House of the Dragon nähert sich dem Ende der ersten Staffel. Die vorletzte Folge spielt sich einzig und allein in Königsmund ab, um die Machtübernahme der Familie Hohenturm in den Mittelpunkt zu stellen.
Game of Thrones war dafür bekannt, in den neunten Folgen der einzelnen Staffeln besonders aufsehenserregend zu sein: Die Schlacht am Schwarzwasserhafen, Die Schlacht der Bastarde oder auch die rote Hochzeit – alles neunte Folgen.
House of the Dragon ist in der Episode zwar nicht ganz so actionreich, aber nicht weniger wichtig: Mit der Krönung Aegons beginnt nun unausweichlich der sagenumwobene Tanz der Drachen. Wir haben vier Details herausgesucht, die euch vielleicht sonst durch die Finger geglitten wären:
#1: Ser Arryk und Ser Erryk Cargyll
Die Zwillingsbrüder der Königsgarde sehen sich zum Verwechseln ähnlich und haben dazu noch fast identische Namen. Als ob die Serie nicht ohnehin schon mit Namensdopplungen zu kämpfen hat – selbst Alicent hat aufgrund der gleichen Namen in der letzten Folge ein fatale Schlussfolgerung gezogen, die schlussendlich zu dieser Misere führte. Unsere Analyse zu Folge 8 könnt ihr hier nachlesen:
Die Brüder gehören einem eher kleinen Haus in den Kronlanden an, ihre Heimat ist also ganz in der Nähe von Königsmund. Ihr Banner ist eine goldene Gans vor einem schwarz-rot gestreiften Hintergrund. Falls ihr den Überblick verloren habt, wer nun wem treu ist: Während Ser Arryk in Königsmund bleiben will und “den Grünen”, also Alicent und ihren Kindern dienen möchte, scheint Erryk eher mit Rhaenyra und ihrer Familie zu sympathisieren.
Womöglich macht sich Erryk mit seinem Lord Kommandanten Harrold Westerling auf, um Rhaenyra zu dienen. Letzterer hat in den Büchern übrigens nicht ansatzweise so eine tragende Rolle, wie in House of the Dragon. Dort ist er nicht viel mehr als eine Randnotiz hier und da.
#2: Die Gegenstände des Königs
In der Welt von Eis und Feuer sind Symbole ein wichtiges Gut. Ein legitimes Recht auf den Thron wird schnell angezweifelt, wenn der Usurpator "königlicher” wirkt. In Westeros erbt der Thronfolger beispielsweise einige Gegenstände, die ihn legitimer für den Thron wirken lassen. Aegon, der Zweite seines Namens erhält in Folge 9 nicht nur den Dolch von Viserys, sondern auch das valyrische Schwert Schwarzfeuer.
Das sagenumwobene Schwert führte einst Aegon der Eroberer, als er in Westeros einmarschierte. Seitdem wird die Klinge von König zu König weitergegeben. Viele Jahre nach dem Tanz der Drachen führt eben jenes Schwert erneut zu einem Krieg, als dieses an einen legitimierten Bastard und nicht an den Thronfolger verschenkt wird. Damit startete die erste Schwarzfeuer-Rebellion, die den Targaryens fast zum Verhängnis wurde.
Wenn ihr mehr über die Zeit der Schwarzfeuer-Rebellionen erfahren wollt, findet ihr in unserem Stammbaum-Artikel der Targaryen-Dynastie einige spannende Infos:
Dazu hat Aegon nun eine andere Krone - höchstwahrscheinlich die gleiche, die Aegon der Eroberer einst trug. Nachdem Maegor ein grausamer König war, weigerte sich sein Nachfolger Jaehaerys den gleichen Kopfschmuck zu tragen und ließ sich eine goldene herstellen. Diese erbte dann wiederum Viserys, die er während der Serie immer wieder auf dem Kopf hatte.
Aegons Krone schaut dagegen genau so aus, wie sie in den Büchern beschrieben und im Intro der Serie dargestellt wird. Im Intro befinden sich übrigens auch einige Details, die ihr hier nachlesen könnt:
Als wären das nicht schon genug königliche Symbole von seinem Vorfahren, hat er dazu noch den Dolch, der von Generation zu Generation weitergereicht wird. Die damit verbundene Geschichte über Aegons Traum, dass eines Tages die weißen Wanderer den Norden angreifen, weiß Aegon jedoch nicht – nur Rhaenyra ist sich dessen bewusst.
#3: Helaena versteht das Spiel um den Thron
Die Schwester-Frau von Aegon hat vorhersehende Träume - darüber berichteten wir bereits zu Episode 7 – aber offensichtlich versteht sie auch das Spiel um den Thron besser als alle anderen.
In Folge 9 spricht sie mit einer Magd darüber, dass es die Bestimmung von allen sei, sich nach den Dingen zu sehnen, die andere besitzen. Der Satz ist nicht nur allgemein oft zutreffend, sondern beschreibt House of the Dragon gänzlich.
Alicent sehnt sich nach der Freiheit, einen eigenen Willen zu haben und diesen durchzusetzen wie Rhaenyra. Kriston Kraut ist neidisch auf Rhaenyra, weil sie als Adelige mit allem aufgewachsen ist, was er nie hatte. Rhaenyra dagegen mochte am Anfang der Serie ohne Verantwortung leben, wie Kriston es einst hatte. So gut wie jeder Konflikt in der Serie dreht sich um diesen einen Satz, den Helaena in dieser Episode ausspricht.
Aber auch abseits davon spricht Helaena wieder von zukünftigen Ereignissen. Immerhin warnt sie Alicent, dass sich ein Biest unter den Brettern befindet – gut möglich, dass damit der Drache Meleys gemeint ist, der bei der Krönung von Aegon aus dem Untergrund hervorbricht. Genau den gleichen Satz erwähnte sie auch schon in Episode 8.
Alle Drachen der Serie samt ihrer Vorgeschichte könnt ihr übrigens hier nachlesen:
#4: Das Gebet bei Aegons Krönung
Als Aegon zum König von Westeros ernannt wird, spricht sein Großvater ein paar Worte zu den sieben Göttern - jedoch genau genommen nur zu vieren. Die Hand des Königs erwähnt den Krieger, den Schmied, den Vater und das alte Weib. Es fehlen jedoch die Mutter, die Jungfrau und der Fremde.
Dass der Fremde bei der Krönung eines neuen Königs nicht erwähnt wird, ist nachvollziehbar. Immerhin steht dieser für das Unbekannte und den Tod. Die Abstinenz von der Mutter ist womöglich auch noch nachvollziehbar, da diese die Mutterschaft und Fruchtbarkeit repäsentiert. Jedoch auch die Barmherzigkeit, die ein machthungriger Otto bei seinem Enkel womöglich nicht sehen möchte.
Dass die Hand des Königs nicht die Jungfrau erwähnt, liegt klar auf der Hand, wenn einem bewusst ist, wofür diese steht: Unschuld, Keuschheit und Schönheit. Wenn Aegon nämlich eins sicherlich nicht ist, dann keusch. Unschuldig ist er ebenfalls kaum, wenn man seine vergangenen Taten als Jugendlicher bedenkt.
Weitere spannende Feinheiten
Wo bleibt Daeron Targaryen? Buchkenner vermissen das vierte Kind von Alicent und Viserys, Daeron. Der jüngste Spross des königlichen Paars ist in der gesamten Serie noch nicht vorgekommen, er wird aber nicht weggelassen. Das bestätigt der Buchautor George R. R. Martin in seinem Blog.
Daeron ist nicht in der Hauptstadt, sondern bei Ottos Bruder Hobert Hohenturm in Altsass. Martin behauptet, sie hätten schlicht keine Zeit in der ersten Staffel gehabt, um ihn auch noch einzuführen. Gut möglich, dass wir Daeron den Wagemutigen aber in Staffel 2 zu Gesicht bekommen.
Was führen die Maester im Schilde? Als Otto und Alicent im kleinen Rat verkünden, dass Aegon den Thron besteigen soll, ist Erzmaester Mellos direkt auf deren Seite und unterstützt die beiden. Kein Wunder, immerhin sind die Maester stark verbunden mit den Hohenturms. Die Zitadelle ist nämlich in Altsass angesiedelt, dem Sitz von Haus Hohenturm.
Ob die Maester wirklich so unparteiisch sind, wie sie sich gerne geben, wird auch in den Büchern angezweifelt. Die geheimnisvolle Barbrey Dustin misstraut ihnen beispielsweise und nennt sie graue Ratten.
Großmaester Pycelle ist in Game of Thrones und vor allem in den Büchern Tywin Lannister treu ergeben und alles andere als unparteiisch. Es gibt auch eine Fan-Theorie die besagt, dass die Maester für die Auslöschung der Drachen verantwortlich sind. Hinter diesen unscheinbaren Charakteren steckt also deutlich mehr, als es vorerst den Anschein macht.
Was haltet ihr von der neunten Episode House of the Dragon? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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