Wieso Gotham Knights auf Batman & Joker im Rampenlicht verzichtet

Statt Batman und dem Joker fokussiert sich das kommende DC-Spiel auf die Bat-Familie und den Rat der Eulen. Wieso, das erklären uns die Entwickler von WB Montreal.

von Vali Aschenbrenner,
27.08.2020 16:21 Uhr

Gotham Knights ist kein Spiel des Arkham-Universums und sagt sich deshalb aus gutem Grund von Batman als Hauptfigur los - wie der Entwickler verrät. Gotham Knights ist kein Spiel des Arkham-Universums und sagt sich deshalb aus gutem Grund von Batman als Hauptfigur los - wie der Entwickler verrät.

Gotham Knights wird ein Batman-Spiel ohne Batman. Stattdessen dreht sich der neue Titel von Warner Bros. Montreal (der sich übrigens NICHT dem Arkham-Universum zuordnet) um die Bat-Familie. Spielbar sind damit Nightwing, Batgirl, Robin und Red Hood, während der Tod von Bruce Wayne den Ausgangspunkt der Story von Gotham Knights ausmacht.

Doch wie kam es zu dieser Entscheidung, nachdem sich sämtliche Arkham-Titel um Gothams Dunklen Ritter rankten? Immerhin steuerte Warner Bros. Montreal mit Arkham: Origins der Trilogie von Rocksteady ein Prequel bei, in dem Batman ebenfalls im Rampenlicht stand.

Batman ist tot - es lebe die Bat-Familie!

Warum man sich dazu entschied, Batman umzubringen und dafür eine Geschichte um Dick Grayson, Barbara Gordon, Tim Drake und Jason Todd zu erzählen, erklärt Patrick Redding unseren Kollegen der GamePro im Interview. Redding ist als Creative Director von Warner Bros. für die Entwicklung von Gotham Knights hauptverantwortlich und berichtet.

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Redding zufolge gibt es dafür mehrere gute Gründe. So ging es Warner Bros. Montreal zum Einen darum, den bisherigen Status Quo zu zerbrechen, der nicht nur seit jeher in an Arkham-Spielen herrschte, sondern ebenfalls in zahlreichen Batman-Filmen, -Comics oder -TV-Serien:

"Wer würde Batman nicht umbringen? Die Gelegenheit war zu gut und ich wollte meine persönliche Spur hinterlassen. Nein, um ehrlich zu sein wollten wir den bisherigen Status Quo zerschlagen. [...] Meiner Meinung nach hat es einen gewissen Reiz, etwas wegzunehmen, was schon immer da war und weswegen alles seine Ordnung hatte, um zu sehen, was für ein Chaos sich daraus ergibt und welche Gelegenheiten sich ergeben. [...]

Genauso spannend ist, wenn du Gotham City als lebendige, atmende Spielwelt hast, die von seinen Bürgern bewohnt wird und was mit diesem Ökosystem geschieht, sobald Batman kein Auge mehr darauf hat: Wenn die Polizei nicht länger dein Freund ist und Vigilanten feindlich gesinnt ist. Wenn du all diese unterschiedlichen Fraktionen krimineller Banden hast, die ihr Ding durchzuziehen versuchen und sich um ihre Territorien streiten. Das liefert die perfekte Ausgangssituation, was die Struktur und den Spielerfortschritt ausmacht - und natürlich auch aus erzählerischer Perspektive: Von Anfang an erweckt [Batmans Tod] Interesse und sorgt gleichzeitig für ein großes Mysterium."

Ebenso hat der Tod Batmans laut Redding einen spielerischen Hintergedanken: Nachdem wir die Fledermaus bereits in Arkham Asylum, Arkham City, Arkham Origins und Arkham Knight gespielt hatten, ist in Gotham Knights die nächste Generation von Superhelden am Drücker:

"Aus spielerischer Sicht ist wiederum interessant, die Rolle über diese neue Generation von Helden zu übernehmen, die unter Batman trainiert hatten. Er ist ihr Mentor. In ihnen allen steckt dieselbe DNA - zumindest auf die ein oder andere Weise. Doch jeder von ihnen unterscheidet sich auch spielerisch voneinander und es wird spannend, wie der Spiele mit einem Helden oder einer Kombination aus zweien versucht, dieses Vakuum zu füllen."

In Gotham Knights spielen wir nicht Batman - sondern Red Hood, Robin, Batgirl und Nightwing. In Gotham Knights spielen wir nicht Batman - sondern Red Hood, Robin, Batgirl und Nightwing.

Rat der Eulen statt (schon wieder) der Joker

Doch nicht nur Batman tritt für Gotham Knights in den Hintergrund - sondern allem Anschein nach ebenfalls der Joker. Als großer, böser Obermotz fungiert im Batman-Spiel ohne Batman der sogenannte »Rat der Eulen«. Dabei handelt es sich um eine uralte Geheimorganisation, die Gotham City seit Jahrhunderten fest in ihren Krallen hält.

Der Rat der Eulen setzt sich aus den Reichen und Schönen von Gotham zusammen, die im Hintergrund die Fäden ziehen und allen, die aus der Reihe tanzen, ihre untoten Assassinen namens »Talons« auf den Hals hetzen.

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Mit dieser Entscheidung scheint sich Gotham Knights ebenfalls von der »Altlast« der Arkham-Spiele loszusagen, fungierte doch stets der Joker als der Hauptbösewicht aller Spiele - und ja, damit sind auch Arkham: Origins sowie Arkham Knight gemeint.

Warum jetzt in Gotham Knights der Rat der Eulen Gotham City aufmischt, erklärt uns Redding ebenfalls:

"Für uns war es besonders wichtig, dass wir eine neue Geschichte erzählen, die spezifisch zu Gotham Knights passt. Dafür hat sich der Rat der Eulen aus mehreren Gründen angeboten - was wir bereits festgestellt hatten, als wir uns dazu entschlossen, aus Gotham ein lebendiges Ökosystem zu machen: Für Spieler sollte es diesbezüglich belohnend sein, all Ecken und Kanten [dieser Stadt] kennenzulernen. Wenn wir uns das große Ganze ansehen, repräsentiert der Rat der Eulen irgendwo die Geschichte von Gotham. Diese Geheimorganisation gibt es seit der Gründung der Stadt und verknüpft sich eng mit all den alten, dekadenten, korrupten und wohlhabenden Familien, die es noch immer gibt!

Wir lieben die Dunkelheit und Bedrohung, [die vom Rat der Eulen] ausgeht. Jedes Gebäude, jede Architektur, jeder Grundmauer wurde von ihnen korrumpiert. Deswegen wurde Gotham City zu dem, wie wir es heute kennen. Entsprechend waren wir der Meinung, dass [der Rat der Eulen der perfekte Kontrast für das perfekte Gotham City darstellt, für welches diese neueren und jüngeren Helden kämpfen. Und natürlich steckt eine gewisse Poesie dahinter, dass die Jugend gegen dieses Ururururalte antritt. [...]"

Der Rat der Eulen stellt natürlich nicht die einzige Bedrohung für Batgirl, Robin, Red Hood und Nightwing in Gotham Knights dar. Im ersten Gameplay-Video zum Spiel begleiten wir beispielsweise Barbara Gordon und Tim Drake dabei wie sie - Verzeihung - Mr. Freeze auf Eis legen.

Gotham Knights zeigt erstes Gameplay der Koop-Action 7:47 Gotham Knights zeigt erstes Gameplay der Koop-Action

Mit einer Rückkehr klassischer Batman-Schurken dürfen Spieler also allemal rechnen. Zu klassischen Kandidaten gehören dazu unter anderem Bane, der Riddler, Two-Face, Scarecrow oder eben der Joker. Und wer weiß: Vielleicht steckt ja hinter der Eulenmaske abermals ein Clownsgesicht … auch wenn wir das nicht hoffen.

Mehr zu Gotham Knights erfahrt ihr übrigens bei unseren Kollegen von GamePro: So erklärt beispielsweise Chefredakteurin Rae Grimm, warum Batman für Gotham Knights sterben musste - aber eigentlich nicht tot ist. Außerdem geht aus ihrem Interview mit WB Montreal ebenfalls hervor, wieso Gotham Knights kein Service-Game wird.

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