aus, der in den Hochsicherheitsgebieten von Eve Online andere Nutzer attackiert. Außer, sie haben vorher eine formelle Kriegserklärung eingereicht. Deswegen gründete Sulley eine eigene Corporation - die Gilden von Eve Online - und erklärt seinen Zielen den Krieg.

Krieg im Alleingang

Der Feldzug begann: Sulley loggte sich mit allen Accounts ein und kontrolliert diese mit einer Methode, die Eve-Online-Spieler als Multiboxing bezeichnen, gleichzeitig. Er flog jede der Zitadellen ab, die bei ihrer Explosion bis zu 200 Kanister voller in ihnen gelagerter Items in alle Himmelsrichtungen verteilten.

Nach und nach zerstörte der Räuber sämtliche seiner Ziele, bis er durch Zufall den Jackpot fand: Ein Raitaru Engineering Complex von Future Tech Industries. Die Ausbeute war ein einziger Kanister. Aber der hatte es in sich.

In ihm befanden sich mehr als 9.100 Gegenstände. Darunter 23 extrem seltene Blaupausen für die Herstellung besonders starker T2-Schiffe, die man zu diesem Zeitpunkt schon seit vielen Jahren nicht mehr finden konnte. Der Wert dieser Beute: Vier Billionen ISK - Eve Onlines Ingame-Währung. Mit dieser Menge an Geld ließe sich Spielzeit für das MMORPG im Wert von heute 28.000 Euro kaufen (damals 53.000 Euro).

Sulleys Beutezug endete nicht. Er setzte ihn fort und zerstörte alleine insgesamt 32 der gigantischen Stationen.

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