Es ist fast ein Jahr her, dass ich mich von Netflix verabschiedet habe und euch fünf Alternativen nannte.
Der Grund damals: Das Account-Sharing-Verbot.
Heute bin ich auch meine anderen Tarife losgeworden – bis auf Crunchyroll. Dabei war ich ein großer Verfechter von Streaming, auch wenn es meinen Kindheitstraum zerstört hat.
Warum ich mal 5 Abos gleichzeitig besaß
Es gab eine Zeit, da habe ich mich auf die monatlichen Neuveröffentlichungen der Streaming-Dienste gefreut. So viele Filme und Serien, die es wert sind, zu gucken!
Dementsprechend viel habe ich Netflix und Co. genutzt.
Damals waren die Preise für Streaming-Dienste niedriger als heute. Hinzu kommt, dass Account-Sharing geduldet war, was uns Konsumenten natürlich zum Vorteil gereichte.
Was Crunchyroll in meinen Augen besser macht
Eins vorweg: Um die Qualität der Inhalte soll es hier gar nicht gehen. Über Geschmack lässt sich nicht streiten und was gut oder schlecht ist, empfindet jeder anders.
Die Gründe, warum ich mich auf einen Anbieter begrenzt habe, sind mannigfaltig.
- Die Kosten sind mir mittlerweile zu hoch.
- Ich zahle und sehe teilweise trotzdem Werbung.
- Ich wurde durch Misskommunikation einmal zu viel enttäuscht.
In erster Linie besitze ich seit Jahren Crunchyroll, weil es meinem Geschmack entspricht. Ich schaue gern Animes und hier bekomme ich die größte Auswahl.
Doch auch abseits dessen zieht der Streaming-Anbieter in mehreren Disziplinen mittlerweile an der Konkurrenz vorbei.
Crunchyroll ist fair bepreist
Für den günstigsten Tarif zahlt ihr knapp 7 Euro im Monat – und müsst nicht mal Werbung ertragen. Und es hat noch weitere Vorteile:
- Ihr müsst für bestimmte Titel nicht extra zahlen.
- Bildqualität steckt nicht hinter einer Paywall.
Kurzum: Den ganzen Katalog ohne Hürden gibt es schon für einen einstelligen Betrag.
Wer offline schauen oder auf mehreren Geräten gleichzeitig streamen möchte, zahlt knapp 10 Euro im Monat (oder 8,33 Euro im Jahresabo). Sehr fair, meiner Meinung nach, da nicht jeder diese Funktionen braucht. Man zahlt also für nichts, was man nicht nutzt.
On top gibt’s eine Probewoche und das in einer Zeit, in der andere Streaming-Dienste Probezeiträume längst abgeschafft haben.
Crunchyroll ist aktuell
Simulcast nennt es sich, wenn Streaming-Dienste frische Folgen direkt nach der Ausstrahlung im Originalland (meist Japan) auf ihrer Plattform anbieten. Sprich: Erscheint eine Folge dort im Fernsehen, steht sie auch auf Crunchyroll bereit.
Damit ist man als Anime-Fan weltweit immer up to date (was aus Spoilergründen durchaus wichtig ist, wenn man sich in einschlägigen Communitys bewegt).
Meist sind die Folgen im O-Ton, mit Untertiteln und einige wenige deutsche Synchros werden Wochen später nachgereicht, aber es gibt auch Ausnahmen wie »Kaiju No. 8«, das jede Woche direkt mit deutscher Tonspur zur Verfügung steht.
Crunchyroll kommuniziert
Der Punkt mag seltsam klingen, aber lasst mich erklären.
Nicht jeder neue Anime erscheint automatisch auf Crunchyroll. Auch Netflix und Disney Plus haben den Braten mittlerweile gerochen und kaufen Lizenzen.
Was wie wann erscheint, macht Crunchyroll vorher immer klar und lässt Fans nicht in der Luft hängen (es gibt sogar einen Kalender wie eine Art TV-Programm).
Hier ein Gegenbeispiel zu unerfolgreicher Kommunikation.
Disney Plus zeigt die neue Staffel »Dr. Who«, allerdings hat sich die deutsche Lokalisierung verspätet (u.a. Golem). Kein Problem, Fehler passieren oder Sprecher sind auch mal krank.
Allerdings gab es darüber keinerlei Information. Keine Pressemitteilung, nichts. Erst durch den Aufschrei von Zuschauern in den sozialen Medien, weil die deutsche Tonspur fehlte, gab Disney dann zu, dass es einen technischen Fehler gab.
Und dann ist da noch Prime Video, das ohne etwas zu sagen zwei Funktionen hinter eine Paywall gesteckt hat.
Crunchyroll hat perfekte Untertitel
Untertitel sind für viele kein Thema, für Anime-Fans sind sie essenziell, da es die meisten Titel nur in japanischem O-Ton gibt.
Dementsprechend qualitativ ordentlich müssen Untertitel sein – optisch wie inhaltlich. Und dass ersteres nicht unbedingt selbstverständlich ist, zeigt mein Artikel von Anfang des Monats (mittlerweile sind die Untertitel auf Disney Plus übrigens angepasst und lesbar).
Auch inhaltlich macht Crunchyroll bei seinen Texten eine sehr gute Figur. Wo manche sich Untertitel bei anderen Anbietern wie eine ungelenke Beschreibung dessen lesen, was auf dem Schirm zu sehen ist, ergänzen die Texte manchmal sogar das Gesagte, optimal.
Gibt es euch Nachteile?
Jein. In erster Linie richtet sich der Anbieter an Anime-Fans und deckt keine breite Masse ab, was ihn nicht für jeden interessant macht.
Die allermeisten Simulcasts bekommen keine deutsche Synchronisation spendiert. Wer also keine Untertitel lesen möchte, hat Pech gehabt, weil nur eine handvoll Titel eine Tonspur in unserer Sprache bekommen.
Es gibt keinerlei Goodies. Sprich: 4K und HDR sucht man vergebens, was bei Anime aber verschmerzbar ist, da das Meiste sowieso bunt ist und die Auflösung bei gezeichneten Inhalten nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.
Und dann ist da noch das Lizenzangebot. Das ist zwar top, aber Netflix und Disney picken sich immer wieder Rosinen heraus, die sie Crunchyroll »wegschnappen«; das sind meist Top-Titel, die man als Fan sehen will.
Da kann Crunchyroll freilich nichts dafür, aber als Kunde hat man nicht mehr alle Titel an einem Ort.
Neben Crunchyroll nutze ich noch einen Streaming-Anbieter, der eigentlich gar keiner ist:
Ganz ohne Netflix, Disney Plus oder Prime Video kann ich dann doch nicht. Haben sich genügend interessante Titel angesammelt, dann gönne ich mir auch mal einen Monat einen zweiten Streaming-Dienst.
Ich hoffe einfach darauf, dass die irgendwann kein Geld dafür verlangen, wenn man seinen Account reaktivieren will …
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