Bringt High-End-Hardware Besserung?
Die oben zu sehenden Ausreißer müssen nicht zwingend am Spiel selbst liegen, denkbar sind auch Probleme mit dem Testsystem selbst. Unsere Messungen auf einem zweiten System mit deutlich schnellerer Hardware offenbaren aber genau die gleichen Probleme.
Wir wechseln vom CPU-Hersteller AMD zu Intel (Core i9 10900K) und vom GPU-Hersteller Nvidia zu AMD (Radeon RX 6900 XT). Auch sonst kommt komplett andere Hardware zum Einsatz, es handelt sich also um völlig verschiedene Testsysteme.
Die Schwierigkeiten bleiben ungeachtet dessen in allen drei Trilogy-Titeln identisch. Das High-End-System kann sich zwar bei den durchschnittlichen FPS und auch beim 99ten Perzentil klar vor dem Mittelklasse-PC platzieren. Beim 99,9ten Perzentil leidet aber auch dieses System unter vergleichbar starken Ausreißern.
Zusatzmessungen mit RX 6900 XT - GTA III
WQHD, maximale Details, DDR4-3600
- avg. FPS
- 99th Percentile
- 99,9th Percentile
- 0,0
- 24,0
- 48,0
- 72,0
- 96,0
- 120,0
Dementsprechend ähnlich schlecht sehen auch die Frametimes mit dem High-End-System aus, diesmal am Beispiel der Neuauflage von GTA 3 illustriert.
Auch mit der extrem schnellen Radeon RX 6900 XT und Intels Core i9 10900K mit zehn Kernen kommt es immer wieder zu Rucklern im Spielgeschehen. Findet so ein Ruckler im falschen Moment statt, landet man schnell ungewollt im Gegenverkehr oder einer Hauswand.
Bei der letzten Maßnahme wird es absurd
Eine Hoffnung gibt es noch, um potenziell für deutliche Verbesserung bei den Frametimes zu sorgen: Das Senken der Auflösung und der Detailstufe. Warum es generell keine gute Idee ist, alle Grafikoptionen auf Anschlag zu stellen, erfahrt ihr übrigens im Artikel Teure Hardware kaufen - Eine schlechte Angewohnheit kostet mich unnötig Geld
.
In der GTA Trilogy sorgt das Senken der Grafikqualität allerdings auf unseren beiden Testsystemen für das Gegenteil dessen, was zu erwarten wäre: Wenn wir statt in WQHD (2560x1440) in Full HD spielen (1920x1080) und die Grafikdetails in den Optionen deutlich reduzieren, verschlechtert sich die Performance klar statt sich zu verbessern.
Wir haben diese Ergebnisse mehrfach gegengetestet, auch auf weiteren PCs. Das Ergebnis war stets das Gleiche. Zur besseren Übersicht beschränken wir uns in den folgenden Benchmarks dazu auf Messungen am Tag.
Zusatzmessungen in Full HD und mittleren Details - GTA III
Am Tag, DDR4-3600
- avg. FPS
- 99th Percentile
- 99,9th Percentile
- 0,0
- 24,0
- 48,0
- 72,0
- 96,0
- 120,0
Wie oben zu sehen, tritt diese Verschlechterung bei niedrigerer Last für die Hardware nicht nur auf völlig verschiedenen PCs, sondern auch in allen drei Trilogy-Titeln gleichermaßen auf - ein Kuriosum, das uns in der Form bisher noch nicht begegnet ist.
Performance-Fix per DirectX 12?
Es ist per Launcher-Option in allen drei Trilogy-Titeln möglich, von der Schnittstelle DirectX 11 zu der neueren Version DirectX 12 zu wechseln. Das haben wir uns bereits in einem separaten Artikel samt Anleitung kurz angeschaut, ihr findet ihn unter diesem Link: Performance-Fix soll die Leistung verbessern, was ist dran?
.
In Kurzfassung kann DirectX 12 die Situation auch durch eine höhere Auslastung der Hardware spürbarverbessern, wie die erste der drei Grafiken zu San Andreas unten zeigt. Solche Frametimes haben wir unter DirectX 11 nie zu Gesicht bekommen.
Wie die zweite Grafik eines weiteren Benchmark-Durchlaufs zeigt, können nervige Ruckler aber auch unter DirectX 12 noch vorkommen. Das Bild ähnelt ziemlich stark der dritten Grafik, die eine Messung im selben Spiel unter DirectX 11 darstellt. Außerdem konnten wir DirectX 12 auf dem zweiten Testsystem mit RX 6900 XT nicht zuverlässig nutzen, weil die Spielwelt beim Laden teilweise abgestürzt ist.
Da sich der Wechsel der Schnittstelle durch das Entfernen der Launcher-Option jederzeit wieder rückgängig machen lässt, ist das Spielen unter DirectX 12 aber dennoch zumindest einen Versuch wert.
Rockstar selbst zeigt, wie es deutlich besser geht
Abschließend zeigen wir euch zum Vergleich noch das positive Performance-Beispiel eines Open-World-Spiels mit rasanten Autofahren, genauer gesagt geht es um Rockstars eigenen Dauerbrenner Grand Theft Auto 5.
Die folgenden Frametimes sind mit dem Mittelklasse-System aus den ersten Benchmarks bei maximalen Details in WQHD-Auflösung entstanden. Wie groß der Unterschied zur Trilogy ist, wird vor allem im direkten Vergleich mit der Frametime-Grafik aus der Neuauflage von Vice City auf demselben PC deutlich.
Während sich GTA 5 die meiste Zeit über butterweich anfühlt und es keine nennenswerten Ausreißer bei den Frametimes gibt, zeigt das optisch klar schlechter aussehende Vice City aus der GTA Trilogy eine ungleichmäßige Performance und wiederholt auftretende Ruckler.
Definitiv nicht die Definitive Edition
Im Höchsttempo durch die eindrucksvollen Spielwelten von GTA zu rasen, gehört seit jeher zum Kern der vermutlich berühmtesten Reihe der Videospiel-Geschichte bislang. Eine Neuauflage mit dem selbstbewussten Zusatz The Definitive Edition
kann es sich nicht leisten, ausgerechnet in diesem Bereich Performance-Probleme zu haben.
Immerhin scheint das Rockstar (beziehungsweise dem Auftragsentwickler Groove Street Games) bewusst zu sein, schließlich kündigt der Tweet zum erneuten Verkaufsstart bereits Verbesserungen an der Performance an. Der Weg, der hier noch gegangen werden muss, ist aber weit - bleibt nur zu hoffen, dass er nicht zu weit ist.
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