Die Browser-Erweiterung Honey, die sich selbst als kostenloses Tool zum Sparen von Geld
anpreist, steht aktuell im Zentrum einer brisanten Kontroverse.
Der YouTuber MegaLag will in einer mehrjährigen Recherche aufgedeckt haben, dass das Unternehmen, das inzwischen zu PayPal gehört, Influencer und Konsumenten gleichermaßen betrogen haben soll – ein möglicherweise millionenschwerer Skandal.
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Wie Honey angeblich Affiliate-Einnahmen stiehlt
Honey präsentiert sich als kostenlose Browser-Erweiterung, die automatisch Gutscheincodes findet und anwendet, um euch beim Online-Einkauf Geld sparen zu lassen. Mit prominenter Unterstützung durch Influencer-Sponsoring bei bekannten YouTube-Kanälen wie MrBeast, Markiplier und Linus Tech Tips wurde die App über 19 Millionen Mal installiert. Doch genau diese Influencer könnten die größten Opfer des Honey-Systems sein.
Einer der zentralen Vorwürfe lautet, dass Honey gezielt Affiliate-Cookies von Influencern überschreiben soll, um Provisionen für Verkäufe umzuleiten.
Das funktioniert laut MegaLags Recherche folgendermaßen:
- Ein Nutzer klickt auf den Affiliate-Link eines Influencers, z. B. für ein Produkt bei Amazon oder einen der anderen über 30.000 unterstützten Online-Shops.
- An der Kasse schlägt Honey vor, mögliche Gutscheincodes anzuwenden.
- Sobald der Nutzer auf »Rabatt anwenden« klickt, überschreibt Honey stillschweigend den ursprünglichen Affiliate-Cookie und ersetzt ihn durch seinen eigenen. Dies geschieht angeblich auch, wenn gar kein Rabattcode gefunden wurde.
Das Ergebnis: Der Influencer verliert die Provision, und Honey (bzw. PayPal) kassiert.
Eine weitere Praxis, die kritisiert wird, ist das sogenannte Honey Gold
, inzwischen als PayPal Rewards bekannt. Dabei bietet Honey den Nutzern minimales Cashback (z. B. 89 Cent auf eine 35-Dollar-Provision), während der Großteil der Affiliate-Einnahmen bei PayPal bleibt.
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The Day Before: Zwischen Betrug und Inkompetenz
Honey führt möglicherweise auch Nutzer hinters Licht
Neben dem Vorwurf des Provisionsdiebstahls steht Honey auch wegen irreführender Werbung in der Kritik. Die Browser-Erweiterung behauptet, »jeden verfügbaren Gutscheincode« zu finden, doch laut MegaLag haben Onlineshops die Kontrolle darüber, welche Codes von der Erweiterung überhaupt angezeigt werden.
Angeblich werden viele funktionierende Gutscheincodes blockiert, die sich mit einer einfachen Suche online finden lassen, und durch niedrigere Rabatte ersetzt. So sichern sich laut MegaLag sowohl die Partnerunternehmen als auch Honey höhere Margen, weil der Verkaufspreis am Ende höher ausfällt.
Wie könnte es weitergehen?
Nun stellt sich eine große Frage: Ist das Honey-System lediglich fragwürdig aufgebaut oder tatsächlich illegal? Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnten rechtliche Konsequenzen für Honey und deren Mutterkonzern PayPal unausweichlich sein.
Besonders die Manipulation von Affiliate-Cookies und die Umleitung von Einnahmen dürften dabei im Fokus stehen. Solche Praktiken könnten als unlauterer Wettbewerb oder sogar als Betrug eingestuft werden, was mögliche Klagen durch betroffene Influencer oder Verbraucherorganisationen nach sich ziehen könnte.
Honey selbst betont auf seiner Webseite, dass es seine Einnahmen durch Provisionen von Partnerunternehmen erzielt. Diese Gelder würden teilweise in Form von PayPal Rewards an die Nutzer zurückfließen, was laut Honey ein Win-Win-Modell
darstelle.
Diese Darstellung steht im starken Kontrast zu den von MegaLag erhobenen Vorwürfen. Durch das Überschreiben von Affiliate-Cookies würden nicht nur potenzielle Einnahmen umleitet, sondern Honey lässt laut ihm auch die Transparenz vermissen, die eine solche Vorgehensweise für Nutzer nachvollziehbar machen würde.
Solltet ihr Honey nutzen und durch MegaLags Recherchen verunsichert sein, bietet sich natürlich an, die Erweiterung vorsichtshalber zu löschen und stattdessen manuell nach Rabatten zu suchen.
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