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Lost Ark: Warum mich die Open World in ihren Bann zieht

Meinung: Lost Ark kitzelt die Sammelwut von Autor Christian und bietet endlich genügend Anreize, um entspannt zu spielen.

Ich schreibe diese Zeilen, während der Client von Lost Ark im Hintergrund seit Stunden arbeitet. Die gigantische Warteschlange auf Asta runterzählt. Meine CPU foltert. Aber ich bleibe dran. Schließlich will ich heute Abend weiter meinen Kampfmönch hochleveln. Wie jeden Abend seit Release.

Was vielleicht nicht alle wissen: Ich bin absolut nicht der MMORPG-Typ! Eigentlich. Obwohl ich mich sonst in Hardcore-Shootern zuhause fühle, komme ich momentan nicht an Amazons kunterbuntem Anime-Rollenspiel Lost Ark vorbei.

Und will es auch gar nicht, denn selten hat mich eine Open World mit ihrer Grind-Spirale so in den Bann gezogen. Und das liegt an cleveren Mechanismen, die die meisten ambitionierten Spieler lange Zeit komplett ignorieren. Zu Unrecht, finde ich.

Schneller, höher, ... nö!

Ich plädiere gerne dafür, in Open Worlds nicht nur von einem Meilenstein zum nächsten zu hetzen, um möglichst schnell das Endgame zu erreichen. Der Weg ist das Ziel, wie es so schön heißt.

Bin ich mit meiner Meinung bei euch komplett an der falschen Adresse? Dann seid ihr hier besser aufgehoben:

Ihr seid noch da? Ah, meine lieben Langsamspieler, wir verstehen uns! Lieber gurke ich doppelt so lange durch die niedrigen Ränge, als unterwegs fast nichts mitgenommen zu haben. Ich spiele für die sinnliche Erfahrung, auch wenn das manchmal wie das genaue Gegenteil aussehen kann.

Falls ihr beim Spielen von Lost Ark einen Kampfmönch seht, der im Zickzack durch die Open World rennt, macht euch nichts draus. Das bin nur ich, auf der Suche nach Mokoko-Samen. Die kleinen Pflanzen-Dingsis sind überall auf Arkesia verteilt. Über 1.200 Stück warten mal gut sichtbar nahe Teleportern, mal fies versteckt in Gebüschen auf meinen scharfen Blick. Sogar in vielen Dungeons liegen sie verstreut!

Je mehr davon ich aufspüre, desto mehr spezielle Belohnungen kassiere ich. Aber um die geht es mir gar nicht, ich liebe einfach diesen niedlichen Jingle, wenn ich sie einsammele:

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Das große Drumherum

Und die Mokoko-Samen sind nur ein ganz kleines Zahnrad. In einer viel größeren Motivationsmaschine rattert ein System neben dem anderen, wie auch der GameStar-Test zu Lost Ark aufdeckt. Alleine die Abenteuerfolianten bieten hunderte Gründe, sich auf die Open World einzulassen. In diesen Büchern sammele ich für jede Region meine Meilensteine.

Gebietsbosse wollen ausfindig gemacht und mit anderen Spielern gemeinsam besiegt werden. Ich sammele Items, bereite lokale Speisen zu und katalogisiere Teleporter, um am Ende ein Gebiet zu 100 Prozent erforscht zu haben. Wieder winken Gimmicks als Belohnung, wie ein Raptor zum Reiten, den ich leider unbedingt haben muss. Aber der Forschergeist ist hier der Antrieb, die Belohnung nur ein netter Nebeneffekt.

Außerdem verstecken sich überall kleine, mehrteilige Geschichten. Um sie zu entwirren, muss ich Hinweisen folgen und alle Schnipsel in begrenzter Zeit zusammensetzen. Also ganz manuell, indem ich kurze Texte lese und meinen Grips bemühe. Das macht nicht nur Spaß, sondern gibt der Welt ein Gesicht.

Zumindest dann, wenn ich spielen kann - siehe meine hartnäckige Strategie am Anfang des Artikels. Wie die Lage auf den Servern derzeit ist, zeigen wir euch im regelmäßig aktualisierten Artikel:

Der Clou: Kram sammeln ist kaum mehr als Beiwerk! Kein Spieler erleidet gewichtige Nachteile, wenn er diese Aspekte komplett ignoriert und den Charakter binnen 30 Stunden ins Endgame prügelt. Die Sammelsachen lassen sich auch später noch erledigen, oder gar nicht.

Ich gehe aber bewusst den langsamen und gründlichen Weg, weil mir das gefällt. Und Lost Ark bietet sowohl für mich als auch den Turbotyp Spieler das passende Erlebnis an, was beileibe nicht jeder Open World gelingt. Zuletzt bin ich bei The Division 2 so in einer Spielwelt aufgegangen. Anders, aber doch ganz ähnlich lief es kürzlich bei Dying Light 2. Mein Kollege Dennis ist ebenfalls schwer begeistert, wie ihr im extrakurzen Podcast während der Mittagspause hören könnt:

Link zum Podcast-Inhalt

Und so dümpeln meine beiden Charaktere in Lost Ark noch auf Level 29 rum, während meine Freunde schon das Endgame umpflügen. Ich kann warten, denn ich will die Open World nicht wie ein Landwirt beackern, sondern entspannt wie ein Touri bereisen. Auch wenn mir mein eigener Spielstil manchmal selbst den letzten Nerv raubt!

Ich habe eine Zutat gefunden. Natürlich MUSS ich sie einsammeln. Ich habe eine Zutat gefunden. Natürlich MUSS ich sie einsammeln.

Schattenseiten eines sonnigen Gemüts

Bestimmte Muster in Lost Ark bergen Frustpotenzial für Spieler wie mich. Wieder müssen die knuffigen Mokoko-Samen als Beispiel herhalten. Ich weiß, dass ich genau aufpassen und auch mal durch Gebüsche rennen muss, um die Teile zu finden.

Leider zwingt mich mein Hirn in den Habitus, einfach immer nach den Mistdingern Ausschau zu halten. Also auch im Dungeon, wenn mir gerade der Miniboss seine Angriffe um die Ohren haut. Unpraktisch, aber kein Problem im Spieldesign, sondern in meiner Hirnstruktur.

Aber auch das Spieldesign leidet unter gewissen Automatismen. Konkret sind die Mini-Geschichten, Sammelaufgaben und Co. sehr maschinell nach bestimmten Mustern aufgebaut. Zwar sind sie insgesamt sehr ausufernd und breit gefächert vertreten, aber als Spieler blickt man bald doch hinter die Suchtspirale, auf der Lost Ark basiert.

Video starten 15:32 Lost Ark - Der Preis und die Gründe für den unglaublichen Steam-Rekord

Daher vermute ich, dass mir der Spaß irgendwann vergehen wird, da an diesem Punkt alles sehr vorhersehbar wird. Und dann dürfte sich das Gameplay, trotz der ganzen Abwechslung, wie das Abarbeiten von Bewegungsmustern anfühlen. Dann müsste die Routine eintreten, zumindest in der Theorie.

Davon spüre ich im Moment aber nichts, mir macht der Gameplay-Loop in der Open World von Lost Ark gefühlt jeden Tag mehr Spaß. Wenn es so weit ist und erste Langeweile aufkommt, hoffe ich, endlich im Endgame angekommen zu sein. Und da soll ja erst der richtige Spaß warten ... das sagen zumindest die Anderen immer.

Wie spielt ihr Lost Ark oder MMOs im Allgemeinen? Schnell ins Endgame oder langsam und bedächtig? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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