Kane Parsons war 16 Jahre alt, als sein kurzer Found-Footage-Horrorfilm The Backrooms auf YouTube explodierte: Vier Jahre später ist daraus nun ein vollwertiger Kinofilm geworden.
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Backrooms startete am 18. Juni 2026 im Kino, inszeniert von Parsons selbst, der damit mit gerade einmal 20 Jahren sein Spielfilmdebüt vorlegt. Im Interview mit GameStar hat er uns erzählt, wie aus einem YouTube-Phänomen ein waschechter Horrorfilm vom Filmverleih A24 (Everything Everywhere All at Once, Moonlight, Hereditary) wurde.
Hollywood kam auf ihn zu
Dass A24 irgendwann einstieg, beschreibt Parsons als Entwicklung über mehrere Wochen. Nach dem Start seines Kurzfilms und der anschließenden Serie meldeten sich immer größere Firmen bei ihm:
»Es war nicht so sehr so, dass A24 aus dem Nichts auftauchte, mit diesem großen Plan und diesem Angebot. Ich hatte den Kurzfilm gemacht, ich hatte eine Serie gemacht. Das lief ungefähr einen Monat, bevor sich eine ganze Reihe von Firmen meldete. Es war eher so ein schleichender Prozess: Man konnte sehen, wie im Lauf der Wochen die Firmen größer und bekannter wurden.«
Parsons kam damals von außerhalb der Filmbranche. Er war ein Teenager, dessen Horrorvideo plötzlich überall herumgereicht wurde. Viele Namen, die sich bei ihm meldeten, konnte er zunächst kaum einordnen:
»Und ich habe viele dieser Firmen gar nicht wirklich erkannt, weil ich einfach nicht … ich war 16, ich kannte die eigentliche Branche zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich. Ich hatte nur so eine Außenperspektive darauf.«
The Backrooms war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Internet-Phänomen, Parsons musste aber sehr schnell verstehen, wie Filmrechte, Produzenten, Deals und kreative Kontrolle funktionieren.
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Das Internet-Phänomen Backrooms könnte der gruseligste Film des Jahres werden
Schon im März 2022, rund ein bis zwei Monate nach dem Durchbruch von The Backrooms, traf Parsons Atomic Monster und 21 Laps. Atomic Monster ist die Produktionsfirma von James Wan (Conjuring, Insidious), 21 Laps kennt man unter anderem durch Stranger Things:
»Im März 2022 bin ich all das vorsichtig angegangen. Ich habe mich mit Atomic Monster und 21 Laps getroffen, mit der Unterstützung eines Managements, das ich erst im selben Monat bekommen hatte, und eines Anwalts.
Wir haben eine Möglichkeit gefunden, sicher an die Frage heranzugehen: Was würde ein Film hier überhaupt bedeuten? Wie könnten wir das machen, ohne befürchten zu müssen, dem bisherigen Projekt zu schaden? Was wäre ein sicherer Weg, das auszuloten?«
Die Vorlage wirkt durch Leere, Orientierungslosigkeit und das Gefühl, dass dieser Ort größer ist als jede Erklärung. Endlose Räume, künstliches Licht, ein Grundgefühl von Verlorensein: Der Stoff ist schwer über eine Spielfilmlänge zu tragen.
Ein Kinofilm braucht Figuren und eine Story, zu viele Erklärungen würden dem Ort sein Mysterium nehmen. Zu wenig Struktur hingegen könnte wie ein verlängertes YouTube-Video wirken. Ein Plan musste her.
A24 wollte noch am selben Tag einen Deal
Aus den frühen Gesprächen entstanden laut Parsons mehrere mögliche Filmversionen. Rund ein halbes Jahr später, im Oktober 2022, stellten er und sein Team die Idee unter anderem A24 vor:
»Wir haben ein paar verschiedene Versionen davon entwickelt, was ein Film sein könnte. Und zu der Zeit haben wir gepitcht.
Wir hatten eine bestimmte Version, aber breiter ging es einfach darum, was The Backrooms sein könnte, und das haben wir ein paar Firmen vorgestellt. A24 war eine davon. Das war im Oktober 2022. Wir haben morgens mit ihnen gesprochen, und am Abend hatten sie sich schon wieder gemeldet und wollten einen Deal machen. [...]
Ich war völlig aus dem Häuschen deswegen. Und sie sind seitdem wirklich großartige kreative Partner gewesen. Es hat wirklich die Tür zu einer großen Freiheit bei kreativen Entscheidungen geöffnet.«
A24 passt auf dem Papier gut zu Backrooms: Das Studio steht seit Jahren für Horror, der stark über Atmosphäre, Unbehagen und eigenwillige Ideen funktioniert – wie etwa die Filme von Ari Aster (Midsommar, Hereditary).
Der Erfolg gibt Parsons recht
Inzwischen kann gesagt werden: Der vorsichtige Umgang mit der Vorlage hat sich offenbar ausgezahlt. Der Film steht bei Rotten Tomatoes derzeit bei 88 Prozent positiver Kritiken und hat weltweit bereits 262 Millionen Dollar eingespielt. Damit ist Backrooms inzwischen der erfolgreichste Film in der Geschichte von A24.
Damit hat Backrooms A24s bisherigen Spitzenreiter Marty Supreme (neun Oscarnominierungen) überholt. Für einen Horrorfilm, der auf einem viralen YouTube-Mythos basiert und von einem 20-jährigen Debütanten inszeniert wurde, ist das eine extrem starke Leistung.
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