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Adventskalender 2019

Die dümmsten Klischees in Rollenspielen - Auserwählter mit Amnesie? Damit muss endlich Schluss sein!

Sascha liebt Rollenspiele. Am PC oder an der Konsole, D&D oder JRPG, vollkommen egal – er spielt sie alle! Aber es gibt da so ein paar Dinge, die wiederholen sich im Genre einfach viel zu oft und sind inzwischen einfach nur noch albern oder langweilig.

von Sascha Penzhorn,
06.04.2019 08:00 Uhr

Jetzt reicht es Sascha: Unser Autor ist Rollenspiel-Fan der ersten Stunde, aber bestimmte ewig kopierte Helden- und Story-Klischees sind einfach nicht mehr zu ertragen. Im Meinungsartikel für GameStar Plus rechnet Sascha mit einem ganzen Genre (und seinen Entwicklern) ab. Jetzt reicht es Sascha: Unser Autor ist Rollenspiel-Fan der ersten Stunde, aber bestimmte ewig kopierte Helden- und Story-Klischees sind einfach nicht mehr zu ertragen. Im Meinungsartikel für GameStar Plus rechnet Sascha mit einem ganzen Genre (und seinen Entwicklern) ab.

Hurra, Rollenspiele! Einfach mal als Pizzabote verkleiden, an der Tür klingeln und meiner Freundin die Schachtel präsentieren. »Mit extra Wurst!« Das ist natürlich ein genauso durchgenudeltes Klischee wie der Postbote, der Milchmann, der Poolboy und irgendwelche Handwerker, die kommen, um Rohre zu verlegen - mit oder ohne Stroh und Maske.

Aber kommen wir von Pornografie zu einem anderen Hobby, das mir ebenfalls sehr am Herzen liegt - Videospiele. Auch die haben abgenutzte Klischees, ganz besonders in RPGs, über die ich jetzt einfach mal motze. Denn dafür bezahlt mich die Redaktion und vom Geld kaufe ich mir Sachen, die mich von der Sinnlosigkeit meiner Existenz ablenken. Mmm, Pizza!

Der Autor
Sascha Penzhorn hat von Auserwählten die Nase voll. Wenn sich die ganze Welt allein um den Spieler dreht, der übermächtig, unbesiegbar, maximal sexy und ewig auf der Seite der Gewinner ist. Wenn man irgendein magisches Schwert aus einem Stein zieht, das nur auf die Hauptfigur gewartet hat und ihr Superkräfte verleiht, ist das ungefähr so heldenhaft, wie jemand, der im richtigen Leben als Milliardär zur Welt kommt. Sascha will Helden mit Ecken und Kanten, die Ängste und Schwächen haben, die so scheiße aussehen wie er und die eben nicht in allen Belangen perfekt sind. Seine Initiative »Helden mit Hackfressen« sammelt daher Spenden, um Hauptfiguren zweiter Wahl endlich auch mal eine Chance zu geben.

Subtil: Der Held in Dragon Age: Inquisition nimmt die Position von Jesus beim letzten Abendmahl ein. Subtil: Der Held in Dragon Age: Inquisition nimmt die Position von Jesus beim letzten Abendmahl ein.

Rollenspiel-Klischee #1: Der Auserwählte

Als jemand, der selbst ab und zu in der Spielebranche tätig ist, bin ich bestens vertraut mit folgender Design-Philosophie: Der Spieler soll sich »awesome« fühlen. Das sind die Worte vom Chef, nicht meine. Spieler sollen nicht scheitern, nicht doof dastehen, runtergemacht oder zu arg ins Lächerliche gezogen werden, auch wenn sie mal einen Fehler machen.

Machtfantasie, du bist der Held, der Alleskönner, bist perfekt und niemand hält dich auf. Und dazu gibt's dann immer einen schicken Titel, eine Prophezeiung oder einen sich selbst häkelnden Wandteppich, der vorhersagt, wie geil du bist. Du bist der Auserwählte, der Pathfinder, der Bhaalspawn, der Inquisitor, der Nerevarine oder der Dragonborn, weil Papi den Drachen nicht einfach nur wie jeder Rollenspieler gelootet, sondern ihn vorher noch mal gepflegt durch die Hecke gezogen hat, die Sau.

Vorsicht, Spoiler!
Im folgenden Text verrät Sascha Handlungsdetails zu einigen Spielen, viele davon sehr alt wie Star Wars: Knights of the Old Republic oder Final Fantasy 8. Aber weil es so gut passt, hat Kollege Peter Bathge auch einen leichten Spoiler zu Kingdom Come: Deliverance eingebaut; wer das noch nicht gespielt hat, überliest die entsprechende Bildunterschrift weiter unten am besten.

Da fand ich Commander Shepard noch am angenehmsten, denn Commander Shepard ist einfach nur das. Shepard. Diese Hauptfigur kann und weiß zwar auch alles und wird sogar zum ersten terranischen Specter, am Ende rettet sie das aber auch nicht davor, für eine Baumarktkette auf der Zitadelle Werbung machen zu müssen.

Das ist so langweilig, wenn sich die ganze Welt sofort allein um die Existenz des Spielers dreht. Du bist der Auserwählte? Kenne ich schon. Fangt ein Rollenspiel doch mal so an: Du bist Detlev, Fliesenleger aus Bottrop.

Shepard war einfach nur Shepard. Und trotzdem stärker, schneller und besser als alle im Universum. Shepard war einfach nur Shepard. Und trotzdem stärker, schneller und besser als alle im Universum.

Rollenspiel-Klischee #2: Schwieriges Elternhaus

Apropos Lindwurmfetisch deines Vaters - der Erzeuger der Hauptfigur ist immer wahlweise unbekannt, ein legendärer Krieger, tot oder alles gleichzeitig. Und keine Sorge - ganz egal, ob der Held nun Familie hat oder als Vollwaise oder Findelkind das Spiel startet, es krepieren alle näheren Verwandten und Angehörigen noch direkt im Tutorial. Das kann Ziehvater Gorion in Baldur's Gate ebenso bestätigen wie Familie Cousland in Dragon Age: Origins.

Es gibt weniger JRPGs, in denen die Hauptfigur ein gesundes Verhältnis mit ihrem lebendigen Vater hat, als ich Finger am rechten Fuß habe. Phantasy Star, Xenoblade Chronicles 2, Final Fantasy 10 - da kommen reichlich tote Elternteile zusammen.

Selbst das für seinen Realismus gelobte Kingdom Come: Deliverance greifen die Entwickler auf Rollenspiel-Klischees zurück. Denn der vermeintlich unscheinbare Schmiedesohn Heinrich entpuppt sich im Spielverlauf als Bastardsohn eines Adeligen. Selbst das für seinen Realismus gelobte Kingdom Come: Deliverance greifen die Entwickler auf Rollenspiel-Klischees zurück. Denn der vermeintlich unscheinbare Schmiedesohn Heinrich entpuppt sich im Spielverlauf als Bastardsohn eines Adeligen.

Hach. Ich wünschte, ich hätte wenigstens meinen eigenen Vater kennengelernt. Ein Wandteppich hat mir berichtet, dass er ein legendärer Krieger war, der im Alleingang die Barbaren aus der Dimension Schlork bezwungen hat. Doch dann ist er verschollen und als Erinnerung blieb nur sein Schwert zurück. Menno. Wenigstens wurde sein Heimatdorf nicht niedergebrannt - das passiert am Ende unzähliger Rollenspiel-Einführungen nämlich auch regelmäßig.

Rollenspiel-Klischee #3: Gedächtnislücken

Wenn der Vater kein Superkrieger war, dann ist es meist die Hauptfigur selbst - sie erinnert sich nur nicht daran. Gedächtnislücken gehören zu RPGs wie Nutella zum Döner.

In Knights of the Old Republic sind wir aus irgendwelchen Gründen richtig hardcore im Umgang mit der Macht. Im Spielverlauf lernen wir dann, dass wir nicht einfach nur so richtig super sind - früher waren wir Darth Revan, ein richtig krasser Junge, gegen den Darth Vader wie ein Chorknabe aussieht. Dabei überlässt uns das Spiel selbst, welcher Seite der Macht wir uns zuwenden, bevor Revan schließlich in Star Wars: The Old Republic komplett scheiße wird.

Revans Auftritt in SWTOR ist einfach nur kacke. Revans Auftritt in SWTOR ist einfach nur kacke.

Held Cloud in Final Fantasy 7 erinnert sich zwar an seine Vergangenheit, stellt später aber fest, dass fast nichts davon der Realität entspricht. 1992 ging das noch klischeehafter: Max, der Held aus Shining Force, leidet an Amnesie. Im Spielverlauf stellt sich heraus: Max wurde von einer uralten, technologisch fortschrittlichen Zivilisation, die irgendwann ausgelöscht wurde wie in jedem Rollenspiel, in die Gegenwart geschickt, um Dark Dragon zu vernichten. Mit einem legendären Schwert, versteht sich.

Max' älterer Bruder Kane (bzw. Cain) trägt ebenfalls ein legendäres Schwert bei sich, wird schließlich aber zum Bösewicht, wie es sich für große Rollenspielbrüder gehört. Na ja, wenigstens hat Max nicht auch noch eine kleine Schwester - die würde sonst nur von irgendeinem Boss entführt werden. Mit diesem Blödsinn fangen wir gar nicht erst an. Fliesenleger Detlev bleibt Einzelkind.

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The Elder Scrolls 5: Skyrim

Genre: Rollenspiel

Release: 28.10.2016 (PC, PS4, Xbox One), 17.11.2017 (Switch), 11.11.2011 (PS3, Xbox 360)

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