Wenn ein cineastisches Kleinod völlig unter dem Radar der Masse fliegt, blutet mir das Herz. Besonders dann, wenn es sich um eine düstere Zukunftsvision handelt, die optisch und atmosphärisch in der obersten Liga mitspielt.
Wer Sehnsucht nach verregneten Neonstraßen, fliegenden Autos und philosophischen Fragen zur Unsterblichkeit hat, sollte jetzt genau aufpassen. Auf GOG.com und Fanatical (Steam-Key) gibt es aktuell ein narratives Schmuckstück für den Preis eines Kaffees.
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Preis: 3,75 Euro (85 Prozent Rabatt)
Release: 17. Juli 2024
Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Genre: Adventure
Grafik-Engine: Unreal Engine 5
Spielzeit: circa 6 Stunden
Sprache: deutsche Texte mit englischer Sprachausgabe
Ein finsterer Blick in das Jahr 2329
Das Spiel, von dem ich spreche, heißt Nobody Wants to Die. Es erschien vor nicht einmal zwei Jahren und zog fast spurlos an den meisten Spielern vorbei.
Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zum Verkaufsstart suchten in der Spitze gerade einmal 1.310 Detektive gleichzeitig nach Hinweisen. Dabei verdient dieses Abenteuer viel mehr Aufmerksamkeit, wie die Steam-Reviews belegen: 83 Prozent der User-Rezensionen fallen positiv aus.
Auch ich habe den kurzen Trip ins New York des Jahres 2329 sehr gerne durchgespielt. In dieser Zukunft hat die Menschheit den Tod überlistet, ganz ähnlich wie bei der tollen Netflix-Serie Altered Carbon. Das Bewusstsein lässt sich gegen viel Geld in einer Cloud speichern und in neue Körper transferieren.
In Nobody Wants to Die schlüpfe ich in die Rolle des ausgebrannten Polizisten James Karra. Als ein Serienmörder Jagd auf die reiche Elite macht und deren Datenspeicher endgültig zerstört, beginnt eine klassische Film-Noir-Ermittlung.
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Gameplay: Wir bewundern die Cyberpunk-Welt von Nobody Wants to Die
Für wen eignet sich Nobody Wants to Die?
Geeignet ist das Detektiv-Abenteuer, wenn ihr:
- ... ein düsteres Cyberpunk-Setting im Stil von Blade Runner oder Altered Carbon liebt und ganz in eine verregnete Neon-Dystopie eintauchen wollt.
- ... großen Wert auf eine packende, cineastisch inszenierte Geschichte sowie eine erstklassige Optik dank der Unreal Engine 5 legt.
- ... ein kurzes, fokussiertes Abenteuer für ein oder zwei Abende sucht, das seine Geschichte ohne künstliche Streckung auf den Punkt erzählt.
Weniger passend ist das Angebot, wenn ihr:
- ... eine große spielerische Abwechslung braucht, denn die fünf Tatorte werden mit immer gleichen Abläufen und Werkzeugen untersucht.
- ... actionreiche Schießereien, spielerische Herausforderungen oder komplexe Rätsel erwartet, da die Mechaniken sehr simpel und fehlerverzeihend ausfallen.
- ... eine lange Spielzeit für euer Geld wollt oder eine frei erkundbare, offene Spielwelt abseits der linearen Kriminalfälle sucht.
Alternativen
Für mehr Freiheit sorgt Shadows of Doubt, eine komplexe Detektiv-Simulation, in der ihr in einer prozedural generierten Sandbox-Stadt völlig eigenständig Fingerabdrücke sammelt, Kameras hackt und eure Ermittlungen an einer Pinnwand koordiniert.
Wer die filmische Opulenz von Nobody Wants to Die schätzt, aber echte Konsequenzen vermisst, findet in Detroit: Become Human das perfekte Äquivalent mit Robotern als Protagonisten.
Für Liebhaber von beklemmendem Cyberpunk-Horror empfiehlt sich Observer. In diesem Thriller hackt ihr euch als Ermittler direkt in die Gehirne von Verdächtigen und durchschreitet albtraumhafte, surreale Labyrinthe auf der Suche nach Hinweisen.
Fazit
Trotz der spielerischen Einfachheit ist Nobody Wants to Die in meinen Augen eine absolute Empfehlung für Genießer von dichter Atmosphäre. Wer über die repetitiven Mechaniken hinwegsehen kann und stattdessen ein packendes Narrativ schätzt, kommt voll auf seine Kosten.
Für den aktuellen Preis von vier Euro auf GOG.com machen Fans von Cyberpunk und dystopischen Geschichten absolut nichts falsch.
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