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Mein erstes Mal: VR ist dir so lange egal, bis du es ausprobiert hast

Sascha hatte nicht einfach nur null Interesse an VR – er hat es regelrecht verachtet. Dann hat er Virtual Reality ausprobiert und seine Meinung dramatisch geändert.

von Sascha Penzhorn,
09.09.2020 05:00 Uhr

  • Wie fühlen sich Spiele an, wenn man sie mit Virtual-Reality-Brillen wie der Oculus Rift S erlebt? Macht das Spaß? Unser Autor Sascha Penzhorn war skeptisch.
  • Doch dann hat er sich eine VR-Brille zugelegt und Spiele wie Asgard's Wrath oder Ark Park ausprobiert. Das Erlebte hat ihn verblüfft.
  • Zur Abwechslung wurde Sascha mal zu nichts gezwungen, er hat das alles freiwillig gemacht - und berichtet darüber, wie sich seine einstigen VR-Vorurteile in Luft auflösten.
  • Dieser Artikel entstand anlässlich des Feedbacks von GameStar-Usern im Forum.

Im Bild: Sascha, wie er von der VR-Community im GameStar-Forum für seine despektierlichen Äußerungen zur Rechenschaft gezogen wird. Im Bild: Sascha, wie er von der VR-Community im GameStar-Forum für seine despektierlichen Äußerungen zur Rechenschaft gezogen wird.

VR ist bescheuert.

Du gibst einen vergleichsweise hohen Geldbetrag aus, um dir zwei winzige Bildschirme vor die Fresse zu kleistern. Dann spielst du irgendwelche Nischentitel, von denen keine Sau jemals was gehört hat. Auf superhohe Auflösung und Hammergrafik hoffst du besser nicht. Macht aber nix, denn mehr als fünf Minuten hältst du eh nicht durch, bevor du Kopfschmerzen bekommst und mit dem Kotzen anfängst.

Ja toll, anstelle der Maus oder dem Analog-Stick bewegst du deinen Kopf, so viel mehr Realismus bringt das aber auch nicht. Und wenn du mal VR-Gameplay auf YouTube anschaust, stellst du schnell fest, dass viele Spieler schon daran scheitern, Gegenstände beim ersten Versuch problemlos aufzuheben und mit ihnen zu interagieren, weil die Steuerung kompletter Schrott ist.

Welcher Idiot zahlt freiwillig Geld für sowas? Na ja … anscheinend ich.

Der Autor
Eigentlich mag Sascha Penzhorn abgefahrene Hardware, mit der man Spiele völlig neu erlebt. Er ist mit Geräten wie dem Light Phaser und der 3D-Brille für das Sega Master System aufgewachsen und stört sich auch nicht an gewöhnungsbedürftigen Eingabegeräten wie dem Nunchuck-Controller für Nintendo Wii oder den Joy Cons für Nintendo Switch. Beim Thema VR waren ihm die Probleme und Abstriche bisher aber immer zu gewaltig. Brechreiz, fummelige Steuerung, krümelige Auflösung und Fliegengitter. Das alles zu einem stolzen Preis und mit einer Bibliothek von Anwendungen und Spielen, von denen kaum ein Mensch gehört hat. Und doch wollen die Forderungen nach mehr Artikeln zum Thema einfach nicht aufhören. Warum eigentlich?

Ich hasse das GameStar-Forum

Ich hab mich mit Lesern regelrecht angelegt, weil sie mehr VR-Berichterstattung fordern. Das bringt es ja auch total, jetzt auch noch über Sachen zu schreiben, die ein Publikum ansprechen, das bei uns gegen null geht. Was mich nicht davon abhielt, Dragon's Eye zu testen, das sich auf Steam derzeit an exakt zwei Spielern erfreut, aber das ist ein anderes Thema.

Aber ausgerechnet VR, diese überteuerte Spielerei, die immer noch in den Kinderschuhen steckt! Zu diesem Zeitpunkt basierte mein gesamtes »Wissen« über die Materie auf Erlebnisberichten voller Übelkeit und Migräne und irgendwelchen Gameplay-Videos aus dem Internet. Es gibt ein extrem unterhaltsames Video von SovietWomble, in dem er mit Freunden Pavlov, also Counter-Strike in VR spielt - mit der Grazie und Anmut einer neugeborenen Giraffe.

Link zum YouTube-Inhalt

Bei aller Begeisterung für den Unterhaltungswert bekam ich in erster Linie den Eindruck, dass die größte Herausforderung in Pavlov plötzlich nicht mehr der Kampf mit dem Feind war, sondern der Versuch, Waffen aufzuheben, nachzuladen und zwischendurch nicht wiederholt alles versehentlich wegzuschmeißen oder beim Hantieren mit Messern und Granaten das eigene Team zu lynchen.

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