»Niemand interessiert sich für Grafik«: Ausgerechnet eines der aktuell schönsten Spiele erinnert mich daran

Das Remake von Assassins Creed Black Flag hat optisch einiges zu bieten. Aber wie relevant ist das letztlich?

Optik ist längst nicht alles, weder im echten Leben noch in Spielen. Optik ist längst nicht alles, weder im echten Leben noch in Spielen.

Vor knapp drei Jahren hat mich ein YouTube-Video mit dem Titel Eigentlich interessiert sich niemand für Grafik… Und hier ist der Grund dafür zum Nachdenken angeregt.

Das frisch veröffentlichte Remake zu Assassin's Creed Black Flag hat mich nun wieder daran erinnert – schließlich nimmt die ordentlich aufgebohrte Optik bei Resynced einen großen Stellenwert ein.

Für das unten zu sehende Vergleichsvideo habe ich mich näher mit den optischen Unterschieden zwischen Alt und Neu auseinandergesetzt. Und die Kommentare darunter zeigen mir, dass ich mit meinen Gedanken dazu nicht alleine bin.

Video starten 6:01 Assassin’s Creed Black Flag Resynced: Wie viel besser sieht es im Vergleich zum fast 13 Jahre alten Original aus?

Es geht um mehr als nur den Spielspaß

Der offensichtlichste Aspekt bei dieser Diskussion ist folgender: Am Ende zählt nicht, wie gut ein Spiel aussieht, sondern wie viel Spaß es macht. Das wird auch in dem eingangs erwähnten YouTube-Video in den Vordergrund gestellt.

In heutigen Zeiten noch wichtiger ist aber der dort ebenfalls angesprochene Punkt der Performance – und der hat sich seit Release des Videos im Jahr 2023 nur noch verschärft.

  • Wer sich für Spiele interessiert und in den letzten Jahren nicht unter einem Stein gelebt hat, der weiß, wie oft Spiele mit Performance-Problemen erschienen sind. Oftmals handelt es sich um Titel mit der Unreal Engine 5.
  • Ein häufig gemachter Vorwurf an die Entwickler lautet dabei, dass sie sich zu sehr auf moderne Techniken wie Upscaling und Frame Generation verlassen und echte Optimierungen schleifen lassen. Ein komplexes Thema, aber auch ich habe das Gefühl, dass da durchaus etwas Wahres dran ist.
  • Erschwerend hinzukommt derzeit die Speicherkrise: Sie macht Gaming-Hardware teils deutlich teurer, wodurch es umso wichtiger ist, dass Spiele mit Blick auf die Systemanforderungen nicht über die Stränge schlagen.
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Ich bin eine Grafik-Punkt-Punkt-Punkt, aber...

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Spiele mit toller Optik. Und ich gehöre zu den Menschen, die sich erst dann so richtig wohlfühlen, wenn alle Grafikoptionen auf Anschlag gedreht sind (auch wenn ich weiß, dass das grundsätzlich keine gute Idee ist).

Aber beim Erstellen des Grafikvergleichs zu Assassins Creed Black Flag (Resynced) habe ich mich immer wieder dabei erwischt, wie ich mir gedacht habe: Yoa, Resynced sieht klar besser aus, aber irgendwie lässt mich das kalt.

Sicher spielt es dabei eine wichtige Rolle, dass Black Flag gut gealtert ist. Trotz offensichtlicher technischer Schwächen aus heutiger Sicht (Charaktere, Beleuchtung, Detailgrad von Texturen und Objekten, Objektdichte und so weiter) ist es dem Spiel auch schon vor 13 Jahren sehr gut gelungen, Karibik-Flair zu verbreiten.

Eine Einschätzung, die teils auch in den Kommentaren unter dem Vergleichsvideo zum Ausdruck gebracht wird. Gleichzeitig ist der Anspruch an die Hardware beim Original wenig überraschend deutlich geringer.

Im Zuge dessen bin ich überzeugt davon, dass Entwickler den Fokus mehr auf gute Spielmechaniken, eine stimmige, kreative Welt und gute Performance legen sollten, statt die Grafik (zu sehr) in den Fokus zu stellen, wie es gerade bei Triple-A-Titeln oft der Fall ist.

Video starten 1:02 Unser Test-Fazit zu Assassin's Creed Black Flag Resynced: Ein großartiges Remake mit einem Enterhaken

Nvidia & Co. werden das nicht gerne hören

Hardware-Hersteller haben ein Interesse daran, dass Spiele anspruchsvoller werden. Wieso sollte ich schließlich knapp 4.000 Euro für eine RTX 5090 ausgeben, wenn ich auch mit meiner älteren Grafikkarte problemlos alle aktuellen Spiele jahrelang flüssig spielen kann?

Ich finde es auch grundsätzlich gut, dass Hardware und Spiele sich stetig weiterentwickeln. Gleichzeitig habe ich aber gerade bei der Grafik von Spielen das Gefühl, dass der Fortschritt sich hier in den letzten Jahren deutlich verlangsamt hat, während das für den Hardware-Hunger nicht gleichermaßen gilt.

Ich will damit nicht sagen, dass alle nur noch Indie-Titel im Pixel-Art-Look machen sollten. Aber eine aufpolierte Hochglanz-Optik etwas weniger in den Fokus zu stellen, würde vielen Spielen meiner Meinung nach dennoch gut zu Gesicht stehen.


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Sagte er – und kann es gleichzeitig kaum abwarten, wie fantastisch GTA 6 am Ende wirklich aussehen wird, und selbst zu ermitteln, wie gut (oder schlecht) es dabei auf den aktuellen Konsolen noch läuft. Doch Rockstar und GTA 6 nehmen hier eine Ausnahmestellung ein, an der sich nicht die gesamte Spiele-Branche orientieren kann (und sollte).

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, wie wichtig euch schicke Grafik in Spielen ist und wie ihr die Entwicklung in den letzten Jahren einschätzt, wenn es um die Optik und den Hardware-Anspruch geht!


Kommentare(34)
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