Nach Monaten des Schweigens hat Sony bei der jüngsten State-of-Play-Präsentation endlich mehr Details zur lang erwarteten Fortsetzung von Ghost of Tsushima verraten. Ghost of Yotei soll im Herbst exklusiv für die PlayStation 5 erscheinen und euch auf die nördlichste der japanischen Hauptinseln verfrachten: Statt Tsushima geht's dieses Mal nämlich nach Hokkaido.
Während der State of Play zeigten die Entwickler vom amerikanischen Studio Sucker Punch erstes Gameplay zum Samurai-Actionspiel und erklärten, was sich gegenüber dem gefeierten Vorgänger verändert hat - und das ist eine ganze Menge.
Unser Japan-Experte Jesko hat sich den Gameplay-Reveal von Ghost of Yotei genauer angeschaut und verrät auch fünf Details, die ihn vor Freunde auf dem Tisch tanzen lassen. Die englischsprachige Präsentation haben wir euch nachstehend eingebunden:
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Ghost of Yotei: Fast 20 Minuten Gameplay lassen kaum Fragen offen - und das Gezeigte ist spektakulär
Eine klassische Rachestory
Im Gegensatz zum Vorgänger Tsushima präsentiert euch Ghost of Yotei keine Geschichte über den noblen Charakter der Samurai, sondern eine düstere Rachestory im Stil von Kill Bill. Das schlägt sich auch in der Hintergrundgeschichte von Hauptfigur Atsu nieder: Statt in die herrschende Kriegerkaste hineingeboren zu werden, ist sie die Tochter eines Schwertschmiedes im abgelegenen Hokkaido.
Als Atsu noch ein Kind ist, wird der Hof ihrer Eltern von sechs mysteriösen Samurai überfallen, die ihre Familie töten und die verwundete Atsu zum Sterben zurücklassen. Doch das Mädchen überlebt – wie, das lassen die Entwickler noch offen. 16 Jahre später kehrt Atsu als erwachsene Frau auf ihre Heimatinsel zurück, um die Männer zu töten, die ihre Familie auf dem Gewissen haben.
Das Setting verspricht vor allem eins: viel Blut. Da Atsu nicht an den Kodex der Samurai gebunden ist, kann sie im Gegensatz zu Jin Sakei skrupellos morden. Eine heimlich agierende Shinobi wie Naoe aus Assassin's Creed Shadows ist Atsu jedoch auch nicht – noch hat sie besonders ehrenwerte Ambitionen. Atsu ist schlicht und einfach eine Söldnerin, die auf Rache aus ist.
Das neue Kopfgeld-System
Als Söldnerin, die außerhalb des Gesetzes operiert, ist Atsu natürlich von den Behörden nicht gern gesehen. Deswegen ist ein Preis auf ihren Kopf ausgesetzt, der im Laufe der Geschichte steigt. Mit jedem Ziel, das ihr tötet, wächst euer Ruf als blutrünstige Schlächterin – und damit auch euer Kopfgeld. Nach und nach machen so deutlich mehr und tödlichere Feinde Jagd auf euch.
Allerdings könnt ihr euch auch selbst an der Kopfgeldjagd versuchen. In den Orten Hokkaidos findet ihr immer wieder Anschlagbretter, auf denen gesuchte Verbrecher zur Fahndung ausgeschrieben sind. Nehmt ihr einen der Kopfgeld-Aufträge an und schaltet den entsprechenden Übeltäter aus, könnt ihr mit dem verdienten Kleingeld Atsus klamme Kriegskasse auffüllen.
Verschiedene Waffen statt Schwertstile
Eine weitere Neuerung betrifft das Kampfsystem von Ghost of Yotei: Statt der Schwertstile von Jin Sakai aus dem ersten Teil, muss Atsu die Waffen wechseln, um sich verschiedener Gegnertypen zu erwehren. Das vergleichsweise leichte Kusarigama (eine Kettensichel) mag zwar bei Überraschungsangriffen tödlich sein; gegen mächtige Barbaren-Gegner hilft allerdings nur das Großschwert Ōdachi.
Insgesamt soll es in Yotei fünf Waffentypen geben, zwischen denen ihr wechseln könnt: Katana, Speer, Kusarigama, Odachi und das Daishō-Schwertpaar. Diese ersetzen das Schwertstil-Rad am rechten unteren Bildschirmrand. Das erinnert auf den ersten Blick an das kürzlich erschienen Assassin's Creed Shadows, allerdings werden knackige Kämpfe und präzise Steuerung bei Yotei deutlich mehr im Vordergrund stehen. Dazu trägt auch bei, dass bei kritischen Treffern sowohl Atsu als auch ihre Gegner entwaffnet werden können. Timing und die richtige Taktik sind hier gefragt.
Zusätzlich gibt es eine neue Waffe für die Langdistanz: Neben den bewährten Kurz- und Langbögen gibt es mit dem Luntenschloss-Gewehr erstmals eine richtige Feuerwaffe im westlichen Stil. Im Jahr 1603 waren Gewehre in Japan dank europäischer Händler bereits weit verbreitet.
Sing das Lagerfeuerlied
Die Nebenquests und Gefährten-Geschichten sorgten in Tsushima manchmal für Frust, denn um sie zu verfolgen, musste man häufig für nur einen Dialog quer über die Map reisen. Ghost of Yotei will das ändern und führt eine Camp-Mechanik ein. Am Lagerfeuer kann Atsu kochen, Shamisen spielen, Upgrades an Waffen und Rüstungen vornehmen oder mit Händlern und Weggefährten sprechen.
Wenn eure Verbündeten Neuigkeiten für euch haben, dann kommen sie hin und wieder von sich aus zu euch ans Lagerfeuer und sprechen euch darauf an. So soll es euch leichter fallen, den Überblick über mögliche Upgrades und Nebenquests zu behalten.
Anstatt der textlastigen Journal-Menüs aus Ghost of Tsushima bietet Yotei zudem eine illustrierte Übersicht aller Freunde und Gefährten, die Atsu während ihrer Reise beistehen. Die Entwickler nennen diese Gruppe das Wolfsrudel.
Neuer Lofi-Modus
Der Kurosawa-Modus dürfte den meisten Spielern von Ghost of Tsushima noch ein Begriff sein. Der Grafikmodus orientiert sich am Stil der Samurai-Filme des legendären japanischen Regisseurs Akira Kurosawa (1910-1998) und präsentiert euch das gesamte Spiel in stimmungsvollem Schwarzweiß mit Filmkörnung.
Für Ghost of Yotei hat das Team von Sucker Punch sich aber noch zwei weitere kreative Optik-Modi überlegt. Der Erste davon orientiert sich am Stil des Regisseurs Takashi Miike und soll ein schmutzigeres, direkteres Spielerlebnis bieten. Dafür wird die Kamera näher an Atsu herangeholt und es fließt mehr Blut.
Der zweite Modus, der mich persönlich deutlich mehr reizt, ist der Samurai-Champloo-Modus. Dieser ist namentlich an den legendären gleichnamigen Anime des Regisseurs Shinichirō Watanabe angelehnt und macht aus Ghost of Yotei eine besondere audiovisuelle Erfahrung. Kämpfe und Erkundung werden nämlich mit Lo-Fi-Musik, ausgewählt von Watanabe persönlich, unterlegt. Zusammen mit den farbenfrohen Landschaften Hokkaidos entwickelt das Spiel so eine einzigartige Atmosphäre.
Was ist außerdem neu?
- Fernglas: Mit diesem neuen Gadget lassen sich interessante Orte aus der Ferne auskundschaften oder Feinde in einem Lager als Ziele markieren.
- Erinnerungen: Wenn Atsu sich an bestimmten Orten ihrer Kindheit aufhält, könnt ihr in ihre Vergangenheit schauen.
- Mehr Dialogoptionen: Verhört ihr einen NPC, könnt ihr je nach gewählter Gesprächsoption unterschiedliche Informationen erhalten. Diese führen euch dann zu unterschiedlichen Nebenquests und interessanten Orten.
- Neue Erkundungsmechanik: Das Auffinden von Nebenaktivitäten soll neben den bewährten Wegen über leitenden Wind oder Tiere über eine neue zufallsbasierte Kartenmechanik funktionieren. Wie das im Detail aussieht, ließen die Entwickler noch offen.
Ghost of Yotei soll am 2. Oktober 2025 erscheinen - und damit nur kurz nach dem ersten Story-DLC für das ebenfalls im alten Japan angesiedelte Assassin's Creed Shadows. Bis dahin hat das Team von Sucker Punch aber noch einiges zu tun, denn im gezeigten Gameplay fiel die stotternde Bildrate mehrmals deutlich auf.
Da mit GTA 6 zudem der größte Konkurrent im Weihnachtsgeschäft jüngst auf 2026 verschoben wurde, wäre auch im Falle von Ghost of Yotei noch eine Verschiebung um mehrere Wochen denkbar, um den Entwicklern mehr Zeit für die Optimierung des Open-World-Abenteuers zu geben. Wenn diese Verschiebung zugunsten der Qualität von Yotei ginge, würde ich sie sogar aktiv begrüßen. Denn nur wenn die Kämpfe richtig flüssig laufen, macht der Ausflug in die Samurai-Ära auch wirklich Spaß.
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