Fazit: Halo: Campaign Evolved im Test – Ich möchte das Shooter-Remake lieben, aber ohne rosarote Nostalgie-Brille fällt's mir schwer

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Fazit der Redaktion

Jesko Buchs
@Sora5513

Campaign Evolved hat mir den Test nicht leicht gemacht. Denn in meinem Herzen verdienen die alten Bungie-Halos immer eine glatte 90. Doch mit einem Rezept, das Anfang der 2000er mal als revolutionär galt, gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr - legendäre Marke hin oder her.

Ja, die zeitgemäße Grafik steht dem ersten Abenteuer des Master Chiefs gut zu Gesicht; das Sprinten und die aus den späteren Halo-Teilen übernommenen Gegnertypen und neuen Waffen modernisieren das Spiel spürbar. Auch die überarbeiteten Karten tragen zum frischen Eindruck bei.

Auf der anderen Seite braucht es für ein gutes Remake mittlerweile mehr als das. Denn bis auf die Optik sind die Änderungen nur marginal. Der fehlende Multiplayer ist für Fans ein Sakrileg, dazu kommen die unrunde Performance, zu wenig Grafikoptionen und viel zu viel Backtracking. Auch die Waffen fühlen sich irgendwie nicht mehr ganz so knackig an, wie in meiner Erinnerung.

Für Liebhaber der Reihe ist Campaign Evolved dank der vielen Schädel und Bonusmissionen ein nettes Extra. Ob das Remake allerdings dazu beiträgt, Halo auf der PlayStation ein neues Publikum zu erschließen, wage ich zu bezweifeln. Da hätte es sich Microsoft mit einem Port der Master Chief Collection deutlich leichter machen können. Die bietet jede Menge Inhalt und alle guten Serienteile auf einmal - zum deutlich kleineren Preis.

Allerdings dürfte es Microsoft hier ohnehin nicht nur um das Remake an sich gegangen sein. Da auch die zukünftigen Halo-Projekte in der Unreal Engine entstehen sollen, ist anzunehmen, dass Microsoft Campaign Evolved intern auch als Testplattform für einen kommenden weiteren Serienteil genutzt hat. Ich persönlich hoffe sehr, dass das Team die richtigen Lektionen daraus gelernt hat, denn die Halo-Reihe und ihre Fans hätten so dringend mal wieder einen richtigen Kracher verdient.

Fazit der Redaktion

Dimitry Halley
@dimi_halley

Ich sag's gerade heraus: Mich enttäuscht Halo: Campaign Evolved. Ja, das Remake sieht fantastisch aus, und ja, ich liebe viele der Neuerungen, zum Beispiel das Energieschwert oder den Sprint-Button. Aber die Neuauflage strauchelt ausgerechnet dort, wo das Original in meinen Augen auch nach 25 Jahren noch vielen modernen Shootern davonläuft: bei den Kämpfen und der Gegner-KI.

Jesko erwähnt es im Test, für mich wiegt dieses »Masse statt Klasse« doppelt und dreifach. Selbst auf legendärem Schwierigkeitsgrad hatte ich damals so einen Spaß damit, mir an Eliten die Zähne auszubeißen, weil dieses ganze Taktik-Schach mit unterschiedlichen Waffen sich so fair anfühlte: Selten waren mehr als zwei Elites auf einmal im Feld – und wer genug Munition haushaltet und einen wertvollen Waffenslot mit der popeligen Plasmapistole belegt, hat eine faire Chance. Jetzt gibt's insgesamt mehr Munition, mehr Gegner, mehr alles, aber dadurch fühlt sich das Remake auch stumpfsinniger und schlechter ausbalanciert an.

Im Original war eine erfolgreiche Sticky-Granate (also dem Gegner eine Granate an den Allerwertesten tackern) wie ein Sechser im Lotto; jetzt passiert das häufiger, verursacht aber auch weniger Schaden. Wo im Original ein einzelner Elite mich hinter einer Ecke überrascht, stürmen im Remake instantan drei Elites ohne Selbsterhaltungstrieb auf mich zu und schlagen den Master Chief zusammen, als wären wir hinter einer Bahnhofskneipe. Neu laden, auswendig lernen, puh.

Im Level Truth and Reconciliation kämpfe ich am Orbitalaufzug gegen Gegnerwellen – im Original schickt mir Foehammer Verstärkungstruppen, im Remake muss ich alleine klarkommen. Welle für Welle für Welle. Das spielt sich viel, viel zäher; und auch weniger imposant.

Vielen Fans und vor allem Neueinsteigern wird das herzliche wumpe sein, weil es erst auf hohen Härtegraden relevant wird. Und hey, Campaign Evolved ist auch ein guter Shooter, keine Frage. Aber wenn mich jemand nach dem Genie des ersten Halo fragt, dann würde ich ihn oder sie wahrscheinlich immer noch zur CE-Variante der Master Chief Collection schicken. Und das frustriert mich ungemein, denn ich bin es langsam leid, als Halo-Fan immer nur in die Vergangenheit schauen zu müssen.

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Kommentare(44)
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