Lootboxen - Französischer Politiker fordert mehr Transparenz

Immer mehr Politiker interessieren sich für das Thema Lootboxen. Ein französischer Senator hat nun der zuständigen Online-Glücksspielbehörde in einem offenen Brief geschrieben und sich für mehr Transparenz eingesetzt.

von Martin Dietrich,
27.11.2017 13:22 Uhr

In der Diskussion um Lootboxen hat sich auch ein französischer Politiker eingeschaltet. In der Diskussion um Lootboxen hat sich auch ein französischer Politiker eingeschaltet.

Die Lootbox-Kontroverse wird auch in Frankreich diskutiert. Vor rund zwei Wochen schrieb der französische Senator Jérôme Durain der Behörde für Online-Glücksspiel in Frankreich, ARJEL, und kritisierte die Glücksspiel-Ähnlichkeit der Beutekisten (Übersetzung via Reddit). In seinem Schreiben preist er zunächst den kulturellen Wert der Videospiele und die Möglichkeit, durch E-Sport auch einen Leistungssport zu betreiben. Durain hofft jedoch darauf, dass ARJEL weiter alles daran setzt, E-Sport und Glücksspiel voneinander zu trennen.

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Im Verlauf des auf Twitter veröffentlichten Briefes geht er dann auf Star Wars: Battlefront 2 und der Entwicklung von Pay2Win-Strategien ein:

"Ich denke zwar, dass es im Moment nicht notwendig ist, spezifische Rechtsvorschriften zu erlassen, ich frage mich jedoch, ob Verbraucherschutz in diesem Bereich wünschenswert ist. Die Verwendung von Lootboxen, die kosmetische Inhalte bieten, scheint von der Öffentlichkeit akzeptiert zu sein. Die Entwicklung von sogenannten Pay2Win-Praktiken ist umstrittener, wie die jüngste Kontroverse um das Spiel Star Wars: Battlefront 2 zeigt. Abgesehen von der Akzeptanz dieser Praxis weisen einige Beobachter auf eine Annäherung der Videospielwelt und den Praktiken des Glücksspiels hin."

China als Vorbild

Transparenz sei in Bezug auf genaue Statistiken und Gewinnchancen von Lootboxen nicht die Regel, schreibt Durain weiter. China zählt er als gutes Beispiel für eine derartige Praxis auf. Publisher müssen im Reich der Mitte die exakten Chancen auf einen Gewinn mitteilen. »Verfügt ARJEL über die nötige Infrastruktur, die für eine allgemeine Erhebung von Gewinnquoten für Mikrotransaktionen erforderlich ist?«, fragt Durain am Ende seines Schreibens und fordert darüber hinaus eine schnelle und genaue Selbstregulierung in diesem Bereich. »Ich bin davon überzeugt, dass wir durch gemeinsame Überlegungen eine befriedigende Antwort auf dieses neue Problem finden können.«

Der Politiker hat auch weitere Stellen über seine Gedanken informiert wie den Verband der französischen Videospielindustrie (SNJV), den E-Sport-Verband in Frankreich und eine Gewerkschaft für Spiele-Publisher (SELL), dem Unternehmen wie Nintendo, EA, Activision, Microsoft oder Ubisoft angehören.

In der Vergangenheit hatten sich bereits Politiker aus Belgien, Großbritannien, Australien und den USA gegen Lootboxen ausgesprochen und eine teils härtere Regulierung gefordert.

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