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Sollten Spiele bei den Hardware-Preisen die Grafik-Bremse ziehen? Radikaler Vorschlag löst Debatte aus

Erst waren es die Grafikkarten, jetzt ist es der Arbeitsspeicher. Hardware ist aktuell teuer wie nie - Spieler und Experten fragen sich daher, ob schlechte Grafik ein Weg aus der Krise sein kann.

Grafikpracht wird immer teurer. Doch statt auf ordentliche Optimierung für schwache Systeme setzen viele Hersteller auf KI-Lösungen. Grafikpracht wird immer teurer. Doch statt auf ordentliche Optimierung für schwache Systeme setzen viele Hersteller auf KI-Lösungen.

Ordentliche Spiele-Hardware ist aktuell ein begehrtes Gut. Im Zuge des Krypto-Mining-Booms vor fünf Jahren gingen Grafikkarten plötzlich weg wie geschnitten Brot; der jetztige KI-Hype sorgt seit Monaten für horrende Arbeitsspeicher-Preise, da die Hersteller ihre Kapazitäten lieber dem Ausbau von Rechenzentren widmen als uns kleinen Ottonormalverbrauchern.

Durch die Hardware-Knappheit und steigende Preise wird Gaming aktuell zunehmend zum Luxusgut. Sony, Xbox und Nintendo reagierten bereits mit Preisanpassungen bei ihren Konsolen. Und auch wer seinen PC in den nächsten Jahren zukunftsfähig aufrüsten will, steht vor deutlich höheren Ausgaben als noch vor Corona.

Angesichts dessen fragen sich viele Spieler, wie lange dieser Teuerungstrend noch weitergehen kann und ob es nicht noch andere Auswege aus der Hardware-Krise gebe. Ein Vorschlag sorgt nun auf Reddit für Diskussionen: Da Grafikkarten immer teurer werden, sollten Entwickler auf bessere Grafik verzichten und stattdessen weiterhin ältere Karten bedienen, um auch finanzschwache Spieler anzusprechen.

Video starten 1:19 Unreal Engine 6 enthüllt: Epic zeigt erste Bilder der Next-Gen-Grafik

Der Verfasser des Threads schreibt, er spiele mittlerweile fast ausschließlich auf seiner Switch, da sein »Laptop die überwiegende Mehrheit der neu erscheinenden Spiele nicht bewältigen kann.« Angesichts der aktuellen Preise könne er sich auf absehbare Zeit keinen neuen Laptop leisten. Monobrobe wirft zudem die Frage auf, was Entwickler dazu treibe, Spiele zu entwickeln, die die Systeme vieler Nutzer in die Knie zwingen. Man könne doch auch gute Spiele machen, die grafisch nicht so anspruchsvoll seien.

In den Kommentaren findet Monobrobes Vorschlag viel Zuspruch. Viel wichtiger als reine Grafikpracht sei etwa ein passender Stil, schreibt baroqueout. Angesichts der hohen Hardware-Preise sei es gerade jetzt sinnvoll, Spiele zu entwickeln, die auf allen möglichen Systemen laufen können, schreibt MetalSonic_69.

Ein anderer User findet wiederum, Entwickler sollten sich stärker auf die Optimierung ihrer Spiele konzentrieren und versuchen, ähnliche Effekte mit geringerem Rechenaufwand zu erzielen, statt alles komplett zurückzufahren. Genau darin liegt allerdings aus Herstellersicht schon ein Problem.

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Denn die Optimierung von Spielen für schwächere Systeme und die damit verbundene Qualitätssicherung verschlingt mehr Zeit und Geld, als viele Publisher bereit sind, auszugeben. Zudem hat sich Industrie in den letzten Jahren stark am Schlagwort Fotorealismus festgebissen und setzt eher auf KI-basierte Upscaling Technilogien wie DLSS und FSR, um die Performance moderner Spiele anzukurbeln, statt wirklich was am Code zu ändern.

Kein optisches Downgrade in Sicht

Auch die Experten von Digital Foundry sehen bei einem Blick in die Zukunft der Spielegrafik eher mehr statt weniger Hardware-Hunger voraus. Die Technik-Analysten widmeten sich kürzlich in einem Q&A genau dieser Problematik.

Ihre klare Antwort auf die Reddit-Forderung nach künstlich beschnittener Grafik: Entwickler werfen ihre ambitionierten Visionen für Triple-A-Spiele nicht über Bord. Große Publisher wollen ihre Titel auf möglichst vielen Geräten verkaufen – vom Steam Deck bis zum absoluten High-End-Rechner. Daher rückt für die Studios eher einfache Skalierbarkeit in den Fokus, kein generelles Grafik-Downgrade.

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Alte Grafikkarten als Flaschenhals

Aktuell besitzt rund ein Drittel aller PC-Spieler eine Grafikkarte mit exakt acht Gigabyte Videospeicher (VRAM). Modelle wie die weitverbreitete RTX 4060 oder die RTX 5060 liefern zwar enorme Rechenpower, leiden aber immens unter diesem knappen Speicher. Arbeiten Studios unsauber, zwingt der VRAM-Mangel die Spieler zu matschigen Texturen oder ruiniert die Bildrate.

Digital Foundry verlangt von den Entwicklern deshalb nicht weniger Details, sondern klügere Technik. Statt riesige Datenmengen mit roher Gewalt in den Speicher zu pressen, setzen moderne Engines wie die Unreal Engine 5 auf intelligentes Textur-Streaming und bessere Komprimierung.

Auch KI-gestütztes Upscaling verschiebt die Last künftig vom Speicher auf die Rechenkerne der Grafikkarte. Von dieser erzwungenen PC-Optimierung profitieren am Ende auch Konsolen mit weniger Arbeitsspeicher, wie die Xbox Series S oder die Nintendo Switch 2.

Die nächste Konsolen-Generation ändert alles

Die Technik-Experten wagen auch einen Blick in die fernere Zukunft – und der dämpft die Hoffnungen auf sinkende Anforderungen massiv. Da moderne Technik-Features wie Pathtracing oder KI-Anwendungen enorm viel Speicher fressen, rechnet Digital Foundry bei der nächsten Konsolen-Generation mit mindestens 24 Gigabyte an verbautem Speicher.

Sobald Sony und Microsoft diese neuen Maschinen auf den Markt bringen, werden auch die PC-Anforderungen explosionsartig ansteigen. Grafikkarten mit acht Gigabyte VRAM fliegen dann endgültig aus den Mindestanforderungen für aktuelle AAA-Blockbuster. Die heutigen 16 Gigabyte der PlayStation 5 bilden künftig die absolute Untergrenze für PC-Gamer. Wer auf ein baldiges Ende der Hardware-Spirale hofft, den enttäuscht dieser Ausblick auf die Gaming-Zukunft also.

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