GTA 6 Leak: Wir klären, warum an den aktuellen Gerüchten nichts dran ist

Rockstar hat seit 2014 94 Millionen Euro an Steuererleichterungen von Großbritannien kassiert. Mit dem entsprechenden Finanzreport kamen auch gleich Behauptungen auf, GTA 6 sei damit bestätigt. Dem ist aber nicht so.

von Michael Herold,
21.01.2020 13:31 Uhr

Bis zum Release von GTA 6 dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Bis zum Release von GTA 6 dürfte es noch eine ganze Weile dauern.

Auch wenn zurzeit viele Berichte im Netz etwas anderes behaupten: GTA 6 bleibt nach wie vor unbestätigt. Dass Rockstar irgendwann ein neues Grand Theft Auto rausbringen wird, halten wir zwar nach wie vor für mehr als wahrscheinlich, aber an der aktuellen Situation hat sich trotzdem nichts verändert.

Ihr könnt diese News jetzt also theoretisch wieder schließen, wenn ihr wollt - oder ihr lasst euch von uns erklären, warum es aktuell viel Wirbel um GTA gibt und warum das gleichzeitig viel Wirbel um nichts ist.

Was sagt der Leak?

Die britische Webseite Taxwatch UK hat vor Kurzem einen Report veröffentlicht, indem sie ausführlich erklären, warum Steuererleichterungen für Videospielentwickler schlecht seien. Denn in Großbritannien wird die Gaming Industrie vom sogenannten "Video Games Tax Relief" (kurz VGTR) unterstützt, dabei handele es sich allerdings um nichts anderes als ein Steuerschlupfloch.

Seit seiner Einführung im Jahr 2014 hätte der VGTR die britischen Steuerzahler 324 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 380 Millionen Euro) gekostet, allein im Finanzzeitraum 2018-2019 hätten Firmen 103 Millionen Pfund (121 Mio. Euro) an Steuererleichterungen eingefordert.

Laut einem zweiten Taxwatch-UK-Report wären allein an Rockstar Games seit 2014 insgesamt 80 Millionen Pfund (94 Mio. Euro) gewandert und allein 2019 hätte der GTA-Entwickler 37,6 Millionen Pfund (44 Mio. Euro) kassiert.

"Here we go again", beschwert sich CJ aus San Andreas in diesem GTA-Meme und das passt auch zu den immer wieder aufkommenden Gerüchten um das nächste Grand Theft Auto. "Here we go again", beschwert sich CJ aus San Andreas in diesem GTA-Meme und das passt auch zu den immer wieder aufkommenden Gerüchten um das nächste Grand Theft Auto.

Das Problem dabei sei aber, dass eigentlich nur Spiele unterstützt werden sollten, die was mit der britischen Kultur zu tun haben, sprich die sich als "culturally british" einstufen lassen. Der entsprechende Test, ob ein Spiel nun britisch genug ist oder nicht, fällt laut Taxwatch UK aber viel zu einfach aus.

Deshalb kritisiert der Report, dass Firmen den VGTR als Steuerschlupfloch ausnutzen und die Kosten dafür seien außer Kontrolle geraten, vor allem weil das Programm nun bis 2023 ausgeweitet wurde.

Was hat das mit GTA 6 zu tun?

Taxwatch UK ziehen in ihrem Report den Schluss, dass die 37,6 Millionen Pfund, die Rockstar 2019 erhalten hat, ein klarer Hinweis dafür seine, dass sie an einem neuen Spiel arbeiten würden. Und dabei müsse es sich auch gleich um GTA 6 handeln, denn zuvor habe Rockstar nur GTA 5 und Red Dead Redemption 2 als "culturally british" angemeldet, dementsprechend müsste das nächste Spiel, das vom VGTR Hilfe erhält, nun also auch wieder ein Grand Theft Auto sein.

Mehr als eine Schlussfolgerung von Taxwatch UK ist das allerdings nicht, dementsprechend gibt es deshalb auch keine offiziellen Neuigkeiten zu GTA 6.

Obwohl der Report von Taxwatch UK an einer Stelle noch einmal sehr ausdrücklich wird und behauptet, dass Rockstar North bereits das British Film Institute (BFI) wegen einer Akkreditierung für GTA 6 kontaktiert habe. Denn das BFI entscheidet letztlich, welche Spiele als "culturally british" anerkannt werden. Für diese Behauptung gibt es allerdings keinerlei Belege, also auch hier kein offizieller Hinweis auf das nächste Rockstar-Spiel.

Gerüchte zum nächsten GTA gibt's schon seit vielen Jahren. Auch wir haben bei GameStarTV schon über die Theorie gesprochen, ob GTA 5 eingetlich nichts anderes als ein gigantisches Marktforschungs-Experiment war:

GTA 6 - Video: Baut Rockstar heimlich das »perfekte Spiel«? 14:51 GTA 6 - Video: Baut Rockstar heimlich das »perfekte Spiel«?

"Wir schaffen Tausende Jobs"

Allerdings gibt es bereits eine offizielle Reaktion von Rockstar auf die Kritik von Taxwatch UK: In einem Statement an vg247 rechtfertigen die GTA-Entwickler die Millionen an Steuerrückzahlungen, die sie vom VGTR erhalten haben. In der Erklärung heißt es:

"Das Programm hat direkt dazu geführt, dass Rockstar Games sein Investment in das Vereinigte Königreich signifikant steigern konnte, wodurch mehr als 1.000 hochqualifizierte und langfristige Jobs in London, Lincoln, Yorkshire und Schottland entstanden sind."

Auch die Association for UK Interactive Entertainment (UKIE) schließt sich an und weist die Vorwürfe von Taxwatch UK zurück. Für jedes Pfund, das in durch den VGTR in die Spieleindustrie investiert wird, erhalte man im Gegenzug vier Pfund als Bruttowert für die Wirtschaft. Statt ein Steuerschlupfloch zu bieten, würde der Video Games Tax Relief also Jobs schaffen und die britische Wirtschaft unterstützen.

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