Der vielleicht schönste Mini-PC könnte optisch von Apple sein und ist nicht größer als ein Taschenbuch

Kompakt, leistungsstark und optisch ansprechend: Der FAEX1 mit AMDs Ryzen AI Max+ 395 begeistert, leider gibt es einen großen Haken.

Der FAEX1 vom chinesischen Hersteller FEVM ist der vielleicht schönste Mini-PC, den der Markt aktuell zu bieten hat. (Bildquelle: VideoCardz) Der FAEX1 vom chinesischen Hersteller FEVM ist der vielleicht schönste Mini-PC, den der Markt aktuell zu bieten hat. (Bildquelle: VideoCardz)

Mini-PCs werden immer beliebter. Waren es vor noch nicht langer Zeit nur einfache Office-Rechner in kompakten Gehäusen, geben sich die Hersteller heute Mühe, möglichst viel Leistung in einem kompakten Formfaktor anzubieten. 

Geradezu für den Einsatz in solchen Kleinstrechnern prädestiniert ist dabei AMDs Ryzen AI Max+ 395 CPU, deren integrierte Grafikeinheit die Leistung einer dedizierten mobilen RTX 4070 von Nvidia bietet. Wir haben den Prozessor bereits im Asus ROG Flow Z13 einem Test unterziehen können.

Sven Scharpe
Sven Scharpe

Sven ist seit Oktober 2024 Teil der GameStar-Tech Redaktion. Er ist ausgebildeter Fachinformatiker und war unter anderem bei Heise und ComputerBase als Redakteur tätig. Neben Musik der etwas härteren Art hat er auch privat ein ausgeprägtes Faible für technische Geräte, egal ob Laptop, Smartphone oder ganz normale PC-Hardware.

Aber seien wir mal ehrlich, schön sehen die meisten dieser Rechner nicht wirklich aus, eigentlich ähneln sich die Modelle meist stark. Die Hersteller verfahren beim Design mehrheitlich nach der Devise quadratisch, praktisch, gut

Doch es geht auch anders: Der chinesische Hersteller FEVM hat mit dem FAEX1 ein System vorgestellt, das die Definition von kompakt und leistungsstark neu interpretiert. Das Unternehmen zwängt die bereits erwähnte leistungsstarke AMD-CPU in ein Gehäuse, dessen Volumen nicht mehr als 1,02 Liter beträgt. Mit seinen Abmessungen von lediglich 220 x 133 x 35 Millimetern ist es kaum größer als ein Taschenbuch. 

Auf den ersten Blick könnte man den FAEX1 auch für einen externen Datenträger oder einen kleinen Switch halten. (Bildquelle: VideoCardz) Auf den ersten Blick könnte man den FAEX1 auch für einen externen Datenträger oder einen kleinen Switch halten. (Bildquelle: VideoCardz)

Das Herzstück: AMD Ryzen AI Max+ 395

Das Highlight des FAEX1 ist aber zweifellos der enorm leistungsstarke AMD Ryzen AI Max+ 395. Dieser Chip besitzt gleich 16 Zen-5-Kerne und mit der Radeon 860S die stärkste iGPU, die der Markt aktuell hergibt. Sie verfügt über 40 RDNA 3.5 Compute Units und erreicht eine Leistung, die normalerweise dedizierten Mittelklasse-Grafikkarten vorbehalten ist.

Um diese Abwärme auf engstem Raum zu bändigen, setzt FEVM auf ein aufwendiges Kühlsystem: Eine großflächige Vapor Chamber kombiniert mit zwei aktiven Lüftern soll eine TDP von bis zu 160 Watt stabil abführen können. 

Das Gehäuse selbst besteht aus CNC-gefrästem Aluminium und erinnert optisch mit seinem markanten Lochgitter-Design an Apples Mac Pro.

Konnektivität ohne Kompromisse

Trotz des geringen Volumens geizt der FAEX1 nicht mit Anschlüssen. Besonders hervorzuheben ist der OCuLink-Port, der eine nahezu verlustfreie Anbindung externer Grafikkarten (iGPU) ermöglicht. Zudem bietet das System gleich drei M.2-Slots für NVMe-SSDs. 

Die technischen Spezifikationen im Überblick:

  • Prozessor: AMD Ryzen AI Max+ 395 (16 Kerne, 32 Threads, Zen 5 Architektur)
  • Grafik: Integrierte Radeon 860S (40 RDNA 3.5 Compute Units)
  • Arbeitsspeicher: 64 GB oder 128 GB LPDDR5X-8533 (fest verlötet)
  • Speicherplatz: 3x PCIe 4.0 x4 M.2 2280 SSD-Slots
  • Anschlüsse Front: 1x USB4 (40Gbps), 1x USB-A (10Gbps), SD 4.0 Kartenleser, 3,5-mm-Audio
  • Anschlüsse Rückseite: 1x USB4 (40Gbps), 1x USB-A (10Gbps), HDMI 2.1, DisplayPort 2.0, OCuLink (PCIe 4.0 x4)
  • Netzwerk: 2,5-GBit-LAN, WiFi 7 und Bluetooth 5.4
  • Kühlung: Dual-Fan-System mit Vapor Chamber
  • Gehäuse: CNC-gefrästes Aluminium mit einem Volumen von ca. 1,1 Liter

Preis und Verfügbarkeit

Leistung auf diesem Niveau hat ihren Preis. In China wird der FAEX1 in der Barebone-Konfiguration (also ohne SSD) mit 64 GB RAM für 10.999 Yuan angeboten, was umgerechnet etwa 1.332 Euro entspricht. Die High-End-Variante mit 128-GB-RAM schlägt dagegen mit 13.999 Yuan (ca. 1.696 Euro) zu Buche. Aufgrund der aktuell stark anziehenden Preise für Arbeitsspeicher dürften sich die hier genannten Verkaufspreise vermutlich bald noch deutlich erhöhen.

Ob und wann der FAEX1 offiziell den Weg nach Europa findet, ist leider unklar. Falls ihr euch für einen Import interessiert, solltet ihr in jedem Fall die Zollgebühren im Blick behalten. Für mich ist der FAEX1 jedenfalls der bisher schönste Mini-PC, den ich mir auch selbst gerne auf den Schreibtisch stellen würde, wenn ich ihn denn hierzulande käuflich erwerben könnte.

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