Der Überraschungs-Release von The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered hat die Gaming-Welt ordentlich durchgerüttelt. Für viele von euch war es ein Grund zur Freude, denn das legendäre Rollenspiel kehrt in neuem Glanz zurück und bringt Nostalgie sowie frischen Wind zugleich.
Doch während ihr voller Vorfreude nach Cyrodiil zurückkehrt, bleibt auf der anderen Seite ein fader Beigeschmack – vor allem bei Indie-Studios, deren mühsam geplante Releases plötzlich im Schatten des Giganten stehen.
Der Release von Oblivion Remastered kam als klassischer Shadow Drop: Nach monatelangen Gerüchten wurde das Remaster nicht nur angekündigt, sondern direkt veröffentlicht – ohne Vorlauf, ohne große Vorwarnung.
Für Indie-Entwickler und Publisher wie Raw Fury, die am selben Tag das PS2-inspirierte Horror-Spiel Post Trauma veröffentlichten, war das ein Schock. Jahre an Arbeit, Herzblut und Marketing laufen auf einen Tag hinaus – und dann rauscht plötzlich ein Bethesda-Titel wie der Dovahkiin durch den Release-Kalender und fegt alles beiseite.
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Silent Hill aber auf Spanisch - In Post Trauma geht's hinab in gruselige Ubahn-Schächte
Jonas Antonsson, CEO von Raw Fury, bringt es bei X auf den Punkt:
Ich habe Oblivion geliebt (als ich jünger war) und liebe es immer noch, und ich persönlich freue mich, dass es zu neuem Leben erweckt wird und einer ganz neuen Generation von Spielern vorgestellt wird.
Aber aus der Perspektive von Indies und Indie-Publishern ist das das Problem mit dieser Art von massiven Shadow Drops. Alles wird mehr oder weniger begraben. Wir haben weder das Geld noch die Muskeln, um damit um uns zu werfen, also wird alles sorgfältig geplant. Einschließlich des Veröffentlichungszeitpunkts, basierend auf anderen Veröffentlichungen usw. - um die Chancen zu maximieren, Aufmerksamkeit zu erregen.
Ich liebe das veröffentlichte Spiel, aber ich fühle den Schmerz für unser Team und vor allem für den Entwickler, mit dem wir jahrelang zusammengearbeitet haben - der sein Herz und seine Seele in sein Spiel gesteckt hat.
Was bedeutet das konkret? Indie-Spiele wie Post Trauma, The Hundred Line – Last Defense Academy oder auch das gefeierte Rollenspiel Clair Obscur: Expedition 33, die im selben Zeitraum erschienen, kämpfen plötzlich um Sichtbarkeit.
Die Aufmerksamkeit der Presse, der Streamer, der Social-Media-Nutzer und letztlich auch euer Interesse konzentrieren sich überwiegend auf den großen Namen – und kleinere Titel gehen unter, unabhängig von ihrer Qualität.
Das Problem ist dabei nicht nur der unmittelbare Verkaufseinbruch. Oft entscheidet der Launch über den langfristigen Erfolg eines Indie-Spiels. Wird ein Titel zum Release ignoriert, fehlt die wichtige Mundpropaganda, die für Indies überlebenswichtig ist.
Ohne Aufmerksamkeit kein Hype, ohne Hype keine Verkäufe – ein Teufelskreis, der im schlimmsten Fall dazu führt, dass Entwicklerstudios keine Nachfolger mehr entwickeln können oder sogar schließen müssen.
Also: Genießt euren Ausflug nach Cyrodiil, aber behaltet im Hinterkopf, dass abseits der großen AAA-Bühne viele spannende Indie-Perlen auf euch warten – vielleicht gerade jetzt, wo sie ein wenig unter dem Radar fliegen. In der Link-Box findet ihr einige spannende Titel, die diese Woche erschienen sind. Werft mal einen Blick hinein, vielleicht entdeckt ihr ja euer nächstes Lieblingsspiel!
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