Intel Xe DG1-Grafikchips - Benchmark-Vergleich mit mobilen AMD 7nm Vega-GPUs

Mehrere Einträge in Benchmark-Datenbanken zeigen die Leistung von Intels Xe DG1-GPUs im Vergleich zu mobilen AMD Vega-GPUs - die Anzahl der Rechenkerne scheint zudem belegt.

von Alexander Köpf,
04.02.2020 12:44 Uhr

Intels Xe DG1-Grafikkarte ist laut aktueller Benchmark-Ergebnisse schneller als AMDs mobile Vega-GPUs - anders sieht das im Vergleich der integrierten GPUs aus. (Bildquelle: Anandtech) Intels Xe DG1-Grafikkarte ist laut aktueller Benchmark-Ergebnisse schneller als AMDs mobile Vega-GPUs - anders sieht das im Vergleich der integrierten GPUs aus. (Bildquelle: Anandtech)

Intels Xe DG1 GPU ist in mehreren Benchmark-Datenbanken aufgetaucht. Bei 3DMark zeigt sie ihr Potenzial und schlägt die mobile 7 nm Vega-GPUs, die in AMDs Ryzen 4000-Prozessoren stecken, teils deutlich.

Der jüngste Leak stammt dabei vom in Hardware-Kreisen bekannten Twitter-User rogame und belegt die Leistungsfähigkeit des DG1-Grafikchips. Dieser wird von Intel als mobile Variante und auch als Grafikkarte mit dediziertem Videospeicher gefertigt.

Letztere übertrifft dem Leak zufolge AMDs mobile 7 nm Vega-GPU in 3DMark (nicht näher genannt) um bis zu 42 Prozent. Da dedizierte Grafikkarten durch höhere Leistungsaufahme und eigenen Videospeicher in der Regel deutlich leistungsstärker als ihre integrierten Pendants sind, ist die Aussagekraft des Vergleichs jedoch limitiert.

Im Schnitt 15 Prozent schneller

Am besten schneidet die DG1-Grafikkarte zusammen mit dem Intel Core i5 9600K im Graphics Test 2 der Testsuite ab. Dort erzielt sie 40,05 fps, während der Ryzen 7 4800U mit Vega-Chip und 8 Compute Units respektive 512 Stream-Prozessoren auf 28,15 fps kommt (+42 Prozent).

Auch in Graphics Test 3 und 4 liegt DG1 vorn. Lediglich in Test 1 kann der Vega-Grafikbeschleuniger punkten. Durchschnittlich liegt die DG1-Grafikkarte daher rund 15 Prozent vor AMDs mobiler Vega-GPU.

Der DG1-Chip (Genuine Intel CPU 0000) wiederum liegt in puncto Leistung um etwas mehr als 50 Prozent hinter dem Vega-Chip des Ryzen 7 4800U zurück.

Im Vergleich zu den Grafikchips aktueller AMD Ryzen 4000-APUs schneidet Intels Xe DG1-Grafikkarte besser ab - der integrierte DG1-Chip fällt allerdings ab. (Bildquelle: Twitter/@_rogame) Im Vergleich zu den Grafikchips aktueller AMD Ryzen 4000-APUs schneidet Intels Xe DG1-Grafikkarte besser ab - der integrierte DG1-Chip fällt allerdings ab. (Bildquelle: Twitter/@_rogame)

Bei der »Genuine Intel CPU 0000 @ 1,00 GHz« soll es sich im Übrigen um einen Tiger Lake-Prozessor handeln. Darauf gehen wir weiter unten im Text genauer ein.

Woher kommen die Unterschiede?

Graphics Test 1 ist laut rogame besonders für die Berechnung von Schatten und volumetrischer Beleuchtung sehr fordernd, während geometrische Berechnungen keine Rolle spielen. Das legt den Schluss nahe, dass Intels Xe DG1 darauf noch schlecht optimiert ist.

Die anderen Tests dagegen fokussieren sich stärker auf Geometrie und Texturen. Schatten und volumetrische Beleuchtung spielen meist nur eine untergeordnete Rolle.

Was wissen wir über den DG1-Chip?

Für die DG1-GPU(mobile GPU und Grafikkarte) wurden bislang 96 Execution Units (EU) angenommen. Das scheint durch einen Eintrag in der Datenbank von Geekbench nun belegt.

Dort wird explizit ein »Intel Gen12 Mobile Graphics Controller« angegeben, der über 96 Compute Units verfügt - Gen12 enstpricht dabei DG1.

Annahmen und Fakten zu DG1/Gen12 im Überblick:

  • Xe-Architektur
  • DG1/Gen12 mit 96 Execution Units als mobile Variante und als Grafikkarte
  • Low-Power-Design
  • Raytracing-Support
  • GDDR6-VRAM für DG1-Grafikkarte
  • 10-nm-Design

Warum ist DG1 dann schneller als DG1?

Wie in dem Bild oben bereits zu ersehen ist, hat die DG1-GPU mit dem Core i5 9600K offenbar Leistungsvorteile gegenüber der DG1-GPU mit der Genuine Intel CPU 0000 @ 1,00 GHz. Ein weiterer Tweet von @rogame verdeutlicht dies anhand von 3DMark TimeSpy noch einmal.

Link zum Twitter-Inhalt

Um rund 9 Prozent schneidet der DG1-Chip mit 9600K besser ab. Der Grund ist dabei vermutlich recht simpel. In Form einer dedizierten Grafikkarte kann die DG1-GPU höher takten, auch wenn keine genauen Taktraten angegeben werden. Ebenso greift sie nicht auf einen geteilten Arbeitsspeicher zurück, sondern besitzt direkt angebundene VRAM-Module.

Generell befindet sich DG1 noch in der Testphase, weshalb vom finalen Produkt (mobile Variante und Grafikkarte) in der Regel höhere Frequenzen und damit mehr Leistung erwartet werden können.

Mehr zu Intels Xe DG1-GPU wird auf der Game Developers Conference (GDC) 2020 im März erwartet.

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