Die Hunt-Spieler werden sich noch gut erinnern: 2024 gab Crytek bekannt, seinem beliebten Extraction-Shooter einen umfangreichen Relaunch zu verpassen. Doch mit dem Start von Hunt: Showdown 1896 machte sich zunächst Ernüchterung unter den Fans breit.
Die Performance schwankte nach dem Engine-Wechsel teils abenteuerlich; der neu eingeführte Bullet Drop sorgte für Kontroversen. Vor allem aber für die verbesserte
Benutzeroberfläche hagelte es von den Spielern Kritik. Denn die sei, so der Konsens damals, deutlich unübersichtlicher und verschachtelter als vorher.
Jetzt, anderthalb Jahre später, haben wir mit Dennis Schwarz, Gameplay Director für Hunt: Showdown bei Crytek, über den Relaunch gesprochen und darüber, wo Hunt im Jahr 2026 technisch und inhaltlich steht. Er gesteht, dass man damals tatsächlich ein Stück weit an den Bedürfnissen der Community vorbei entwickelt habe. Mittlerweile sei es dem Team aber gelungen, das Ruder wieder herumzureißen.
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Damit hätte niemand rechnen können: Hunt Showdown überrascht seine Fans mit einer brandneuen Waffe
Haben viel Lehrgeld bezahlt
Chefentwickler Dennis Schwarz macht rückblickend keinen Hehl daraus, dass der Relaunch von Hunt: Showdown holprig verlief und der Shooter danach einige Reparaturen nötig hatte:
Im letzten Jahr haben wir viele Lektionen gelernt. Mit den letzten Updates haben wir versucht, problematische Bereiche einzufangen, Fehler zu beheben, und auch das Design wieder ein Stück weit zurückzudrehen – hin zu dem, was die Leute traditionell eher mochten.
Wir haben viel Lehrgeld bezahlt, aber ich glaube, dadurch haben wir das Spiel wieder auf ein gutes Level gebracht. Das sehen wir auch an den Spielerzahlen des letzten Events: Die Leute haben wieder Spaß am Spiel, was sie direkt nach dem Relaunch nicht immer hatten.
- Dennis Schwarz (Crytek)
Rosarote Brille beim UI
Doch was sollte das neue Interface damals überhaupt? Die Kernidee dahinter sei gewesen, eine universale Erfahrung auf allen Plattformen zu bieten
, so Schwarz. Das Spiel hat mit Maus und Tastatur gut funktioniert, aber für Controller war es nicht ideal
. Die Umsetzung des neuen Interfaces habe dann aber viele Spieler verschreckt, weil viele Funktionen nicht mehr an ihrem gewohnten Ort waren.
Mittlerweile sei die Stimmung innerhalb der Community beim Thema UI aber deutlich besser geworden - auch weil sich die Leute nun daran gewöhnt hätten, wo bestimmte Optionen oder ihre Lieblingswaffen zu finden seien.
Beim alten UI wird oft die rosarote Brille aufgesetzt. Wenn man ehrlich zu sich ist, war es auch vor dem Relaunch nicht wirklich gut. Man hatte sich einfach daran gewöhnt. Wir wollten da ausbrechen und endlich richtig aufräumen. Die Art und Weise, wie wir das angegangen sind, war aber nicht der ideale Weg.
Ich glaube, wir sind jetzt in einer viel besseren Situation - das zeigen auch unsere Community-Umfragen. Die Benutzeroberfläche sollte in einem Spiel eigentlich gar kein großes Thema sein; sie ist nur da, um dich zu unterstützen und ins eigentliche Spiel zu bringen. Unser Problem mit Update 2.0 war: Das Interface trat durch die Probleme bei der Zugänglichkeit zu sehr in den Vordergrund. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.
- Dennis Schwarz (Crytek)
Allerdings ist die Arbeit an der Benutzeroberfläche noch lange nicht erledigt. So verrät Schwarz, dass das Team aktuell Stück für Stück durch die Menüs geht, um zu schauen, was noch alles verändert werden muss.
Für die Zukunft plant Crytek hier weitere Verbesserungen, wie etwa die Möglichkeit, Preset-Loadouts mit festen Perks (Eigenschaften) auszustatten. Da gekaufte Jäger inzwischen standardmäßig über 10 Upgrade-Punkte verfügen, wäre dies der logische nächste Schritt, um die nötigen Klicks im Menü weiter zu reduzieren.
Auch die Engine und die zugrundeliegende Technik von Hunt seien mittlerweile auf einem viel besseren Stand als vor anderthalb Jahren, sodass man jetzt Experimente wie etwa die kürzlich gestartete Testphase mit 15-Spieler-Matches wagen könnte. Hier sei man allerdings noch in der Auswertungsphase. Ob der 15er-Modus bald permanent seinen Weg ins Spiel findet, dazu will Dennis Schwarz noch nichts sagen.
Wissen endlich, wer wir sind
Auch bei den konkreten Content-Plänen für dieses Jahr will sich Crytek noch nicht allzu sehr in die Karten schauen lassen. Mit Blick auf das achte Launch-Jubiläum von Hunt: Showdown am 22. Februar erklärt Chefentwickler Dennis Schwarz aber, dass man heute an einem besseren Punkt sei als je zuvor. Denn Hunt habe trotz aller Stolpersteine endlich seine Identität gefunden:
Nach acht Jahren wissen wir endlich genau, wer wir sind und für wen dieses Spiel ist. Die Identitätsfrage der Anfangsjahre ist geklärt. Wir haben insgesamt über 10 Millionen Spieler, die das Spiel in diesen acht Jahren gespielt haben, und es wächst jedes Jahr weiter.
- Dennis Schwarz (Crytek)
Der Fokus liege nun darauf, dieses Fundament weiter zu stärken – gemeinsam mit der Community, die dem Spiel auch in holprigen Phasen die Treue gehalten hat.
Der zweite Teil des Interviews zur Zukunft von Hunt: Showdown erscheint voraussichtlich Ende dieser Woche auf GameStar.de. Darin erfahrt ihr, was das Team bei Crytek dieses Jahr noch an neuen Inhalten für seinen Shooter geplant hat und warum eine Zeit ohne Event-Mechaniken für die Entwickler mittlerweile nicht mehr denkbar ist.
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