Mittlerweile gibt es unzählige Serien auf Netflix, die nach einer Staffel auf dem Friedhof der verlorenen Seelen gelandet sind: Dead Boy Detectives, The Boroughs, The Residence oder The Society – um an dieser Stelle nur einmal ein paar Namen zu nennen.
Dann gibt es aber noch große Blockbuster wie One Piece oder The Night Agent, die mit ihren ersten Staffeln bereits komplett durch die Decke gingen. Doch nur weil die ersten Folgen viele Zuschauer an Land ziehen konnten, ist das keine Garantie dafür, dass sie auch weiterhin dabei bleiben. Das zeigt ein neuer Bericht des Medien- und Technologieunternehmens Bloomberg.
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Fans verlieren immer mehr das Interesse
Die Zuschauerbindung wird für Netflix mehr und mehr zum Problem. Demnach zeigt der Bericht, dass beliebte Titel auf dem Streaming-Dienst schon nach der ersten Staffel einen deutlichen Zuschauerrückgang verzeichnen (via Scrnradar).
Ein prominentes Beispiel ist die Live-Action-Verfilmung von One Piece. In den ersten vier Wochen nach dem Release der zweiten Staffel schalteten 30 Prozent weniger Zuschauer ein als noch bei Staffel 1. Und das, obwohl die zweite Season bei Rotten Tomatoes deutlich besser bewertet wurde.
Bei der Agentenserie The Night Agent sind die Zahlen sogar noch alarmierender. Staffel 2 lockte im Januar 2025 nur noch etwa die Hälfte der vorherigen Zuschauer vor den TV. In den folgenden Staffeln sank die Quote immer weiter. Mittlerweile hat Netflix die Serie nach vier Staffeln eingestellt. Die letzten Folgen erscheinen voraussichtlich 2027.
Mit am schwersten trifft es jedoch die Anthologie-Serie Beef, die bei ihrer Rückkehr im April 2026 über 70 Prozent ihrer Zuschauer verloren hat. Aktuell ist nicht klar, ob es überhaupt noch neue Folgen geben wird.
Hier könnt ihr euch dazu eine Grafik von Bloomberg-Redakteur Lucas Shaw anschauen:
Link zum Twitter-Inhalt
Obendrein hat sich ebenfalls das Wachstum des gesamten Engagements verlangsamt. Demnach stieg die gesamte Nutzungszeit auf dem Streaming-Dienst 2025 nur um weniger als zwei Prozent, was für ein so großes Unternehmen, das auf eine starke Zuschauer-Aktivität angewiesen ist, natürlich nicht gerade viel ist.
Die Aktie von Netflix fiel seit Jahresbeginn um rund 17 Prozent. In den letzten 12 Monaten kam man insgesamt auf einen Abfall von etwa 40 Prozent, weshalb die Investoren jetzt wieder verstärkt auf die langfristige Bindung der Zuschauer setzen wollen, als auf das Abonnentenwachstum.
Das Internet hat tausend Gründe parat
Wen könnte man besser befragen, warum sie nicht mehr einschalten, als die Netflix-User selbst? Auf X wird die Thematik unter diversen Posts des Bloomberg-Redakteurs Lucas Shaw bereits heiß diskutiert.
Dabei werden viele, wirklich VIELE Gründe genannt. Hier sind ein paar davon:
- Die Produktionen würden billig und qualitativ schlecht wirken, obwohl die Technik mittlerweile oft teurer ist
- Zu viel Content; die Watchlisten von Fans werden immer länger und die Motivation sie abzuarbeiten werde dadurch geringer
- Generische und vorhersehbare Geschichten; es sei alles einheitlich und es gebe kaum mehr etwas Neues
- Das Binge-Model rege zwar dazu an die Serie durchzuschauen, aber wenn Fans am Ende enttäuscht seien, kehren sie nicht wieder zurück
- Die Wartezeiten auf neue Staffeln seien zu lang
Unter den Beiträgen von Shaw häufen sich insgesamt tausende Kommentare, die alle ihr Leid klagen. Ob Netflix in Zukunft etwas ändert, bleibt abzuwarten. Um die Community besser zu verstehen, braucht das Unternehmen aber wohl nur einen Blick auf X zu werfen.
Unsere Redakteurin Miffy hat langen Serien übrigens schon vor einiger Zeit weitestgehend abgeschworen. Sie vertreibt sich ihre Zeit lieber mit den Mini-Versionen. Mehr dazu in der obigen Linkbox.
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