Die neueste Folge der Fallout-Serie hat die Schranken für etwas Größere geöffnet. Norm, Lucys Bruder, hat durch die befreiten Mitarbeiter von Vault-Tec vom »Plan für die Vaults 32 und 33« erfahren. Im Terminal einer Vault-Tec-Einrichtung ist er dann auf etwas gestoßen, das Spielerinnen und Spieler nur allzu gut kennen: F.E.V.
F.E.V. oder »Forced Evolutionary Virus« führt unweigerlich zu einer weiteren Schrecklichkeit des Ödlands, die wir für Leute, welche die Spiele nicht gespielt haben, hinter einen Spoiler packen. Ferner werden wir sie auch nicht im Artikel erwähnen, sondern sparen uns das für ein eigenes Special auf.
Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler
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Supermutanten. Es sind Supermutanten.
Doch was ist das F.E.V. eigentlich? Und wie lässt es sich wissenschaftlich erklären? Wir erklären’s euch.
Wo kommt das F.E.V. her und was macht es?
Im Grunde ist der Name selbstsprechend. Das »Forced Evolutionary Virus« (etwa »Erzwungene-Evolution-Virus«) zwingt ein Opfer dazu, zu mutieren. Entwickelt wurde es von West-Tek, einer der Firmen, die Mitglied eines Firmenkonglomerats ist, zu dem auch Mr. Houses RobCo. gehört.
Der Zweck des Virus besteht darin, die DNS des Wirts zu verändern und dessen genetische Ausstattung auf verschiedene Weise »weiterzuentwickeln«. Oder kurzum: erzwungene Mutation
57:28
Fallout ist sehr viel realistischer, als ihr denkt
So funktioniert das F.E.V.
Bevor wir das klären, noch zwei wichtige Eigenschaften des Virus. Es ist …
- … immun gegen Verstrahlung.
- … vorprogrammiert mit bestimmten »korrigierten« DNS-Mustern für bestimmte Spezies sowie einem rekursiven Code.
- … übertragbar via direktem Kontakt, Injektion und über die Luft.
Ursprünglich sollte F.E.V. mal diverse Krankheiten heilen, später wurde es genutzt, um genetische Supersoldaten zu züchten.
Was passiert, wenn man sich das F.E.V. einfängt? Das Virus ist darauf ausgelegt, die DNS seines Wirts komplett umzuschreiben. Das ist extrem schmerzhaft, dass die Opfer bleibende mentale Schäden davontragen. Im ersten Fallout-Spiel war ein mögliches Game-Over für den Protagonisten, in einen Tank mit F.E.V. (dargestellt als grüner Schleim) getaucht zu werden.
Um mal kurz das Fachchinesisch außen vorzulassen: Das Zeug macht den Körper einfach nur kaputt. So oder so kommt man als mutierte Kreatur am Ende heraus oder man gibt den Löffel ab.
Im Endeffekt ist das Virus eine der stärksten Biowaffen im Ödland und war bereits mehrfach Teil der Spiele – entweder als Virus selbst oder in Form von dessen Auswüchsen.
Wie arbeitet das Virus im Körper?
Einen guten Indikator dafür, wie das Virus im Körper fuhrwerkt, gibt es in »Fallout 3« mit der Vault 87. Die könnte auch einen möglichen Einblick in das geben, was die Bewohnerinnen und Bewohner der Vaults 32 und 33 im Spiel ereilen könnte.
Das ist in Vault 87 passiert: Menschen dort wurden wissentlich mit dem F.E.V. infiziert, um bereits erwähnte Supersoldaten zu züchten. Das hat nicht geklappt. Viele starben dabei. Die Überlebenden streifen durch das Ödland, unter anderem als Zentauren genannte Kreaturen.
Das passiert, sobald man sich mit F.E.V. infiziert:
- Sichtbare Geschlechtsmerkmale verschwinden.
- Innerhalb von zehn Tagen wird die Haut dicker und widerstandsfähiger.
- Im selben Zeitraum entwickeln männliche Probanden ausgeprägte Kraft im Oberkörper.
- Innerhalb von zwei Wochen wird man wütend und ängstlich, was zu Gewaltausbrüchen führen kann.
- Nach einer Zeit voller Schmerzen wird man schließlich zu dem, was im F.E.V. als Vorprogrammierung enthalten war.
Könnte es eine Art F.E.V. in echt geben?
Wir machen es kurz: Nein, so etwas wie das Virus aus der Serie und den Spielen ist nicht möglich. Allerdings entspringt die Idee der erzwungenen Mutation unserer Welt.
In der Wissenschaft werden Viren aber durchaus als Werkzeug benutzt, auch wenn man damit keine garstigen Kreaturen züchten will oder kann.
- Wissenschaftliche Gentherapie nutzt modifizierte Viren, um Gene in Zellen einzuschleusen. Diese dienen beispielsweise dazu, defekte Gene zu ersetzen (via MDPI). Viren können also genetisches Material übertragen, allerdings nur vereinzelt und nicht über den gesamten Körper hinaus.
- Der Zweig der Genomchirurgie hat sich darauf spezialisiert, DNS-Sequenzen mittels CRISPR oder Cas9 zu verändern, so Nature. Doch auch hier können nur bestimmte Zellen verändert werden; es werden keine gesamten Genome umgeschrieben.
Zusammengefasst können wir zwar Gene in Zellen übertragen, aber es gibt kein Virus, das sich allumfassend an der DNS des Menschen zu schaffen macht. Dazu sind wir als lebende Systeme und Organismen einfach zu komplex. Uns fehlt die Technologie, um den Menschen »systemweit upzugraden« – und selbst dann haben wir hoffentlich noch die Moral, die uns daran hindert.
Inwiefern das F.E.V. in der Fallout-Serie eine Rolle spielt, wird sich zeigen müssen. Worauf wir uns vermutlich einstellen können: handgemachte Effekte und B-Movie-Splatter. Damit geizen weder die Spiele noch die Serie. Und wenn das F.E.V. eines ist, dann widerlich – egal, was am Ende dabei herauskommt.

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