Sei Avengers: Endgame (2019) hat Marvel 12 Filme und 12 Serien herausgebracht. Doch über die Qualität lässt sich guten Gewissens diskutieren. Zu den größten Marvel-Enttäuschungen zählen zum Beispiel Ant-Man 3 oder die TV-Serie Secret Invasion.
Bereits im Mai 2024 erkannten Disney-CEO Bob Iger und Marvel-Chef Kevin Feige den Ernst der Lage. Jetzt scheint Feige aber auch zu verstehen, wie sich Fans fühlen müssen.
Zu viele Projekte und keine neuen Fans
Erst kürzlich veröffentlichte The Wall Street Journal einen Artikel, der tiefe Einblicke in die derzeitige Lage von Marvel bietet. Demnach habe Kevin Feige erkannt, dass die aktuelle Strategie nicht mehr zielführend sei.
Marvel habe sich zu einem »Club ohne neue Fans« entwickelt. Denn die vielen Serien und Filme, die jährlich erscheinen, bauen unmittelbar aufeinander auf. Für Neueinsteiger wird es dementsprechend immer schwieriger, die ganzen Zusammenhänge zu verstehen und in die Superhelden-Materie einzutauchen.
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Im finalen Trailer zu Thunderbolts drückt Marvel mächtig auf die Tränendrüse
Das beste Beispiel ist wohl der aktuelle Film Thunderbolts. Die Charaktere stammen alle bereits aus vorangegangenen Projekten. Demnach müsste man, um sie zu kennen und alles zu verstehen, erst einmal Black Widow, Ant-Man 2, The Falcon and The Winter Soldier und im besten Falle noch Hawkeye schauen.
Außerdem ist Feige der Meinung, dass sich die neuen Projekte - insbesondere die Serien - mittlerweile viel »eher nach Hausaufgabe als nach Unterhaltung anfühlen.« Da würden ihm einige Fans sicher zustimmen, denn in der Vergangenheit zeigten sich immer mehr Menschen aus der Community unzufrieden mit der Richtung, in die sich das Universum entwickelt.
Es muss also eine Lösung her und die hat Feige anscheinend bereits gefunden: Nur noch ein bis zwei Live-Action-Serien pro Jahr, die unabhängiger von den großen Blockbustern sein werden. Also Shows wie Daredevil: Born Again, die man nicht unbedingt schauen muss, um im Kino den Durchblick zu haben.
Falls ihr euch gerade fragt: Aber warum denn überhaupt so viele Produktionen? Ein ausführender Produzent bei Marvel Studios liefert die Antwort.
Disney wollte mehr
Im März 2024 gab Brad Winderbaum in dem Podcast Phase Zero einiges über die Bedingungen von Disney Plus preis.
Ehrlich gesagt gab es den Auftrag, so schnell wie möglich so viel wie möglich für Disney Plus zu produzieren. [...] Und dann gab es eine Verschiebung, und plötzlich mussten wir unsere Veröffentlichungstermine ausdehnen. Das ist also der Grund für die vielen Verzögerungen.
Serien wie Your Friendly Neighborhood Spider-Man, Daredevil: Born Again, Ironheart oder Eyes of Wakanda sollten eigentlich bereits 2024 erscheinen. Durch den Streik in Hollywood und die neue Strategie von Disney Plus verzögerten sich die Releases jedoch. Wann die Projekte nun stattdessen erscheinen, könnt ihr unter dem verlinkten Artikel nachlesen.
Die freie Zeit zwischen den Projekten sitzen Winderbaum und sein Team aber nicht einfach untätig herum und drehen Däumchen:
Wir nutzen die Zeit, [...] der Ofen ist immer an und man kann bestimmte Dinge ein bisschen länger backen. Ich glaube, das macht die Projekte letztlich nur noch besser.
Marvel und Disney möchten also zukünftig wieder mehr auf Qualität als auf Quantität setzen und das Universum so umbauen, dass jeder wieder durchsteigen kann. Ob das gelingt? Mehr als abwarten können wir aktuell wohl nicht.
Einen ersten Schritt in die richtige Richtung macht der Superhelden-Konzern aktuell mit dem Blockbuster Thunderbolts, der Fans nach langer Zeit mal wieder begeistern kann. Mehr dazu findet ihr im obigen Kasten.
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