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F1 2021 erfüllt im Test alle eure Rennspiel-Träume - mit einer Ausnahme

Mit Braking Point erhält F1 2021 einen umfangreichen Story-Modus und auch auf der Strecke selbst gibt es wichtige Verbesserungen, die für noch mehr Realismus sorgen.

von Florian Franck,
14.07.2021 07:52 Uhr

Das offizielle Rennspiel zur Formel 1 ist zurück, und erstmals tritt Electronic Arts als Publisher auf. Ihr erinnert euch, die haben neulich Codemasters gekauft. Insofern dürfte EA nicht dafür verantwortlich sein, dass die Simulation zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder die 90er-Wertung knackt. Der Award bedeutet übrigens auch nicht, dass in F1 2021 alles rund läuft. Gerade der im Vorfeld groß angepriesene Storymodus »Braking Point« entpuppt sich im Test eher als Montagsmodell. Dafür überzeugt Codemasters an anderer Stelle und erfüllt mit dem Koop-Karrieremodus einen langersehnten Wunsch der Fans. Am Ende einer Saison stellt sich dann nur die Frage, ob eure Freundschaft dem Kampf um den WM-Titel standhält.

An anderer Stelle überzeugt Codemasters und erfüllt mit dem Koop-Karrieremodus einen langersehnten Wunsch der Fans. Am Ende einer Saison stellt sich dann nur die Frage, ob eure Freundschaft dem Kampf um den WM-Titel standhält.

Der Traum vom gemeinsamen Glück in der Formel 1

Welches Setup brauche ich für welche Strecke? Und wie hole ich die letzten Hundertstelsekunden aus meinem Boliden heraus? Im Karrieremodus von F1 2021 wurden solche Fragen bisher nur von euch selbst beantwortet. Der neue Koop-Modus schafft Abhilfe und ihr fahrt zu zweit mit- oder gegeneinander. Noch kompetitiver wird es, wenn ihr für verschiedene Teams startet und am Ende der Saison neue Verträge mit Rennställen aushandelt.

Der Weg zur Weltmeisterschaft wird länger: Mit Release fahrt ihr auf 21 der 24 offiziellen Rennstrecken der Formel 1. Die fehlenden drei Strecken erscheinen im späteren Verlauf mit einem Update. Damit euch während der Saison nicht die Puste ausgeht, legt ihr vor Beginn der Saison die Dauer der Rennen und die Anzahl der Strecken fest.

Zusammen in einem Team? Oder gegeneinander? Die neue Koop-Karriere macht es möglich. Zusammen in einem Team? Oder gegeneinander? Die neue Koop-Karriere macht es möglich.

Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht auch Fahranfängern einen seichten Einstieg ins Cockpit. Damit ihr als Fahranfänger aber nicht aus jeder Kurve fliegt und Dauergast in der Box seid, gibt es in F1 2021 wie gewohnt viele Fahrhilfen. Neben Brems- und Lenkassistenten schaltet ihr optional ABS oder andere Komforthilfen ein. Noch bevor ihr bei Begriffen wie ABS, ERS und DRS das Wörterbuch aufschlagt, steht euch das Spiel bereits zur Seite: Dank vordefinierter Einstellungen braucht ihr euch nicht mit Abkürzungen rumschlagen, sondern steigt direkt ins Cockpit und fahrt um die Bestzeit. Die Neuerung fand auch ihren Weg in den Mehrspielermodus. Als blutiger Neuling fahrt ihr nicht mehr gegen die alten Hasen, sondern könnt zwischen »Beginner« und »Experte« wählen. Wer einfach ohne aktives Schadensmodell ein paar nette Ründchen gegen andere fahren möchte, der kann das nun ohne Profis in der Runde machen.

Der Traum von einer guten Story

Codemasters hat im Vorfeld den neuen Story-Modus immer wieder hervorgehoben und in den Fokus gerückt. Insgesamt werdet ihr fünf bis sechs Stunden unterhalten. Erwartet keine Hollywoodreife Inszenierung mit brillanten Twists. Trotz gelungener Zwischensequenzen steckt Braking Point voller Klischees und ist an einigen Stellen auch »cringe«. Einen Vorgeschmack darauf, was euch in Braking Point erwartet, erhaltet ihr in unserem Testvideo. Wollt ihr allerdings spoilerfrei die Story genießen, überspringt die ersten fünf Minuten des Videos:

F1 2021 im Testvideo - Viel Drama auf und neben der Piste 9:58 F1 2021 im Testvideo - Viel Drama auf und neben der Piste

Träumt die KI oder fährt sie schon?

Das Wichtigste vorab: Die KI wurde endlich verbessert! Während ihr beim Vorgänger noch von übermütigen KI-Fahrern ins Kiesbett geschoben wurdet, gibt es jetzt endlich harte, aber faire Zweikämpfe.

Angriffe erfolgen über die Innen- und Außenseite. Sinnlose Übermutattacken bleiben aus - in solchen Situationen steckt die KI zurück und erwartet das Gleiche aber auch von euch als Fahrer. Bremst ihr zu spät auf der Kurveninnenseite, beschädigt ihr im schlimmsten Fall euren Boliden und begrüßt die Mechaniker mit einem verschmähtem Lächeln in der Boxengasse.

Doch selbst wenn ihr perfekt fahrt, besucht ihr die Boxengasse im Rennen. Die Reifenmodellierung wurde verbessert und endlich spürt man einen tatsächlichen Grip-Unterschied zwischen Stadtkursen und permanenten Rennstrecken. Insgesamt liegen die Boliden zunächst besser auf dem Asphalt und der Reifenverschleiß wirkt sich stärker auf das Fahrverhalten aus.

Dank der neuen Reifenmodelliung spürt ihr endlich einen Unterschied auf der Piste. Dank der neuen Reifenmodelliung spürt ihr endlich einen Unterschied auf der Piste.

Am deutlichsten spürt ihr die Kraft und Leistung eures Fahrzeugs, wenn ihr ein Lenkrad mit Force Feedback verwendet. Nach einem langen Rennen werdet ihr eure Armmuskeln dank größerer Intensität spüren und auch ein Muskelkater am nächsten Tag ist nicht ungewöhnlich. Mit einem Gamepad oder Tastatur bleibt der Muskelkater zwar aus, allerdings ist das Fahrgefühl längst nicht so immersiv.

In unserem Test sind wir mit dem Logitech G920 Driving Force gefahren, das über ein zweimotoriges Force Feedback und einen Lenkbereich von 900 Grad verfügt. Außerdem wurde die Steuerung mit einem Xbox Gamepad auf Herz und Nieren geprüft.

Eine größere Immersion erlebt ihr mit Ray-Tracing-Schatten und Spiegelungen. Allerdings braucht ihr dafür auch die entsprechende Hardware. Wer keinen Hochleistungs-PC besitzt, greift auf die dynamische Auflösung zurück. Bevor ihr dank eines Rucklers Bekanntschaft mit der Bande macht, wird die Auflösung automatisch runterreguliert.

Mein bester Freund die Bande

Die Formel 1 ist schnell und verzeiht keine Fehler - zumindest in der Realität nicht. Im Spiel habt ihr neben dem neuen Rettungsmodus eine weitere Option: Rückblenden. Wer geradeaus in eine Kurve fährt, spult die Zeit zurück und erhält die Chance doch noch die Kurve zu kriegen.

Das Schadensmodell wurde in F1 2021 überarbeitet. Das wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus. Das Schadensmodell wurde in F1 2021 überarbeitet. Das wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus.

Verzichtet ihr auf das Feature, erwartet euch ein komplett überarbeitetes Schadensmodell. Selbst bei kleinsten Berührungen fliegen euch jetzt Teile um die Ohren. Wann und wie viele Teile euch um die Ohren fliegen, bestimmt ihr selbst in den Optionen. Der Realismusgrad lässt sich in F1 2021 wesentlich genauer und präziser einstellen. Realistisch ist auch das Verhalten eures Boliden, wenn euch der Sprit ausgeht. Bei der Einstellung »hart« schleicht ihr bei fast leerem Tank mit lahmen 160 km/h in die Box.

Zum Release stehen euch allerdings nur 21 Boxengasse zur Verfügung. Die drei fehlenden Kurse Jeddah, Portimao und Imola sollen laut Codemasters erst nach dem Release mit einem Update hinzugefügt werden.

Ihr bekommt nicht genug von Rennspielen? Dann empfehlen wir euch unsere Liste mit den besten Rennspielen 2021:

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Stärken und kleinere Schwächen

Die Story in F1 2021 ist für Neulinge ideal geeignet, um das Spiel kennenzulernen. Codemasters hat an vielen Stellen deutlich nachgelegt. Im Karrieremodus lassen sich die immer noch leicht durchschaubaren und recht eintönigen Interviews nun deaktivieren. Selbst die Forschung und Entwicklung wird per Knopfdruck automatisiert.

Im Modus MyTeam baut ihr auch in diesem Jahr ein F1-Team auf und heuert einen Teamkollegen auf dem Fahrermarkt an. Das Management vom eigenen Team bietet zusätzliche Unterhaltung und sorgt für mehr Abwechslung. Wer allerdings Michael Schumacher oder eine andere der sechs Ikonen als Teamkollegen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Die sieben Legenden sind nur in der Deluxe-Edition enthalten. Doch selbst ohne die Legenden ist F1 2021 ein Highlight unter den Rennspielsimulationen.

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