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Seite 2: Grafikkarten-Zeitraffer - Das Shader-Zeitalter von DirectX 8 bis 11

DirectX 9

Die Microsoft-Konsole Xbox spielt zu Beginn des DirectX-9-Zeitalters eine wichtige Nebenrolle, denn der dort verwendete NV2A-Grafikchip, eine GeForce-3-Variante, stammte von Nvidia. Microsoft hatte von Nvidia trotz inzwischen geringerer Produktionskosten des NV2A keinen Preisnachlass erhalten und leitete die detaillierten Spezifikationen von DirectX 9 erst spät an Nvidia weiter. ATI hingegen hatte seinen neuen R300-Chip exakt an DirectX 9 anpassen können, da man selbst an dessen Entwicklung beteiligt gewesen war. Neu waren bei DirectX 9 Pixel- und Vertex-Shader 2.0 und Features wie Displacement Mapping und adaptive Tesselation (Kachelung).Mit der Radeon 9700 Pro erschien im August 2002 die erste DirectX 9-Grafikkarte mit Shader-Model2.0.

Die Karte besaß 128 MByte DDR-Speicher, der mit einem 256 Bit breiten Speicherinterface angebunden war. Der Grafikchip R300 lief mit 325 MHz, der Speicher mit für damalige Verhältnisse schnellen 310 MHz. Mit acht Rendering-Pipelines und dem hohen Speicherdurchsatz war die Radeon 9700 Pro deutlich schneller als die GeForce 4 von Nvidia.

Nvidia selbst konnte erst Anfang 2003 eine DirectX-9-Karte vorstellen, die GeForce FX, die jedoch mehrere Probleme mit sich brachte. Während DirectX 9 in den Spezifikationen eine Präzision von mindestens 24 Bit vorsah, unterstützte die GeForce FX nur 16 oder 32 Bit. Für volle DirectX-9-Kompatibilität war die Karte daher gezwungen, mit höchster Genauigkeit zu rechnen und war langsamer als die Konkurrenz von ATI, die 24 Bit verwendete. Schlimmer für das Image der GeForce FX wirkte sich jedoch der Lüfter des Erstlings Geforce FX 5800 Ultra aus, der mit lärmenden Geräten wie einem Laubsauger verglichen wurde und im Internet zu einem beliebten Ziel für Spott wurde.

Heimliche "Treiberoptimierungen", um die Darstellung mit 16 Bit-Präzision zu erzwingen, selbst wenn 32 Bit eingestellt wurden, sollten die GeForce FX auf Kosten von Bildqualität und DirectX-9-Kompatibilität schneller erscheinen lassen. Dieses "Cheaten" von Nvidia sorgte ebenfalls für negative Schlagzeilen. Trotz neuer GeForce-FX-5900-Modelle mit höheren Takten, besserem Speicher bis hin zu GDDR3 und leiserer Kühlung verlor Nvidia die Marktführerschaft kurzfristig an ATI. Dies lag auch daran, dass ATI mit der Radeon 9800 Pro eine nochmals schnellere Karte auf den Markt bringen konnte. Das vermutlich erste Spiel mit DirectX 9-Effekten war Aquanox 2, das durch einen Patch entsprechend verbessert wurde.

Die Vorstellung der GeForce 6 im April 2004 änderte die Lage wieder zu Gunsten von Nvidia. Mit der Unterstützung des neuen Shader-Modells 3.0, das erst vier Monate später durch DirectX 9.0c eingeführt wurde, war die Karte technisch den ATI-Karten der Radeon X800-Serie überlegen. Auch SLI, die Verbindung zweier GeForce-Karten, wurde mit der GeForce 6 vorgestellt und sorgte für Aufsehen.

Erst im September und Oktober 2005 konnte ATI CrossFire als Konkurrenz zu SLI und Radeon-Karten mit voller DirectX-9.0c-Kompatibilität präsentieren. Grund für diese Verzögerung war ein Fehler im Grafikkern R500, der vor der Veröffentlichung behoben werden musste.

Die Radeon-X1000-Serie mit R520-GPU hatte es zu diesem Zeitpunkt dann bereits mit der GeForce 7 zu tun, die im Juni erschienen war. Die Taktraten der letzten DirectX-9-Karten erreichten bei den Grafikchips Werte von 650 MHz, während der Speicher mit bis zu 1.600 MHz (effektiv, real 800 MHz) betrieben wurde und bis zu 512 MByte groß war. ATI setzte sogar erstmals GDDR4 mit 1.000 MHz auf der Radeon X1950 XTX ein. Nvidia stellte mit der GeForce 7950 GX2 eine Dual-Karte vor, die aus zwei einzelnen Platinen bestand, die über SLI verbunden waren.

DirectX 9 ist in Version 9.0c mit einigen zusätzlichen DLL-Dateien noch immer die Schnittstelle für die meisten aktuellen Spiele. Windows XP, bei vielen Spielern noch im Einsatz, wird zudem keine neuere Variante der Schnittstelle mehr erhalten.

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