Hitman kassiert auf GOG gerade massive Kritik, was steckt dahinter?

Hitman: Game of the Year Edition ist vor kurzem auf GOG erschienen und wird dort von den Spielern verrissen. Die Debatte dreht sich um DRM und Online-Zwang.

von Stephanie Schlottag,
11.10.2021 09:46 Uhr

Update vom 11. Oktober 2021: GOG hat Hitman nach der massiven Kritik vieler seiner User nun aus dem Store geschmissen. Im Forum zum Thema meldete sich die Community-Managerin Gabriela Siemienkowicz zu Wort und und entschuldigt sich für den Release, der in dieser Version nie hätte stattfinden dürfen.

Demnach gelobe man für die Zukunft Besserung und befinde sich aktuell im Gespräch mit IO Interactive, ob und wie das Spiel wieder auf GOG landen könne. Warum es massive Kritik an der GOTY-Version von Hitman auf GOG gab, könnt ihr in unserer ursprünglichen Meldung zu dem Thema nachlesen.

Ursprüngliche Meldung: Hitman (das Spiel von 2016) hat international viel Lob und tolle Bewertungen gesammelt. Auch unter den Spielern ist die Assassinen-Sandbox nach wie vor sehr beliebt. Wie kann es also sein, dass es zum Release bei GOG einen regelrechten Shitstorm kassiert?

Ist das DRM oder nicht?

Das ist passiert: Hitman ist als GOTY-Edition bei der Spiele-Plattform GOG erschienen. Aktuell steht es dort bei einer miserablen Durchschnittswertung von 1,4 / 5 Sternen. Und das, obwohl sich viele Spieler ausdrücklich sehr auf Agent 47 gefreut hatten! Der Grund ist ein umstrittenes Online-Speichersystem.

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Das ist das Problem der Spieler: GOG unterscheidet sich von Steam und Epic vor allem darin, dass es Spiele ohne DRM (Digital Rights Management, eine Möglichkeit, den Kopierschutz zu wahren) anbietet. DRM hat sich einen ziemlich schlechten Ruf erarbeitet, unter anderem, weil manche im Verdacht stehen, zu Performance-Problemen und Abstürzen zu führen. Zum Beispiel die Denuvo-Technologie.

Im aktuellen Fall von Hitman fühlen sich viele GOG-Nutzer jetzt aber getäuscht. Denn das Spiel kommt zwar ohne ein spezielles Kopierschutz-Programm daher - aber viele Funktionen sind an eine Online-Verbindung gebunden. Heißt im Klartext, wenn ihr offline spielen wollt, dann könnt ihr auf bestimmte Missionen nicht zugreifen, etwa auf solche, die von anderen Nutzern gebaut wurden.

Noch viel mehr Kritik gibt es momentan dafür, dass sich vieles auch nur im Online-Modus freischalten lässt, zum Beispiel neue Gegenstände, Verkleidungen, Startpunkte und so weiter. Für Hitman nicht ganz unwichtig, denn momentan habt ihr im reinen Offline-Modus zwar Zugriff auf die Story, könnt die Missionen aber nur mit der Startausrüstung spielen. Das erübrigt einen zweiten Durchgang, um die neu erspielte Waffe zu testen - genau das macht aber einen essenziellen Teil der Hitman-Spiele aus.

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So reagiert GOG

Inzwischen gibt es auf der Shopseite von Hitman GOTY einen Warnhinweis, der besagt, dass bestimmte Missionstypen im Offline-Modus nicht zugänglich sind. Allerdings wird nicht explizit erwähnt, dass euch auch die Freischaltungen versperrt bleiben, außer ihr verbindet euch mit den Servern von Entwickler IO Interactive.

Im offiziellen Forum ist außerdem folgendes Statement von GOG zu lesen:

Liebe GOG Community! Danke, dass ihr uns auf dieses Thema aufmerksam macht. Wir schauen uns das an und werden euch in den kommenden Wochen ein Update geben. Falls ihr Hitman gekauft habt und mit der veröffentlichten Version nicht zufrieden seid, dann könnt ihr von eurem Recht Gebrauch machen, das Spiel zurückzugeben. Während wir für konstruktive Diskussion und Feedback offen sind, werden wir Review-Bombing nicht tolerieren und Posts entfernen, die nicht unseren Review-Richtlinien entsprechen.

Das Rückgaberecht bei GOG gilt für 30 Tage nach dem Kauf. Aktuell stehen hunderte negative Nutzer-Reviews unter Hitman, ein Teammitglied hat ausdrücklich klargestellt, dass Kritik, in der vor den aktuellen Problemen gewarnt wird, nicht automatisch als Review-Bombing eingestuft wird. Ob es demnächst eine vollwertige Offline-Version des Attentäter-Spiels bei GOG geben wird, ist noch unklar.

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