Eigentlich hätten mich keine zehn Pferde jemals dazu bekommen können, freiwillig einen Yakuza- oder Like-a-Dragon-Ableger zu spielen. Für mich ist das einfach viel zu viel Gelaber …
Doch dann haben die gewieften Füchse bei Ryu Ga Gotoku Studio offenbar von meiner größten Schwäche erfahren und ein Piraten-Spin-Off ans Ufer gespült. Das hat natürlich meine Aufmerksamkeit erregt.
Ausgehungert nach aufregenden Freibeuter-Abenteuern habe ich schließlich schon 140 Stunden in Ubisofts AAAA-Meisterwerk Skull and Bones verbracht. Entsprechend musste ich auch bei Like a Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii trotz meiner Aversion gegen lange Dialoge reinschauen.
Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich hier pures Gold in die Finger gekriegt habe.
Spaß ist alles - auch als Piraten-Yakuza
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ihr steuert den ehemaligen Yakuza-Boss Goro Majima, der nach einem Schiffsunglück am Strand der kleinen Insel Rich Island angespült wird und an Amnesie leidet. Durch einen Zufall werdet ihr schließlich in das Piraten-Geschäft eingeführt und würfelt mir nichts, dir nichts eine eigene Crew zusammen.
Mit eurem kleinen Piratenschiff segelt ihr nach Nele Island, wo ihr auf eure ehemaligen Yakuza-Kollegen trefft. Doch dort ist etwas Böses im Busch. Schnell findet ihr nämlich heraus, dass auf dem Eiland ein Milliarden-Dollar schwerer Schatz versteckt sein soll, der bereits das Interesse der größten Fische der Unterwelt geweckt hat.
Majima ist zweifelsohne einer der interessantesten Protagonisten, die ich seit Langem gespielt habe. Mit einer Mischung aus sarkastischem Humor, sympathischem Wahnsinn und gewieftem Geschick macht er für mich sogar Captain Jack Sparrow Konkurrenz.
1:29
Like a Dragon geht auf Piraten-Abenteuer – und die Story ist genau so verrückt, wie ihr denkt
Gameplay-Vielfalt bis zum Abwinken
Die meiste Zeit des Spiels seid ihr zu Fuß in der US-amerikanischen Großstadt Honolulu sowie dem Piratennest Madlantis unterwegs. Dort erledigt ihr unzählige Nebenmissionen, prügelt euch mit Passanten sowie Verbrechern und habt Spaß mit Minispielen.
Konflikte löst ihr eigentlich immer mit einer saftigen Schlägerei, während im Dialog mit freundlich gesinnten Menschen auch eure charmante Seite zu Vorschein kommt.
Doch wie es sich für richtige Seebären gehört, bewegt ihr euch auch über das Meer. Hier steuert ihr euer eigenes, mit mächtigen Kanonen, Flammenwerfern und Maschinengewehren ausgestattetes Piratenschiff. Besonders starke Gegner könnt ihr außerdem entern und zusammen mit eurer Crew auf dem Deck platt machen.
Eine Besonderheit der Yakuza-Reihe sind die abgedrehten Minispiele. So könnt ihr in Pirate Yakuza etwa den überraschend runden Fun Racer Dragon Kart
spielen oder in der Crazy-Taxi-Hommage Crazy Delivery
versinken.
Mein Highlight ist aber Sicko Snap
, ein Railgun-Shooter in bester Pokémon-Snap-Manier, bei dem ihr Fotos von Exhibitionisten schießen müsst. Für Nahaufnahmen gibt es natürlich Bonuspunkte!
12:54
Pirate Yakuza in Hawaii ist die beste Piraten-Action seit Jahren
Kleine Schwächen mindern den Spaß kaum
Ein Kernelement der Yakuza-Reihe sind die zahlreichen Dialoge. Und so unterhaltsam sie meist auch geschrieben sein mögen, irgendwann sind sie mir eben doch auf die Nerven gegangen.
Das gilt aber ausschließlich für die Nebenaktivitäten. Die Hauptstory ist großartig! Dennoch müsst ihr hier Sitzfleisch beweisen, denn die ersten fünf Stunden des Spiels bestehen knapp zur Hälfte aus Dialogen und Zwischensequenzen. Uff!
Weiter gestalten sich einige wenige Aktivitäten, etwa die Expeditionen von Schatzinseln oder Schiffskämpfen, nach einiger Zeit etwas monoton. Und die Grafik ist auch kein Hingucker. Mir persönlich reicht die Optik zwar vollkommen aus, doch da wäre einfach noch mehr drin gewesen.
Mein Spiele-Höhepunkt seit zwei Jahren: Selten hat mich eine Spielwelt so sehr gefesselt wie in Yakuza Pirate. Und dann war da noch die Freundschaft zwischen Majima und seiner Crew, die mich so mitgerissen hat, dass ich am Ende des Spiels richtig traurig war, mich nun verabschieden zu müssen.
Sicher ist Yakuza Pirate nicht perfekt, doch das letzte Spiel, das mich so sehr begeistern konnte, war Resident Evil 4 Remake. Und das ist inzwischen über zwei Jahre her.
Yakuza wird mich noch lange Zeit begleiten
Nachdem ich Pirate Yakuza inzwischen beendet habe, freue ich mich auf die sage und schreibe neun(!) story-relevanten Vorgänger, die ich nun nachholen kann. Die haben zwar nichts mit Piraten zu tun, doch die Welt von Yakuza hat mich so sehr begeistert, dass ich die gesamte Geschichte erleben will.
Vergangene Woche habe ich Yakuza Kiwami gestartet und bin überrascht, dass mir die Geschichte im Remake des Yakuza-Debuts bisher sogar noch besser gefällt als im Piraten-Ableger. Dessen Atmosphäre bleibt allerdings bislang noch ungeschlagen.
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