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Horizon Zero Dawn im Test: Auch auf dem PC ein Open-World-Meisterwerk

Eine imposante Open World und gewaltige Robo-Tiere: Das Erfolgsrezept von Horizon Zero Dawn funktioniert auf dem PC - inzwischen auch ohne Technik-Probleme.

von Elena Schulz,
10.08.2020 15:17 Uhr

Horizon Zero Dawn im PC-Test: Warum uns die Open World auch hier so überzeugt. Horizon Zero Dawn im PC-Test: Warum uns die Open World auch hier so überzeugt.

Update vom 29. Januar 2021:
Wir haben Horizon Zero Dawn nach Patch 1.10 um fünf Punkte aufgewertet, weil das Update gemeinsam mit den bisherigen Patches Absturzprobleme, Performance-Einbrüche, Bugs und mehr aus der Welt schafft. In unserem Artikel zur Aufwertung lest ihr, was genau die Patches verbessern, wie unser aktuelles Spielerlebnis war und wie das Feedback der Spieler ausfällt.

Das Gras leuchtet violett. Nein, nicht komplett! Das wäre ja albern, wir sind hier schließlich nicht in No Man's Sky. Farbige Streifen durchziehen die Landschaft nur dort, wo die gewaltigen Maschinen-Tier-Mischwesen entlang staksen. Der sogenannte Fokus an Heldin Aloys Ohr - eine Art Bluetooth-Headset mit sehr praktischen Zusatzfunktionen - markiert ihre Wege für mich. Einer der Wächter, der wie ein kleiner Dino mit Zyklopenauge aussieht, schlägt sofort Alarm, wenn er Gefahr wittert.

Er dreht seine wie ein riesiges Auge geformte Linse in die Richtung der im hohen Gras versteckten Heldin. Über seinem Kopf erscheint ein gelbes Fragezeichen, er hat etwas bemerkt und geht langsam auf Aloy zu. Näher, noch etwas näher. Sein Auge leuchtet kurz rot auf und wird im selben Augenblick von einem Speer durchbohrt, den die Kriegerin genau wie ihren Bogen praktischerweise immer bei sich trägt. Sie rollt sich weg, legt an und schickt eine zweite Maschine mit einem Pfeil gleich hinterher in die ewigen Jagdgründe.

Horizon Zero Dawn - Screenshots aus der PC-Version ansehen

Willkommen in der Welt von Horizon Zero Dawn, in der riesige Metalltiere auf ein postapokalyptisches Amerika voller primitiver Stämme und eine mutige, rothaarige Bogenschützin treffen, die das Geheimnis hinter dieser eigenartigen Kombination ergründen will. Was nach Quatsch klingt, erzählt mir die über 30 Stunden lange Kampagne überraschend glaubhaft und wendungsreich - selbst der komische Titel wird erklärt.

Das Open-World-Abenteuer bietet aber noch mehr als eine kreative SciFi-Story, gerade auf dem PC: Denn die schon auf der PS4 atemberaubenden Landschaften werden hier noch einmal detaillierter inszeniert, mit schärferen Texturen und höheren Frameraten - wenn keine technischen Probleme dem Erlebnis im Weg stehen. Bleiben sie aus, ist Horizon auch auf dem PC ein fantastisches Spiel, das mit einem The Witcher 3 oder Red Dead Redemption 2 konkurrieren kann. Aber klären wir mal, warum das so ist und wo vor allem die PC-Version glänzt.

Inhalt der Complete Edition:

  • Das Hauptspiel Horizon Zero Dawn (30 - 60 Stunden Spielzeit)
  • Die Erweiterung The Frozen Wilds (etwa 15 Stunden Spielzeit - neues Gebiet, Storymissionen und Gegner)
  • Ingame-Items: Zusätzliche Outfits, Bögen und Rohstoffe der Stämme Carja, Nora und Banuk

Neuerungen der PC-Fassung:

  • Ultra-Wide-Support: 21:9-Bildschirme werden unterstützt.
  • Kein Framerate-Limit: Während die PS4-Version auf 30fps beschränkt ist, ist die Framerate auf dem PC nach oben offen.
  • Dynamisches Blattwerk: Ihr könnt die Dichte der Vegetation nach Belieben und eurer Rechnerleistung anpassen.
  • Mehr Grafikoptionen: Texturen lassen sich zum Beispiel anpassen und es gibt einen FOV-Slider.
  • Optische Verbesserungen: Reflexionen sehen beispielsweise schicker aus als auf der Konsole.
  • Steuerung: Neben dem Controller werden auch Maus- und Tastatur unterstützt. Die Tastatursteuerung lässt sich auch anpassen.
  • Benchmarking-Tool: Darüber könnt ihr die Performance auf eurem System überprüfen.

Wilde Welt, gute Technik

Horizon basiert auf derselben Engine wie Death Stranding und hat uns als rund laufender PC-Port überzeugt. Wir haben beim Test nicht nur mit einer Geforce RTX 2070 als Grafikkarte gespielt, sondern das Spiel auch mit einer sechs Jahre alten Geforce GTX 970M auf einem Notebook ausprobiert. Selbst dort lief das Open-World-Abenteuer noch mit hohen Details und einer flüssigen Framerate. Darüber hinaus lässt sich viel direkt anpassen, beispielsweise die Texturschärfe oder die Dichte der Vegetation.

Läuft alles rund, besticht die Welt von Horizon durch das Gefühl, wirklich raue, unberührte Natur zu durchschreiten. Als Heldin Aloy erklimme ich schneebedeckte Bergrücken, schleiche durch dichte Wälder, stürze mich in reißende Flüsse oder überblicke weitläufige, rotgefärbte Canyons - alles untermalt vom mitreißenden Soundtrack, der meiner Reise einen epischen Charakter verleiht. Überall begegne ich kleinen Tieren wie vorbeihuschenden Füchsen und entdecke die Ruinen einer längst vergessenen Zivilisation. Die baute allerdings keine steinernen Burgen, sondern Wolkenkratzer aus Stahl, denn Aloys Heimat zeigt die Vision einer fernen Zukunft. Wie es dazu kam, verrät mir das Spiel später noch.

Für den Anfang bewundere ich nur die atmosphärische Beleuchtung und das dynamische Wetter samt Tag-Nacht-Rhythmus, das die Umgebung mal in dichten Nebel und herabprasselnde Regengüsse und mal in eine tiefrote Abendsonne taucht. Und dann sind da noch die Maschinen. Manche durchziehen angelehnt an Rinder oder Rotwild das Land in Herden, andere stoßen wie metallene Greifvögel vom Himmel herab oder lauern als Blechkrokodile im Wasser. Ihre Animationen lassen sie zum Beispiel beim Angreifen zu gewaltigen Sprüngen ansetzen, friedlich mit gesenktem Kopf grasen oder ruckartig den Kopf heben, wenn Gefahr droht und insgesamt erstaunlich lebensecht wirken.

Die Welt von Horizon sieht nicht nur grafisch hübsch aus, sondern offenbart dank Maschinenherden und Hochhaus-Ruinen auch einige interessante Details, die neugierig auf die Story machen. Die Welt von Horizon sieht nicht nur grafisch hübsch aus, sondern offenbart dank Maschinenherden und Hochhaus-Ruinen auch einige interessante Details, die neugierig auf die Story machen.

PC-Technik von Horizon im Experten-Check


Nils Raettig, Hardware-Redaktion: Wir konnten Horizon: Zero Dawn auf den meisten unserer Testsysteme ohne Probleme wie Abstürze spielen. Die traten bei vielen Spielern direkt nach dem Release auf, sind inzwischen aber größtenteils behoben - genauso wie Performance-Einbrüche oder auch Bugs.

Lange Ladezeit zu Beginn: Ein mit allen Systemen auffälliges Problem ist die Shader Compilation, die man auch von Call of Duty kennt. Sie erfolgt beim ersten Start und dauert sehr lange, selbst mit schneller Hardware. Dieses Problem findet sich aktuell auch noch in Version 1.10 wieder. Auf einem PC mit Core i9 9900K, RTX 2080 Ti, 16,0 GByte RAM und SSD mussten wir fast neun Minuten warten.

Patches haben bereits Änderungen an der Shader Compilation vorgenommen, aber es für manche Spieler noch schlimmer gemacht. Nun startet die Shader Compilation bei einigen älteren Systemen nicht mehr nur beim ersten Start oder bei der Neuinstallation des Treibers oder dem Wechsel der Grafikkarte, sondern bei jedem Spielstart.

Ob und wie die Shader Compilation noch verändert oder verbessert wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Im Vergleich zur deutlich flüssigeren Performance fällt das aber nicht so stark ins Gewicht, gerade auf schnellerer Hardware.

Performance mit Mittelklasse-Hardware: Horizon sieht oft sehr gut aus, der Anspruch an die Hardware schwankt allerdings je nach Szene recht stark. Mit einer Geforce GTX 1060 erreichen wir beispielsweise in Kombination mit dem Core i5 2500K und 8,0 GByte RAM auch auf maximalen Details in Full HD in bestimmten Bereichen des Spiels etwa 45 fps ohne störende Framedrops, in anderen Szenen sind es dagegen eher 30 fps.

Horizon Zero Dawn im Gameplay-Trailer: Die PC-Version sieht fantastisch aus 1:31 Horizon Zero Dawn im Gameplay-Trailer: Die PC-Version sieht fantastisch aus

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