Für Japan-Fans ist Sucker Punchs Ghost-of-Reihe ohnehin ein echtes Schmankerl; wo sonst können wir so wunderbar stilecht in historischem Setting das Samurai-Schwert schwingen? Nach dem großen Erfolg von Tsushima setzte das Studio im Herbst 2025 mit Ghost of Yotei nach.
Statt des tapferen Kriegers Jin Sakai zur Zeit der Mongoleninvasion greifen wir darin rund 300 Jahre später als Söldnerin Atsu zur Klinge. Die hat im hohen Norden Japans nämlich noch eine alte Rechnung mit den Mördern ihrer Eltern offen. Im GameStar-Test konnte sich das PlayStation-Exclusive eine solide 88er-Wertung sichern. Ein Jahr später wird das Spiel jetzt in Form einer Complete Edition inhaltlich fortgesetzt.
Die neue Version beinhaltet neben dem frischen Kopfgeld-Modus namens »Meistgesucht« auch den ersten Story-DLC für Ghost of Yotei. Den sollten vor allem Geschichts-Fans auf dem Radar haben; denn in Echoes of Sekigahara begegnet ihr nicht nur einem alten Bekannten aus Atsus Vergangenheit, sondern erlebt mit der Schlacht von Sekigahara eine der prägendsten Schlachten der japanischen Geschichte hautnah.
Unser Japan-Experte Jesko hat bereits reingespielt und verrät euch, was die neue Erweiterung taugt.
2:04
Ghost of Yotei: Der PlayStation-Kracher kündigt überraschend den ersten Story-DLC für Oktober an - euch erwartet eine gewaltige Schlacht
Eine Schlacht, um alle Kriege zu beenden
Im Hauptspiel lernen wir Atsu bereits als rachsüchtige Kriegerin kennen, die nur davon beseelt ist, die Yotei Six auszuschalten. Das war aber nicht immer so; denn nach dem Tod ihrer Eltern verbrachte Atsu zunächst einige Jahre im Süden auf der japanischen Hauptinsel, wo sie sich in den finalen Jahren der Sengoku-Zeit als Söldnerin verdingte. Während dieser Zeit nahm sie – leider auf der Verliererseite – an der Schlacht von Sekigahara teil, mit der das Haus Tokugawa seine fast 250 Jahre währende Herrschaft über Japan sichern konnte.
Die Erinnerungen an diesen Tag spielen im neuen DLC eine zentrale Rolle – denn Atsus ehemaliger Kampfgefährte Nagato, genannt »Der Schöne«, wird von Gerüchten um einen großen Goldschatz nach Norden gelockt und legt sich ebenfalls mit Atsus Feinden an. Nagato und Atsu verbindet mehr als nur die gemeinsame Söldnerzeit. Recht schnell wird klar, dass zwischen den beiden auch Gefühle im Spiel waren. Allerdings hat Nagato dieses Vertrauen offenbar missbraucht – Atsu traut dem Glücksritter nicht mehr über den Weg.
Angesiedelt ist die DLC-Story zwischen dem Kampf zwischen Schlange, Oni und Kitsune und dem Ende des Hauptspiels. Um in das neue Gebiet zu gelangen, müsst ihr an einem der Kopfgeld-Anschlagbretter nach einem Steckbrief für Nagato den Schönen Ausschau halten.
Neues Gebiet, altbekanntes Gameplay
Die Handlung rund um Nagato und das Gold der Schlange fällt mit ca. fünf Stunden etwas kürzer aus als die des Iki-Island-DLCs für Ghost of Tsushima. Auch hier gibt's allerdings eine komplett neue Region: Die sogenannten Ashoro-Ausläufer befinden sich auf der Ostseite der Insel Hokkaido rund um den Vulkan Akan.
Optisch hat das neue Gebiet keine so deutlich eigenständige Identität wie die verschiedenen Regionen des Hauptspiels – weniger cineastisch ist Ghost of Yotei dadurch aber nicht. Gerade die Cutscenes bringen die raue, natürliche Schönheit Hokkaidos in fast jedem Frame zielsicher auf den Punkt. Allerdings wirkt die neue Karte auf den ersten Blick auch etwas kleiner als die Insel Iki aus Tsushima.
In puncto Gameplay bleibt mit Echoes of Sekigahara weitgehend alles beim Alten; noch immer müssen wir unsere Waffen an die der Gegner anpassen, um in Duellen erfolgreich zu sein. Mit dem Katana bekämpfen wir andere Schwertkämpfer, das Kusarigama ist gegen Feinde mit Schild effektiv, der Speer wiederum hilft gegen das Kusarigama.
Neue Waffen und fiese Pfeile
Es kommen aber auch ein paar neue Mechaniken dazu: Atsu beherrscht nun etwa einen coolen Robin-Hood-Schützentrick, bei dem sie mit ihrem Bogen mehrere Feinde gleichzeitig ins Visier nehmen kann. Zudem gibt es jetzt »Gewaltige Waffen«, wie das Sasumata – einen Gabelspieß – und den Kanabo. Die große Keule kennen wir bereits aus AC Shadows. Damit hauen wir Gegnern mächtig auf die Mütze und ignorieren sogar deren Paraden.
Die Männer der Schlange verwenden bei der Jagd nach Atsu jetzt außerdem Spezialpfeile, die stecken bleiben und verhindern, dass wir uns im Kampf heilen. Wir müssen sie erst entfernen, bevor wir uns die nächste Medizin-Ampulle reindrücken können. Außerdem erwarten uns ein paar neue knackige Bossfights. Wirklich revolutionär ist das alles nicht; die neuen Mechaniken vertiefen im Grunde nur das ohnehin schon gute Kampf-Gameplay von Ghost of Yotei ein wenig.
Was steckt sonst noch in der Complete Edition?
Der brandneue Survivalmodus »Meistgesucht« ist im Prinzip ein eigenes kleines Roguelike innerhalb von Yotei. In aufeinanderfolgenden Runs absolviert ihr immer schwerer werdende Kopfgeld-Aufträge. Sind die Gegner besiegt, erhaltet ihr Boni und schaltet zusätzliche spielbare Charaktere wie Nagato und Oyuki frei.
Wer Ghost of Yotei bereits besitzt, kann für rund 15 Euro auf die neue Complete Edition upgraden, sonst gehen euch Echoes of Sekigahara und der neue Meistgesucht-Modus durch die Lappen. Für alle Yotei-Besitzer kostenlos ist dagegen der »Schönheit von Yotei«-Modus, bei dem die Kamera zu stimmungsvoller Musik durch verschiedene Szenerien von Hokkaido fliegt. Dahinter verbirgt sich im Wesentlichen aber nur eine schicke Diashow.
Mehr Infos rund um Ghost of Yotei und unseren Test zum PlayStation-Hit findet ihr in der obigen Linkbox.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.