Ein Vorfall erschüttert gerade die Streaming-Community und sorgt gleichzeitig für jede Menge Misstrauen: Ein an Krebs erkrankter Streamer sammelte mit seinen Livestreams über 30.000 US-Dollar an Spenden für seine Behandlung, nur um das gesamte Geld nach eigenen Angaben innerhalb von Minuten zu verlieren.
Der Grund soll ein Spiel gewesen sein, das er auf Anraten eines Zuschauers live auf Steam herunterlud und das sich als Malware entpuppte. Während der Streamer am Boden zerstört ist, spaltet der Vorfall die Community: Handelt es sich um einen tragischen Hack oder einen inszenierten Betrug?
Was ist genau passiert?
Der Streamer, der unter dem Namen »rastalandTV« bekannt ist, veranstaltete einen Spendenstream auf der extrem umstrittenen Krypto-Plattform pump.fun. Seine Community spendete dort über 32.000 US-Dollar in Form von »Creator Fees«, einer an seinen Stream gebundenen Kryptowährung.
Während der Live-Übertragung überredete ihn ein Zuschauer, das Spiel Block Blasters
auf Steam herunterzuladen. Kurz nach der Installation bemerkte der Streamer, dass sein gesamtes Krypto-Guthaben von seinem digitalen Wallet transferiert worden war.
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Recherchen in der Community bestätigten schnell, dass es sich bei Block Blasters um ein Schein-Spiel handelte, das gezielt als Malware auf Steam platziert, inzwischen aber entfernt wurde. Laut User vx-underground auf X enthielt das Spiel eine Skriptdatei, die den Computer des Nutzers nach Anmeldeinformationen für Krypto-Wallets durchsucht und diese an die Betrüger sendet.
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Betrug oder tragischer Hack?
Obwohl die Existenz der Malware und auch die Krebserkrankung des Streamers, die er seit Monaten auf seinen Social-Media-Kanälen dokumentiert, unbestritten sind, sind viele Nutzer skeptisch gegenüber der Darstellung des Streamers.
Die Zweifel rühren vor allem von der Herkunft des Geldes her: Die Plattform pump.fun ist in der Krypto-Szene berüchtigt für sogenannte »Pump-and-Dump«-Schemata, bei denen Kurse künstlich in die Höhe getrieben werden, um dann schnell wieder abverkauft zu werden.
Einige Kritiker werfen dem Streamer vor, das ganze Drama inszeniert zu haben, um Mitleid zu erregen und weitere Spenden zu erhalten. Manche gehen sogar so weit, zu spekulieren, er habe das schädliche Spiel selbst programmiert und veröffentlicht, um die Gelder unbemerkt auf ein eigenes Wallet zu transferieren.
Moment mal, er sagt, er habe seine Krebsgelder über pumpdotfun bekommen. Ist das nicht eine berüchtigte Betrugswebsite, die Rugpulls durchführt? Sind wir sicher, dass dies nicht nur ein Werbegag ist, um unter dem Vorwand, dass er jetzt Geld braucht, Aufmerksamkeit für neue Krypto-Rugpulls zu erregen?
- coolbad96Ja, nenn mich abgestumpft, aber ich traue nichts mehr. Wenn überhaupt, könnte das nur ein Mitleidsmanöver sein, um Crowdfunding-Gelder zu bekommen, oder Gott weiß was.
- InquistorMeowAlso hat der Streamer ein Spiel entwickelt, das sein Bankkonto leergeräumt hat und es so aussehen ließ, als wäre er gehackt worden. Sehr clever, die Polizei wird sich auf jeden Fall einschalten, wenn die Versicherung das tut.
- garifunuu
2:07
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Allerdings sprechen neue Recherchen aus der Community stark gegen diese Betrugstheorie: Der X-Nutzer »Downsin Jerome« analysierte die Blockchain-Transaktion des Diebstahls und machte eine entscheidende Entdeckung: Das Empfänger-Wallet, an das die 32.000 Dollar des Streamers flossen, erhielt auch Gelder von einem anderen Betrugsfall.
Ein weiterer Streamer, der ebenfalls auf pump.fun aktiv war, wurde offenbar auf die exakt gleiche Weise bestohlen. Die Nachforschungen ergaben, dass auch dieses Opfer das Spiel Block Blasters heruntergeladen hatte.
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Auch wenn wir es nicht mit Sicherheit sagen können: Diese Entdeckung legt zumindest nahe, dass es sich nicht um einen Einzelfall oder einen selbst inszenierten Betrug handelt, sondern um eine gezielte Kampagne.
Ein oder mehrere Angreifer haben es offenbar spezifisch auf Streamer der pump.fun-Plattform abgesehen und nutzen das Spiel auf Steam als Köder – schließlich wissen die Angreifer hier mit Sicherheit, dass ihre Opfer ein Crypto Wallet auf dem PC haben.
Offiziell hat sich Steam bzw. Valve bisher nicht zu dem Vorfall oder den allgemeinen Sicherheitsbedenken geäußert. Besonders brisant ist allerdings der Umstand, dass das Spiel Block Blasters bereits seit Ende Juli 2025 auf der Plattform verfügbar war und anfangs positive Nutzer-Reviews sammelte, auch wenn diese mit großer Wahrscheinlichkeit von Bots stammten.
Dennoch ist es zutiefst beunruhigend, dass solche Schadsoftware nicht nur den Verifizierungsprozess von Valve bestehen, sondern sich anschließend wochenlang unbemerkt auf der weltweit größten Vertriebsplattform für PC-Spiele halten kann.
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