Landwirtschaftssimulator: Die wichtigsten Neuerungen, die der LS 22 liefern muss

Ein Jahr mehr Entwicklungszeit als seine Vorgänger sorgen für hohe Erwartungen beim Landwirtschafts-Simulator 22. Kann er diesen gerecht werden?

von Florian Franck,
09.05.2021 11:00 Uhr

Der Landwirtschafts-Simulator 22 bietet nicht nur eine überarbeitete Version der bergigen Karte Erlengrat, sondern auch haufenweise neue Features von Jahreszeiten, optimierter Forstwirtschaft und mehr bis hin zu Verbesserungen im Multiplayer und Technik. Wie er damit die Vorgänger ausstechen kann, klären wir in unserer Analyse.

Die vier Jahreszeiten brauchen Abwechslung

Ein bereits bestätigtes Feature im neuen Landwirtschafts-Simulator sind Jahreszeiten. Gänzlich neu ist das Feature nicht, da es bereits in der Vergangenheit Mods gab, die Sommer, Winter und Co. im Spiel ermöglichten. Doch nicht jeder Spieler greift auf Mods zurück und im schlimmsten Fall sind die Erweiterungen nach einem Update nicht mehr nutzbar oder werden eingestellt.

Wetteränderungen gab es schon, Jahreszeiten im Grundspiel sind der logische nächste Schritt. Schnee, Blütenpracht und mehr sollten aber nicht nur von optischer Natur sein, sondern auch das Spiel und die Tätigkeiten als Landwirt beeinflussen.

Schneeschieben im Winter

Kinder könnten zum Beispiel eine Schneeballschlacht im weißen Nass veranstalten. Als Landwirt haben wir schon deutlich weniger zu lachen: Was machen wir, wenn unsere Pflanzen bei niedrigen Temperaturen nicht mehr wachsen können? Dazu lest ihr weiter unten mehr.

Auch Schneeschieben auf dem eigenen Hof wäre eine passende Abwechslung zur Feldarbeit. Hier könnte man sogar die NPC-Aufträge integrieren! Unser Wunsch: Einsatz im Schneeräumdienst für die Kommune. Der Bürgermeister schreibt den Auftrag aus, wir satteln unseren Traktor, räumen Schnee und streuen die Fahrbahn.

Die Winterlandschaft sieht im LS 22 schon beeindruckend aus. Die Winterlandschaft sieht im LS 22 schon beeindruckend aus.

Spuren im Schnee: Fußabdrücke und Reifenspuren im Schnee stärken die Immersion im Spiel und würden das Bild abrunden. Auch verschiedene Schneehöhen sind ein »Must-Have« für LS 22.

Tierzucht im Winter: Kühe, Schweine und Schafe tummeln sich in ihren Ställen oder grasen im abgetrennten Bereich. Wenn es zu kalt wird, sollten wir sie aber lieber dauerhaft drinnen einquartieren. Damit die Jahreszeiten im Singleplayer nicht in zu viel Arbeit ausarten, sollte man die Option auch deaktivieren können. Spieler sollten sich aussuchen können, wie realistisch die Simulation ist. Dazu gehört auch das Deaktivieren von Frost und Co..

Pflanzenwachstum abhängig von Wind und Wetter

Bisher ist das Wachstum der Pflanzen eine statische Angelegenheit. Einmal ausgesät, sprießen die Pflanzen munter vor sich hin und lassen sich von nichts stoppen. Es sei denn, man rumpelt mit einem Traktor übers Feld, dann heißt es ciao, Ernte! Selbst alles überwucherndes Unkraut hindert die Pflanzen nicht am Wachstum, als Spieler erhält man lediglich weniger Ertrag bei der Ernte.

Statt übers Feld zu rumpeln, sollte es lieber mit einem Mähdrescher abgeerntet werden. Statt übers Feld zu rumpeln, sollte es lieber mit einem Mähdrescher abgeerntet werden.

Was LS 22 liefern muss: Sommerpflanzen sollten sich nicht im Herbst aussäen lassen und wer im Frühling seine Felder nicht bestellt, muss eine weitere Saison warten oder einen schlechten Ertrag in Kauf nehmen.

Monokulturen und Ölrettich: Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe. Wird immer die gleiche Fruchtsorte angebaut, entsteht eine Monokultur, die den Boden unbrauchbar macht. Im Landwirtschafts-Simulator spielt das - ohne Mods - keine Rolle. Mit der Saat von Ölrettich nähern sich die Entwickler der Thematik langsam an. Pflanzt man zwischendurch Ölrettich an, steigert das den Erfolg bei der nächsten Ernte. Noch spannender wird die Feldplanung aber, wenn man bei Ertrag und Pflanzenwachstum auch noch solche Monokulturen berücksichtigen muss.

Welche Features bereits im neuen Teil enthalten sind, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt. Was wir bereits über LS 22 wissen, haben wir für euch kompakt und übersichtlich zusammengestellt:

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Wir wechseln von den Jahreszeiten zu den Helfern und bleiben dabei auf dem Feld. Giants hat bereits angekündigt, dass die KI für den neuen Teil überarbeitet wurde.

Helfer, die uns wirklich bei der Arbeit helfen

Die Felder im Landwirtschafts-Simulator sind rechteckig oder viereckig, Kurven und andere spannende Formen sucht man vergeblich. Schuld sind die Helfer, die man nicht überfordern will. Ja, die sind im Landwirtschafts-Simulator nicht die hellsten Kerzen auf der Torte.

Helfer unterstützen bei der Ernte: Im LS 19 konnten die Helfer einige Aufgaben relativ gut meistern. Wer aber als Spieler in einem Häcksler sitzt und den verarbeiteten Mais direkt in einen fahrenden Anhänger verladen möchte, muss improvisieren oder auf Mods zurückgreifen - das war zu viel für die emsigen Unterstützer. Eine sehr bekannte Mod ist dabei »Courseplay«, die die Erstellung von Routen für Helfer ermöglicht. Aber nicht jeder hat Lust darauf, sich erst mühsam eine Mod einzurichten.

Von der neuen KI sollten deshalb nicht nur NPC-Fahrzeuge profitieren, sondern auch die Erntehelfer. Das würde das Erlebnis für viele Spieler im Singleplayer maßgeblich verbessern. Auch im Multiplayer wären dadurch noch größere Projekte realisierbar.

Synchronisiere Fortschritt mit anderen Spielern

Wer den Landwirtschafts-Simulator im Multiplayer gespielt hat, kennt die Problematik: Betritt ein neuer Spieler den Server, synchronisiert sich der Fortschritt aller Spieler in der Partie. Dabei hält das Spiel kurz an, was besonders dann ärgerlich ist, wenn man gerade mit etwas zu hoher Geschwindigkeit um eine Kurve fährt und im Anschluss die Kontrolle verliert. Hat der Mitspieler eine langsame Internetverbindung, zieht sich der Vorgang ewig hin …

Synchronisation ohne Pause: Abgesehen davon läuft der Multiplayer sehr gut. Mit LS 19 wurde die Möglichkeit eingeführt verschiedene Höfe zu betreiben. Dadurch ist der Mehrspieler abwechslungsreicher und bietet eine höhere Langzeitmotivation.

Ein weiteres Wunsch-Feature wäre Crossplay zwischen PC und Konsolen. Giants hat bereits angekündigt, dass auf dem PC 16 Spieler zusammen spielen können, auf den Konsolen hingegen nur acht. Somit rückt Crossplay in weite Ferne - aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Vereinfachte Mechaniken für die Forstwirtschaft

Im Landwirtschafts-Simulator 13 gab es die Forstwirtschaft nur per Mod. Mit LS 15 bekam jeder Spieler direkt zum Release die Möglichkeit, Bäume zu Pflanzen oder umgekehrt ganze Wälder zu roden. Das Fällen von Bäumen funktioniert gut, das Verladen hingegen ist ein Krampf und mit viel Frust verbunden. Der neue Teil muss endlich die Greifmechanik in den Griff kriegen, damit sich Holz ohne verrenkte Finger verladen lässt. Die Verarbeitung von Holz hingegen macht eine Menge Spaß.

Mehr Möglichkeiten bei der Tierzucht

Auch bei der Tierzucht gibt es noch Luft nach oben. Die Tiere wirkten wie Dekorationsobjekte und nicht gerade lebendig. Gekaufte Tiere werden beim Viehzüchter direkt verladen, bevor es weiter zum Stall geht. Danach wird Mischfutter bereitgestellt, der Stall wird ab und an von außen gereinigt und das Wasser wird kontrolliert. Kühe produzieren automatisch Milch, Mist und Gülle. Schafe müssen nicht geschoren werden, um Wolle zu erhalten und Schweine vegetieren vor sich hin. Abwechslung sucht man vergebens.

Mehr Details bei den Kühen. Aber gibt es auch mehr Möglichkeiten? Mehr Details bei den Kühen. Aber gibt es auch mehr Möglichkeiten?

Auf den ersten Screenshots zum neuen Landwirtschafts-Simulator haben wir bereits Details entdeckt, die auf eine umfangreichere Tierzucht hindeuten. Neben mehr Aufgaben rund um die Tiere wünschen wir uns auch mehr Realismus: Wer im größten Stall 250 Kühe hält, sieht davon nur einen Bruchteil. Hinzu kommt, dass die Größenverhältnisse nicht passen. Der größte Kuhstall in LS 19 würde in echt maximal Platz für 50 Kühe bieten.

Mehr Händler auf der Karte

Uns sollen im neuen Landwirtschafts-Simulator mehr als 400 Maschinen von über 100 realen Herstellern erwarten. Und wie viele Händler gibt es auf der Karte? Einen. Dort kaufen wir als Spieler sämtliche Fahrzeuge, Gerätschaften und Materialien ein. Mehr Anlaufstellen würden für Abwechslung sorgen und wären auch spielerisch interessant. Jeder Händler könnte mit anderen Marken oder zeitlich begrenzten Rabatten locken.

Über den Autor
Florian Franck
@SirMetalizer

Ich gebe es zu: Die Wunschliste ist noch nicht sehr lang. Das liegt allerdings auch daran, dass noch nicht viel über die neuen Features für LS 22 bekannt ist. Ein dynamisches Einsinken in den Boden wäre schön, allerdings ist das wohl ein Wunsch, der mit dem neuen Teil nicht erfüllt wird. Für mich bedeutet der Landwirtschafts-Simulator vor allem eines: Abschalten. Nach einem langen und stressigen Tag starte ich das Spiel und kann ohne Druck das machen, worauf ich Lust habe. Grubbern, Saat ausfahren, Pferde reiten oder ein paar Bäume fällen. Letzteres aber nur mit Unterstützung einer Autoload-Mod für Baumstämme. Denn die Stämme haben mich nicht nur einmal den letzten Nerv gekostet.

Und selbst wenn nicht alle hier vorgestellten Wünsche und Verbesserungen ihren Weg ins Spiel finden, bin ich mir sicher, dass LS 22 mehr Abwechslung und eine bessere Performance im Vergleich zum Vorgänger bieten wird.

Ziemlich sicher hingegen dürfte sein, dass der neue Landwirtschafts-Simulator nicht wie GTA wird. Allerdings wäre LS ohne GTA ein anderes Spiel geworden.

Welche Features wünscht ihr euch im Landwirtschafts-Simulator 22? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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