Fallout 76 erhält 2022 neue Regionen - doch Spielern geht das nicht weit genug

The Pitt wird die erste Expedition von Fallout 76 sein, welche die Spieler über die Grenzen von Appalachia hinaus schickt. Viele Fans wollen aber etwas anderes.

von Florian Franck,
11.07.2021 20:33 Uhr

Die Enttäuschung vieler Fans nach dem Release von Fallout 76 im November 2018 war groß. Viel größer als die Enttäuschung war die Liste an Bugs, Problemen und Wünschen der Spieler an das neue Fallout. Bethesda hat reagiert und neue Inhalte geliefert, die bei den Spielern gut ankamen. Doch eigentlich wollen Spieler etwas viel größeres: mehr Leben in der Welt von Appalachia selbst.

Stählerne Herrschaft und die neuen Features

Am 7. Juli 2021 erschien das große Update »Stählerne Herrschaft«, welches nicht nur die Story der Stählernen Bruderschaft weitererzählt, sondern auch viele neue Features einführt. Auf einige der Features, wie die Möglichkeit legendäre Waffen und Rüstungen herstellen zu können, haben Spieler lange gewartet. Außerdem gibt es nun auch legendäre Powerrüstungen und einige legendäre Effekte wurden überarbeitet und neue hinzugefügt.

Der größte Kritikpunkt bezieht sich auf die Länge der neuen Story: Die sei zwar gut, ist aber zu kurz und biete nicht genug. Auf Reddit sind viele Spieler der Ansicht, dass die Veröffentlichung beider Erweiterungen in einem großen Update dem Spiel besser getan hätte als die Veröffentlichung in zwei Teilen. Der Reddit-User GeneralSoviet schreibt zu den beiden Erweiterungen etwa:

"[...] es wäre besser gewesen, wenn Steel Dawn und Steel Reign keine separten Teile gewesen wären. Story war ziemlich gut, sie hielt meine Aufmerksamkeit und ich genoss eine richtige Vault-Mission. [...] Keine Hintergrundgeschichte zur Powerrüstung war eine riesige Enttäuschung. Ich weiß wirklich nicht, warum das überhaupt der Fall ist."

Fallout 76 spielt vor allen anderen Teilen der Fallout-Serie und die Stählerne Bruderschaft ist in der Geschichte selbst noch sehr jung. Der Wunsch, mehr über die Beweggründe der Bruderschaft und ihren ikonischen Rüstungen zu erfahren, ist naheliegend.

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Was Spieler in Zukunft in Fallout 76 erwartet

Mit dem Update im Winter 2021 sollen neue Herausforderungen im Endgame folgen, über die wir bereits im Rahmen der Fallout 76 Roadmap berichtet haben. Auf Reddit wünschen sich viele Spieler aber noch mehr und insbesondere größere Veränderungen und Updates. In einem viel beachteten Thread schreibt Aurora_Vorealis:

"Wenn Bethesda es schafft, ein paar neue, unzusammenhängende Quests und Events an sonst tote Orte zu bringen, würde das nicht nur Fans glücklich machen oder sogar zurückbringen, sondern der Welt von Appalachia neues Leben einhauchen."

Viele User stimmen der Aussage zu und wünschen sich neue Inhalte in Appalachia selbst. ScottishShitposter97 unterstreicht den Post von Aurora_Vorealis und ergänzt:

"Was mich so ärgert, ist, dass wir WISSEN, dass sie [Bethesda] zu großartigen Story-Inhalten fähig sind. Far Harbour war (meiner Meinung nach) ein Meisterwerk, exzellenter Schauplatz, tolle Story, echte Auswahl, eine rundum spaßige Zeit. Wenn sie diesem Spiel nur die richtigen Ressourcen widmen würden, hätten sie sowohl die Zufriedenheit der Community als auch den Profit."

Vernon_Trier kommentiert im gleichen Thread:

"Die Sache ist, während es nichts Neues zu grinden gibt und nichts wirklich herausfordernd für die Ausrüstung ist [...] bieten alle neuen Ereignisse oder Quests nur Spaß für paar playthroughs. Danach werden sie sinnlos Zeitverschwendung. Die gleiche alte (und ziemlich verdammt undankbare) Gameplay-Schleife ist das, was sie ändern sollte."

Die Community hofft, dass solche Änderungen mit den Updates im Herbst und Winter eintreten. Mit Wild Appalachia hat Bethesda bereits bewiesen, dass auch ohne NPCs die typische Fallout-Atmosphäre möglich ist: In einer Questreihe lernten Spieler wie Alkohol und Schnaps gebraut werden, das Bausystem wurde verbessert und saisonale Events wurden eingeführt. Auch ohne eine Erweiterung der Map konnten Spieler in Fallout 76 wieder das erleben, was Fallout ausmacht: Die Erkundung einer Open World, verknüpft mit einer tollen Story und das typische Rollenspielerlebnis.

Wie groß die neue Welt sein wird, die mit »The Pitt« als Expeditionen 2022 erscheint, ist aktuell nicht bekannt. Bekannt ist, dass die Spieler erstmals Appalachia verlassen werden. Ein erster Teaser zu den neuen Inhalten legt den Schluss nahe, dass die neue Region per Vertibird erreicht wird. Und so wie es aussieht, erwarten uns in der neuen Region auch Aliens:

Fallout 76: The Pitt Teaser-Trailer zeigt Region außerhalb von Appalachia 0:52 Fallout 76: The Pitt Teaser-Trailer zeigt Region außerhalb von Appalachia

Die erste Expedition heißt »The Pitt« und weckt bei einigen Spielern mit Sicherheit Erinnerungen an Fallout 3: The Pitt war das zweite Add-On für Fallout 3 und führte die Spieler in eine industrielle Raider-Stadt, die sich in den Überresten von Pittsburgh befindet. In der Realität beträgt die Entfernung zwischen West Virgina und Pittsburg etwa 300 Kilometer - eine so große Kartenerweiterung wird es für Fallout 76 mit Sicherheit nicht geben. Da im ersten Teaser-Trailer zur kostenlosen Erweiterung Vertibirds zu sehen sind, wird es sehr wahrscheinlich eine Schnellreisefunktion geben, mit der Spieler ins neue Gebiet gelangen.

Das meint der Autor:
Fallout 76 ist nach zwei Jahren ein wirklich gutes MMO im Fallout-Universum, das viel Abwechslung bietet. Allerdings gibt es einige Orte die leer, verlassen und nicht fertig durchdacht wirken. Als neuer Spieler gibt es eine Menge zu entdecken und mit One Wasteland kann jeder, unabhängig vom Level, miteinander spielen.

Die Stählerne Bruderschaft wurde im Rahmen einer neuen Hauptquest eingeführt, die auch Solo-Spieler problemlos bewältigen können. Allerdings ist die Story zu kurz und die Teilung in zwei Kapitel trüben das Bild zusätzlich. Hier lässt Fallout 76 sehr viel Potenzial liegen. Eine Veröffentlichung als komplett neue Hauptquest hätte meiner Meinung nach einen sehr viel stärken Einfluss gehabt.

Für mich steht fest: Fallout 76 braucht nicht noch mehr neue Inhalte, sondern einen Gamechanger. Dass das klappen kann, hat bereits No Man's Sky gezeigt: Über die Jahre wurde es nicht nur mit neuen Inhalten versorgt, sondern hat auch einen grafischen Wandel vollzogen und einen funktionieren Multiplayermodus erhalten. Die finanziellen Mittel für einen solchen Wandel hat Bethesda spätestens nach dem Kauf durch Microsoft.

Ich hoffe sehr, dass Fallout 76 den »No Man's Sky Move« vollführt und dadurch das erreicht, was sich viele Fallout-76-Spieler wünschen: Mehr Abwechslung und Veränderungen. Und im Idealfall kehren dadurch auch ehemals enttäuschte Spieler zurück.

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