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Seite 2: Layers of Fear 2 im Test - Mehr Spiel, aber auch besser?

Mehr für Knobelfans

Im Vergleich zum Vorgänger erwarten uns auch mehr Puzzles. In Layers of Fear musste man meistens nur etwas herumlaufen und stolperte dann automatisch über einen Code oder ein neues Objekt zum Interagieren. Im zweiten Teil müssen wir ein bisschen mehr denken.

Beispielsweise muss man eine Bühne drehen und im richtigen Moment stoppen, damit ein Sessel auf eine markierte Stelle herunterfahren kann. Oder wir lassen Dias über einen Projektor so hintereinander ablaufen, dass sie eine Tür für uns erzeugen. Die wird dann real und lässt uns weitergehen. Rätsel dieser Art spielen sich intuitiv und kurzweilig, sind aber immer sehr einfach zu lösen.

Der Nachfolger geht mit den spielerischen Ergänzungen schon in die richtige Richtung. Insgesamt hätte Layers of Fear 2 spielerisch noch einen drauflegen dürfen, beispielsweise durch kniffligere Rätsel oder dramatische Schleichsequenzen, die uns die Bedrohung noch intensiver hätten fühlen lassen.

Die Rätsel sind nicht wirklich schwer, fügen sich aber gut ins Geschehen ein. Die Rätsel sind nicht wirklich schwer, fügen sich aber gut ins Geschehen ein.

GS-Plus-Podcast: Der schwankende Erfolg von Horrorspielen

Der Horror nutzt sich ab

Layers of Fear 2 inszeniert seinen Horror wirkungsvoll: Weil wir an einem Film-Set sind, stehen überall unheimliche gesichtslose Dummys in irgendwelchen Szenenkulissen herum. Und während unsere Spielfigur immer wahnsinniger wird, wird es auch hier immer abgefahrener. Räume verändern sich und Türen tauchen irgendwo auf oder verschwinden wieder. Später scheint eine Schiffskulisse plötzlich wirklich in See zu stechen oder alles um uns herum erstrahlt in Blutrot, während Arme aus der Wand nach uns greifen.

Das ist dramatisch und sorgt wie im ersten Teil mitunter für Gänsehaut-Momente. Aber ein richtig intensives Angstgefühl will sich nicht einstellen, da uns als Spieler ein Stück weit der Bezug dazu fehlt.

Weil die Story so kryptisch und abstrakt ist, fällt es uns schwer, wirklich mit unserer Figur mitzufühlen. Statt wie ein echter Charaktere wirkt sie eher wie ein Konstrukt, das für den Schrecken um sie herum geschaffen wurde. Die Sinnsuche des Schauspielers ist eher eine Art Blaupause für psychische Ängste, als eine ernst gemeinte Auseinandersetzung mit ihnen, weil uns letztlich die Antworten fehlen.

Auch im Vorgänger war das schon so, hier war die surreale Atmosphäre von Layers of Fear mit seinen sich verändernden Umgebungen aber noch so neu und aufregend, dass die Substanz dahinter zweitrangig war.

Unheimlich ist Layers of Fear 2 schon, aber nicht persönlich genug. Unheimlich ist Layers of Fear 2 schon, aber nicht persönlich genug.

Hübsches Gruselkabinett

Man muss also damit leben, dass Layers of Fear 2 eher ein Gruselkabinett ist als eine persönliche Geschichte zum Mitfiebern. Dafür aber ein sehr ansehnliches. Das bewirkt die atmosphärische Beleuchtung - beispielsweise, wenn Ventilatoren-Blätter über Lichtquellen gleiten oder Schweinwerfer auf einmal grell aufstrahlen. Trotz einiger wiederkehrender Assets sieht die Umgebung außerdem sehr detailliert aus. Die unheimliche Soundkulisse sorgt zudem für eine stets angespannte Grundstimmung.

Ein wenig schadet sich Layers of Fear 2 nur mit seiner gut gemeinten Hommage an alte Filme: Viele Abschnitte sind in Schwarz-Weiß oder Sepia-Optik gehalten. Das ist anfangs stimmungsvoll, am Ende machen sie aber über die Hälfe des Spiels aus, was es etwas eintönig macht. Hier hätten wir uns etwas mehr farbliche Abwechslung gewünscht. Trotzdem bietet Layers of Fear 2 insgesamt sehr viel Variation in seinen Schauplätzen.

Die Spielzeit entspricht mit etwa fünf Stunden grob der von Layers of Fear, was sich angemessen anfühlt. Außerdem gibt es wieder ein New Game Plus, das sich diesmal durch die Entscheidungen deutlich mehr lohnt. Hier kann man auch Sammelobjekte aufgabeln, die man vorher vergessen hatte.

Diesmal gibt es passend zum Szenario Dia-Fotos, Filmausschnitte, Audioaufnahmen oder Film-Plakate, sowie Notizen zu finden, die mehr über die Story-Hintergründe preisgeben. In der eigenen Kabine, in die man nach jedem Akt zurückkehrt, kann man sie sich in Ruhe ansehen. Insgesamt bietet Layers of Fear 2 damit vor allem mehr von dem, was wir schon am Vorgänger mochten, inklusive einiger spielerischer Verbesserungen.

Layers of Fear 2 - Erstes Monster der Horror-Fortsetzung im Gameplay-Trailer 1:00 Layers of Fear 2 - Erstes Monster der Horror-Fortsetzung im Gameplay-Trailer

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