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Kingdom Come 2: YouTuber plant das perfekte Verbrechen und löscht am Ende ein ganzes Dorf aus – der Wissenschaft zuliebe, natürlich

YouTuber bandercoot ist bekannt für Experimente zu komplexen Rollenspielen. In KCD2 hat er nun das Verbrechenssystem auf Herz und Nieren getestet. Ganz wortwörtlich.

Wer würde diesen netten jungen Mann schon verdächtigen? Wer würde diesen netten jungen Mann schon verdächtigen?

Das tschechische Dorf Troskowitz ist nicht zu beneiden. Zumindest in seiner virtuellen Mittelalter-Version. Als Start-Siedlung von Kingdom Come 2 musste es schon tausende wilde Ausbrüche von neugierigen Spielern über sich ergehen lassen. Nackte Heinrichs, geprügelte Wachen und gestohlene Ware gehören hier zum Alltag. 

Und jetzt auch noch das Experiment eines bekannten YouTubers, der ausreizen wollte, wie schlau das viel gepriesene Kriminal-System des Rollenspiels wirklich ist. Sein Ziel: Das perfekte Verbrechen begehen, ohne erwischt zu werden. Was vielleicht ein ganz klein wenig eskalierte. Aber nur vielleicht.

»Ich bin zu weit gegangen«

Erst kürzlich hatte bandercoot den simulierten Alltag von NPCs in Kingdom Come 2 untersucht. Dabei fand er heraus, dass die Tagesabläufe sogar noch komplexer und glaubwürdiger sind, als man es normalerweise im Spiel schon mitbekommt. Logisch, dass er dann auch die Folgen eines schweren Verbrechens ausprobieren wollte – aber die Community erkannte seinen ersten hinterlistigen Mord im Wald nicht an.

Das perfekte Verbrechen soll schließlich direkt vor der Nase aller stattfinden und trotzdem nicht auffliegen!

Also wählte er Troskowitz als Ort seiner Verbr… Tests aus. Zunächst steigerte er seinen Ruf unter den Bewohnern, um ihr Vetrauen zu gewinnen. Das geht im Spiel am einfachsten, indem man kleine Quests erledigt, Waren handelt und sich allgemein gut benimmt. 

Als nächstes: Die Wahl des Opfers. Der erste gemeuchelte, namenlose Metzgergehilfe wurde nur von einer einzigen Magd betrauert, also musste ein höherrangiges Opfer her. Svatya, der Sohn des Vogts! Um das Ganze noch ein bisschen anzuheizen, legte bandercoot nach begangener Missetat den Leichnam in das Bett von Vogt Drossel. Was deutlich mehr Reaktion hervorrief.

Video starten 1:01:47 Vom Indie-Rebell zur Milliarden-Hoffnung: Phänomen Warhorse

Besonders glaubhaft verhielten sich die Charaktere in bandercoots Experiment aber immer noch nicht. Zumindest nicht für lange. Selbst der Vogt ignorierte nach kurzem Gefühlsausbruch die Sohnemann-Leiche, schlief sogar neben ihr im Bett, und ging am nächsten Tag ganz normal zur Arbeit. Deshalb griff bandercoot zu radikalen Maßnahmen.

Drücken wir es mal sanft aus, am Ende war nur noch der Vogt übrig. Und dessen Reaktion auf seine Geisterstadt? Immer noch unbefriedigend. Erst als bandercoot ein schauderhaftes Denkmal mitten auf dem Dorfplatz errichtete, brach der Tagesablauf des so pflichtbewussten und ungerührten Vogt Drossel angemessen zusammen.

Das sehr unterhaltsame Video von bandercoot seht ihr hier in voller Länge:

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Was zeigt uns das?

KCD2 hat neben dem offenen noch ein verstecktes Rufsystem, das im Hintergrund dafür sorgt, dass NPCs sich auch dann misstrauischer verhalten, wenn sie Heinrich nicht direkt bei Verbrechen erwischen. Er wird dann nicht direkt verfolgt. Aber natürlich wird die Stimmung trotzdem schlechter, wenn irgendwer Leute erdolcht – das Gleiche passiert auch, wenn ihr viel Zeug stehlt. Wachen halten euch dann öfter an, freundliche NPCs warnen euch oder machen sich lautstark Gedanken über Gottes Strafe.

Generell werden unbeliebte Heinrichs schneller verdächtigt, beschuldigt und durchsucht als solche, die sich mit weißer Weste präsentieren. NPCs bewaffnen sich auch, wenn ihnen die Umgebung unsicher vorkommt, und es patroullieren mehr Wachen.

NPCs in KCD2 können zwar äußerst schlau sein. Sie erkennen zum Beispiel, wenn ihr ihren gestohlenen Hut tragt oder zählen eins und eins zusammen, wenn ihr in ihrem Haus wart und danach Zeug aus der Truhe fehlt. Und auch die Tagesabläufe sind beeindruckend. Doch wenn man zu genau hinschaut, brechen diese Systeme schnell auseinander. 

Zum Release war einer unserer wenigen Kritikpunkte am sonst so meisterhaften Rollenspiel, dass eben dieses Ruf- und Erinnerungssystem oft undurchschaubar wirkte. Im Vergleich zum Vorgänger spürt man einen deutlichen Fortschritt, aber es ist eben weit weg von Perfektion, auch nach mehreren Patches mit spürbaren Verbesserungen. Es wird spannend zu sehen, ob Warhorse hier für das nächste Spiel, Kingdom Come: Salvation, noch anbauen kann.


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