Als ich das erste Mal von Kirby Air Riders gehört hatte, dachte ich mir: ach ja, Mario Kart mit weniger Knöpfchen, ist ja easy
. Aber heiliges Kirbyrohr hab ich mich getäuscht.
Hinter Kirby Air Riders steckt so unglaublich viel mehr, sodass ich jetzt endlich verstehe, warum mein GamePro-Kollege Basti vor 20 Jahren im Original hunderte Stunden versenkte.
Kirby Air Riders schafft es mit einer reduzierten Steuerung und zwei Modi, bei dem Rundenrennen nur die zweite Geige spielen, ein unglaublich komplexes und spaßiges Erlebnis zu kreieren. Ich habe es auf der gamescom 2025 etwa eine Stunde angespielt.
Was zur Hölle ist eigentlich Kirby Air Riders?
Das Kirby-Racing-Spiel ist kein klassisches Rennspiel - und um die Faszination dahinter zu verstehen, dürft ihr es auch nicht wie eins behandeln. Denn anstatt selbstständig per Knopfdruck Gas zu geben oder die Bremse zu betätigen, passiert das alles von ganz allein.
Ihr benötigt lediglich zwei Buttons: Einen für eure Spezialfähigkeit und einen Button, um euren Boost aufzuladen. Durch den Boost werdet ihr automatisch etwas langsamer, diesen Moment der verringerten Geschwindigkeit nutzt ihr, um in Kurven zu driften oder Momentum für einen Speedboost.
Befinden sich Gegner (egal ob andere Rider oder NPCs) vor euch, saugt ihr diese gleichzeitig ein, um euch die Fähigkeiten anzueignen und spuckt sie dann wieder wie ein Geschoss aus.
Wie das im Spiel aussieht, könnt ihr euch hier ansehen:
2:59
Kirby Air Riders: Schaut euch eines der Rennen an
Kurzum: Ihr drückt einen Button und sehr viele Dinge passieren gleichzeitig, die ihr berücksichtigen und je nach Situation einbeziehen müsst. Dadurch, dass so viel von einem einzigen Button abhängt und alles gleichzeitig passiert, ist Timing und die richtige Steuerung eures fahrbaren Untersatzes unglaublich wichtig.
Diese Steuerung nutzt ihr in den zwei Modi, die im Remake des 20-jährigen Gamecube-Klassikers und mit Release verfügbar sind. Der eine ist ein klassischer Racing-Modus, bei dem ihr einfach eure Gegner überholen müsst und als Erster durchs Ziel wollt.
Wie Smash Bros auf Rädern in doppelter Geschwindigkeit
Der eigentliche Star des Spiels ist aber nicht der Racing-Modus, sondern die City Trails, die schon vor 20 Jahren Fanherzen erobert haben. Das ist ein Modus, in dem ihr mit bis zu 16 Spielerinnen und Spielern gegeneinander antretet.
Er teilt sich in zwei Phasen auf:
- In Phase 1 cruised ihr fünf Minuten lang auf einer großen Insel herum und sammelt Boosts für verschiedene Statuswerte (Angriff, Topspeed, Flugkraft, Gewicht). Je nachdem, welche Booster ihr gesammelt habt, könnt ihr euch dann...
- ...in Phase 2 für einen von vier Spielmodi entscheiden, in dem ihr dann gegen andere, die denselben Modus gewählt haben, antretet. Wer diesen Modus gewinnt, gewinnt die Trails.
Auch dafür haben wir von Nintendo Videoaufnahmen bekommen, die ein ganzes Match inklusive beider Phasen zeigen:
7:26
Schaut euch an, wie die beliebten City Trails in Kirby Air Riders funktionieren
Während ihr auf der Insel Booster sammelt, passieren immer wieder Events, an denen ihr teilnehmen könnt, aber nicht müsst. Etwa tauchen hier und da kurze Rennen auf, bei deren Sieg ihr ordentlich Booster bekommt. Alternativ müsst ihr gemeinsam gegen Bosse kämpfen oder gigantischen Meteoriten ausweichen.
Habt ihr einige Booster gesammelt, merkt ihr den Unterschied schon während Phase 1: Euer Kart wird schneller und eure Angriffe mächtiger. Meistens seid ihr kurz vor Ablauf der 5 Minuten so hochgepowered, dass ihr mit Mopsgeschwindigkeit über die Karte fliegt und das Einsammeln der verbleibenden Booster oder das Ausschalten von Kontrahenten zur echten Geschicklichkeitsprobe wird.
Proportional zum Chaos- steigt natürlich auch der Spaßfaktor, weil überall Gegner vorbeirasen, Dinge explodieren oder man sich auf einmal (un)gewollt in den Luftraum katapultiert. Die Gaudi erreicht dann seinen Höhepunkt in den Modi aus Phase zwei, in denen man dann je nach Boost-Sammlung vor- oder Nachteile hat.
Mix & Match
Die letzte spannende und komplexe Komponente in diesem chaotischen Mix ist die Wahl aus Rider und Maschine. Je nachdem, welchen Fahrer oder welche Fahrerin ihr wählt, nutzt ihr nicht nur eine andere Spezialfähigkeit, euer Aussehen wirkt sich auf in Form von Gewicht und Co. auf euer Kart (oder wie es bei Kirby heißt Maschine
) aus.
Die hat je nach Modell natürlich auch eigene Statuswerte. Spannender bei den Maschinen ist aber die Art und Weise, wie sie fahren. Während eine Maschine besonders wendig in der Luft ist, fährt sich der Kastenwagen sehr robust und wendig, kann aber nicht um Ecken sliden, weswegen ihr ihn ganz anders Steuern müsst, als den Flieger.
Mehr Infos zu den Maschinen und ihren Fähigkeiten, erklärt Kirby-Air-Riders-Schöpfer Masahiro Sakurai auch in der 45-minütigen Nintendo Direct (ab Minuten 38):
Link zum YouTube-Inhalt
Je nachdem, wie ihr euere Kombination aus Rider und Fahrzeug wählt, ergeben sich hier also allerlei verschiedene Möglichkeiten, voranzukommen. Werft ihr jetzt noch die Boosts aus den City-Trails in den Mix, wird es nochmal komplexer, zumal in diesem Modus in Phase 1 das Kart wechseln könnt und meistens auch solltet.
Zwei Buttons, ein Stick und maximales Chaos
Ihr seht schon anhand der vielen Erklärungen: Kirby Air Riders sieht auf den ersten Blick aus wie ein nettes Kinderspiel für alle, die es sonst nicht so mit der Controllersteuerung haben. Hinter der pinken und knuddeligen Fassade steckt aber ein echter Brocken, bei dem ihr vermutlich auch Excel-Tabellen an Rider-Machine-Kombinationen füllen könnt.
Nach dem klassischen Prinzip Easy to learn, hard to master
saugt Kirby eure Vorurteile schneller ein als den nächsten Gegner auf der Rennstrecke. Ich schätze, dass besonders Mario-Kart-Veteranen hier erstmal ein wenig was zu knuspern haben.
Dank der wirklich guten Übungsparcours und Trainingseinheiten sollte der Funke aber binnen 30 Minuten überspringen, sodass ihr dann in euren ersten Rennen oder City Trials den Dreh raus habt und euch weiter in die komplexen Tiefen dieses Spiels vorwagen könnt.
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