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Wird Lego wirklich immer teurer? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie ihr vielleicht denkt

Lego erreicht immer neue Preisspitzen, doch werden die Klemmbausteine auch wirklich immer teurer?

Lego steht für seine Preise in der Kritik. Doch haben sich die in den letzten Jahren wirklich verändert? Bildquelle: Lego (links). Lego steht für seine Preise in der Kritik. Doch haben sich die in den letzten Jahren wirklich verändert? Bildquelle: Lego (links).

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Das Auenland für 270 Euro, der Millennium Falcon für 850 Euro und der Todesstern für 1.000 Euro. Gefühlt wird Lego immer teurer. Und damit sind nicht nur die Preisspitzen gemeint, sondern die tatsächlichen Kosten im Vergleich zum Produkt. Aber ist das wirklich so? Wir haben uns bestehende Analysen angeschaut und selbst einen Vergleich durchgeführt.

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So kommen die Preise zustande

Lego schreibt dazu auf der eigenen Seite: Unser Marketingteam berücksichtigt unter anderem die Anzahl der Teile im Set, die Anzahl der benötigten neuen und einzigartigen Formen sowie die Kosten für die Lizenzierung von Charakteren anderer Unternehmen und Marken.

Video starten 0:55 Lego gibt sich größte Mühe, den wichtigsten Kritikpunkt am neuen Todesstern 75419 nicht zu zeigen

Die angesprochenen Punkte dürften definitiv eine Rolle spielen. So ist der Preis pro Teil bei lizenzierten Sets im Schnitt deutlich teurer als bei eigenen Marken wie City oder Creator. Doch innerhalb der einzelnen Themenwelten schwanken die Preise teilweise fast um zehn Cent pro Teil, was die Vermutung aufstellen lässt, dass es noch weitere wichtige Faktoren gibt.

Eine verbreitete Methode ist beispielsweise wertbasierte Preisgestaltung. Das bedeutet in diesem Fall, wenn die Kundschaft bereit ist, mehr Geld auszugeben, kann Lego auch einen höheren Preis aufrufen. Das könnte erklären, warum auch innerhalb einer Themenwelt enorme Preisunterschiede vorherrschen.

Ein prominentes Beispiel dafür ist der First Order AT-ST von 2018, der einen Listenpreis von 16 Cent pro Teil aufwies. In der Klemmbaustein-Community wird vermutet, dass das Modell nur so hoch bepreist wurde, weil eine exklusive Figur von Captain Phasma enthalten war. Viele Kunden wollten diese unbedingt haben und waren bereit, mehr Geld dafür auszuzahlen. Bestätigt ist das aber nicht.

Bei wertbasierter Preisgestaltung handelt es sich in der gesamten Wirtschaft um eine gängige Praxis, um die Gewinne zu optimieren. Da Lego am Ende des Tages eben auch nur ein profitorientiertes Unternehmen ist, sollte dem Konzern das also nicht zur Last gelegt werden. Das Beispiel verdeutlicht aber, dass Preisgestaltungen meistens nicht ausschließlich auf den Produktions- und Vermarktungskosten basieren.

Höhere Preise und Inflation

Die Preise von Lego-Sets sind definitiv gestiegen. Natürlich, schließlich gab es in den letzten Jahrzehnten auch eine saftige Inflation. Interessant sind daher die inflationsbereinigten Zahlen. Die wurden kürzlich in einem ausführlichen Lego-Beitrag des YouTube-Kanals Simplicissimus veröffentlicht. Dabei wurden jedoch Technik-, Junior-, Lizenz- und Bildungs-Sets herausgenommen, um für bessere Vergleichbarkeit zu sorgen.

Im Jahr 1980 lag der Preis pro Teil bei etwas über 40 US-Cent. Von diesem Punkt aus war der inflationsbereinigte Preis im Jahr 2010 bei knapp 15 US-Cent. Seitdem ist der Preis relativ stabil geblieben und befindet sich nun zwischen 12 und 13 US-Cent.

Einen weiteren Einblick liefert eine ausführliche Analyse der Klemmbaustein-News-Plattform StoneWars, bei der alle 267 18+-Sets untersucht wurden, die zwischen 2010 und 2022 erschienen sind.

Das Ergebnis: Sowohl der inflationsbereinigte Durchschnittspreis als auch der Median schwankten mit einer kleinen Ausnahme die gesamte Zeit zwischen 8 und 10 Cent. Als Ausgangspunkt dient hier vermutlich das Jahr 2010, weswegen die Zahlen im Vergleich zur Analyse von Simplicissimus deutlich geringer sind.

Sowohl die Zahlen von Simplicissimus als auch die von StoneWars deuten darauf hin, dass die Preise lediglich entlang der Inflation gestiegen sind. Das lässt vermuten, dass Lego seit 2010 tatsächlich nicht teurer geworden ist. So einfach kann das aber nicht gesagt werden, denn der Preis pro Teil ist zwar ein praktischer Vergleichswert, jedoch nicht ohne Fehler.

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Was bei dem Vergleich des Teilepreises nicht beachtet wird, sind die Größe der Steine, ob es sich dabei um bestimmte Teile handelt, die nur in geringer Auflage produziert werden und ob sie neu entwickelt wurden. Auch Figuren, denen Lego einen besonders hohen Wert zuschreibt, erhalten dort dieselbe Wertigkeit wie beispielsweise klitzekleine Pins.

Und tatsächlich, bei genauerem Hinsehen gab es hier in den letzten 25 Jahren eine enorme Entwicklung. Während 2000 noch hauptsächlich einfache, große Steine verwendet wurden, kamen bereits wenige Jahre später immer mehr kleinere Steine und Spezialteile zum Einsatz.

Im Folgenden soll vor allem die Größe der Steine betrachtet werden. Dafür wird der Preis pro Gramm untersucht, also die tatsächliche Masse an Lego, die ihr für euer Geld erhaltet. Zur Verdeutlichung soll hier der Millennium Falcon dienen, der in den vergangenen 25 Jahren in regelmäßigen Abständen neu aufgelegt wurde. Dadurch lassen sich die Preise pro Gramm ausgezeichnet vergleichen.

2000 Der erste Millennium Falcon von Lego kam mit 24 bedruckten Teilen und völlig ohne Aufkleber. Bildquelle: Lego.

2004 Schon der zweite Millennium Falcon hatte 13 Sticker und nur noch 12 bedruckte Teile. Bildquelle: Lego.

2007 Der dritte große Millennium Falcon hat bei über 5.000 Teilen gerade mal drei beklebte und vier bedruckte Steine. Bildquelle: Lego.

2011 Der vierte große Millennium Falcon stellte mit 24 beklebten Teilen einen neuen Rekord auf. Nur 10 Steine waren bedruckt. Bildquelle: Lego.

2015 Der 2015er Millennium Falcon hatte 28 beklebte Teile und konnte die vorige Spitze erneut toppen. Drei Steine waren bedruckt. Bildquelle: Lego.

2017 Besserung gab es beim bis heute größten Millennium Falcon, der außerdem auch heute noch auf dem Markt ist. 14 der über 7.000 Teile sind beklebt, 21 sind bedruckt. Bildquelle: Lego.

2019 Dieser Millennium Falcon hat 27 Sticker und drei bedruckte Steine. Bildquelle: Lego.

2025 Der aktuelle Millennium Falcon hat 24 Aufkleber und vier bedruckte Steine. Bildquelle: Lego.

  • Millennium Falcon (2000)
    • Gewicht: 1.180 Gramm
    • Teilezahl: 659 Teile
    • Listenpreis: 100 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 15,4 Cent
  • Millennium Falcon (2004)
    • Gewicht: 1.320 Gramm
    • Teilezahl: 986 Teile
    • Listenpreis: 100 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 11,5 Cent
  • UCS Millennium Falcon (2007)
    • Gewicht: 6.330 Gramm
    • Teilezahl: 5.597 Teile
    • Listenpreis: 500 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 11,3 Cent
  • Millennium Falcon (2011)
    • Gewicht: 1550 Gramm
    • Teilezahl: 1.254 Teile
    • Listenpreis: 140 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 11,9 Cent
  • Millennium Falcon (2015)
    • Gewicht: 1.560 Gramm
    • Teilezahl: 1.330 Teile
    • Listenpreis: 150 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 12,1 Cent
  • UCS Millennium Falke (2017)
    • Gewicht: 7.220 Gramm
    • Teilezahl: 7.541 Teile
    • Listenpreis: 850 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 11,8 Cent
  • Millennium Falke (2019)
    • Gewicht: 1.460 Gramm
    • Teilezahl: 1.353 Teile
    • Listenpreis: 160 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 13,2 Cent
  • Dunkler Millennium Falke (2025)
    • Gewicht: 1.500 Gramm
    • Teilezahl: 1.579 Teile
    • Listenpreis: 180 Euro
    • Preis pro Gramm (inflationsbereinigt): 12 Cent

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Die aufgeführten Daten basieren auf Berechnungen der Klemmbaustein-Plattform Merlins-Steine. Die Preise pro Gramm bewegen sich seit 2004 inflationsbereinigt zwischen 11,3 und 13,2 Cent, es gibt also eine Spanne von 1,9 Cent. Es ist zwar insgesamt ein minimaler Preisanstieg zu erkennen, jedoch schwank er zu sehr, um ihn als stichhaltiges Argument zu verwenden.

Die Daten gelten selbstverständlich nur für die Millennium Falcons. Dennoch unterstützen sie die Annahme, dass die Preise von Lego insgesamt stabil geblieben sind und lediglich im Rahmen der Inflation gestiegen sind. Wenn also nicht an der Quantität gespart wird, könnte es dann bei der Qualität der Fall sein?

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