Wer damals in Bioshock oder Bioshock Infinite unterwegs war, wusste stets, wer der Feind ist. Ob Andrew Ryan, Frank Fontaine oder Zachary Comstock – die Bösewichte waren von Anfang an klar.
Mit ihrem neuen Shooter Judas werfen Entwicklerikone Ken Levine und sein Studio Ghost Story Games dieses Prinzip über Bord. In einem neuen Blogeintrag wurde ein zentrales Feature namens »Villainy« vorgestellt, das eure Beziehungen zu den Hauptfiguren dynamisch gestaltet und euren größten Verbündeten zu eurem schlimmsten Feind machen kann.
Eure Taten haben Konsequenzen
In der Story von Judas stehen drei zentrale Charaktere an eurer Seite: Sheriff Tom, die Wissenschaftlerin Nefertiti und deren Tochter Hope. Ihr befindet euch an Bord des auseinanderfallenden Raumschiffs Mayflower und diese drei Persönlichkeiten konkurrieren um eure Gunst. Sie können euch bestechen, im Kampf zur Seite stehen, Geheimnisse anvertrauen oder schlecht über die anderen reden. Eure Aufgabe ist es, zu entscheiden, wem ihr vertraut und wessen Ziele ihr unterstützt.
Und genau hier greift das neu enthüllte System: Anders als in vielen Spielen mit moralischen Entscheidungssystemen geht es in Judas nicht darum, alle bei Laune zu halten. Laut Ken Levine ist es unvermeidlich, dass ihr durch eure Handlungen einen der drei Charaktere vernachlässigt oder vor den Kopf stoßt.
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Judas: Die Bioshock-Vibes sind stark im Story-Trailer zum neuen Shooter von Ken Levine
Sobald ein Charakter zu eurem Gegenspieler wird, erhält diese Figur neue, mächtige Fähigkeiten, um eure Ziele aktiv zu durchkreuzen und zu sabotieren. Die Entwickler wollen damit eine tiefere emotionale Bindung und einen größeren Verlust schaffen:
In Judas werdet ihr diese Charaktere sehr gut kennelernen. Wir möchten, dass sich das Verlieren eines von ihnen wie das Verlieren eines Freundes anfühlt. Wir wollen mit dieser Dynamik spielen und wir wollen, dass diese Entscheidung super schwierig ist.
Narrative Legos
als technisches Grundgerüst
Die technische Basis für dieses dynamische Storytelling ist ein von Levine schon früher beschriebenes Konzept, das er »Narrative Legos« nennt. Dahinter verbirgt sich ein System, das handgefertigte Story-Bausteine, Charakter-Reaktionen und Gameplay-Ereignisse prozedural und basierend auf den Spielerentscheidungen zusammensetzt.
Anstatt einer linearen Geschichte zu folgen, erlebt ihr eine Erzählung, die sich permanent an euren Spielstil anpasst – und das »Villainy«-System ist nun das erste konkrete Feature dieser Idee.
Das Ganze erinnert an das geniale Nemesis-System aus Mittelerde: Mordors Schatten, in dem ebenfalls prozedural Feinde mit eigenen Persönlichkeiten und Beziehungen zu euch generiert wurden. Ghost Story Games scheint diesen Ansatz jedoch noch stärker auf die zentrale Handlung des Spiels anzuwenden.
Judas wird für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S entwickelt. Ein konkretes Erscheinungsdatum gibt es nach wie vor nicht, obwohl der Publisher Take-Two ursprünglich einen Release bis Ende März 2025 andeutete, dieser Zeitraum aber ohne offizielle Ankündigung verstrichen ist.
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