Für unseren Exklusiv-Test von Panzer Corps 2 konnten wir das Rundenstrategie-Epos bereits weit vor Release uneingeschränkt spielen - und haben ein Dauerfeuer aus triumphalen, aber auch frustrierenden Szenen erlebt. Wir haben herbe Verluste erlitten und zugleich den immer größeren Ehrgeiz entwickelt, es besser zu machen. Sofort.
Und schwupps ist wieder Mitternacht! Denn Panzer Corps 2 ist nicht nur umfangreicher als sein Vorgänger, sondern auch knackiger. Jede Menge neuer Taktiken, Regeln und Spielmechaniken setzen noch einen drauf aufs klassische Panzer General-Grundgerüst.
Wer das erste Panzer Corps noch nicht kennt, bekommt es nun übrigens geschenkt: Bis zum 7. April 2020 vergeben wir die Vollversion der Panzer Corps Gold Edition (inklusive aller 17 DLCs) an alle Mitglieder von GameStar Plus.
Der Key hat einen Wert von 29,99 Euro!
Gratis-Key für Panzer Corps Gold holen
Schon das erste Panzer Corps, im Sommer 2011 vom Strategie-Publisher Slitherine und Entwickler Flashback Games veröffentlicht, traf genau den Nerv der Old-School-Strategen. Noch heute liegen die positiven Steam-Wertungen bei 91%. Nach 17 (!) DLCs erscheint am 19. März 2020 Panzer Corps 2. Was hat sich knapp neun Jahre nach seinem Vorgänger getan?
Das hat unser Tester Martin Deppe intensiv untersucht. So intensiv, dass wir euch an dieser Stelle von ihm ausrichten sollen, dass er persönlich beleidigt ist, wenn ihr nicht die Bildergalerie der 35 Prototypen anschaut, in die er ganze Nächte gesteckt hat.
Und wer »live« miterleben möchte, aus welchen Gründen sich Martin noch nächtelang an Panzer Corps 2 festgebissen hat, sollte sein fast 12-minütiges Testvideo anschauen:
PLUS
11:31
Panzer Corps 2 Testvideo - Das erste Strategie-Highlight 2020
Weiter geht's unter anderem mit:
- Wie verzweigen die Kampagnen?
- So anspruchsvoll sind die Missionen
- Was bringen die neuen Helden?
- Wie clever spielt die KI?
- Welches neue Feature gefällt uns am besten?
Fünf Sterne auf sechs Ecken
Panzer Corps 2 spielt sich, Überraschung, grundsätzlich wie der 24 Jahre alte Urvater. Die hübschen, aber bis auf flatternde Flaggen und fließende Flüsse leblosen Maps basieren erneut auf einem Hexfeld-System. Hier zieht ihr rundenweise eure Infanteristen, Panzer, Panzerabwehreinheiten, Spähfahrzeuge, Artillerie, Flakgeschütze, Jagdflieger sowie taktischen und strategischen Bomber. Kriegsschiffe sind auch dabei, aber nie Bestandteil eurer Kernarmee.
Grundsätzlich könnt ihr jede Einheit einmal bewegen und einmal angreifen lassen (oder andersrum). Aber es gibt viele Ausnahmen, zum Beispiel können Panzer einen deutlich schwächeren Gegner schlicht überrennen und nochmal komplett ziehen. Optisch hat Panzer Corps 2 dank Unreal Engine 4 etwas zugelegt, die Modelle sind jetzt in 3D und sehen dank vieler Details auch aus der Nähe ordentlich aus, gleiches gilt für die Effekte.
Das Zusammenspiel der Truppentypen ist extrem wichtig: Gut verschanzte Infanteristen sind nur mit einer Kombination aus Artilleriebeschuss, Luftangriff und eigener Infanterie zu knacken - selbst dicke Panzer erleiden schwere Verluste, wenn sie ohne Unterstützung eingegrabene Einheiten angreifen. Auch bei der Verteidigung ist cleveres Kombinieren Trumpf: Jäger und Flak schützen eigene Einheiten, indem sie angreifende Feindflieger zuerst beschießen.
Artillerie beharkt Gegner, bevor sie benachbarte Verbündete angreifen. Und neuerdings feuern Panzerabwehrwaffen automatisch auf Panzer, die einen benachbarten eigenen Trupp attackieren. Das Austüfteln der richtigen Strategie macht nach wie vor einen großen Reiz aus, zumal jetzt viele Regeln und Taktiken hinzugekommen sind - dazu später mehr.
Keine Nazi-Symbolik
Panzer Corps 2 erscheint weltweit in einer identischen Version, die sich lediglich durch die lokalisierten Ingame-Texte unterscheidet. Diese Version enthält keinerlei Hakenkreuze, SS-Runen oder andere Nazi-Insignien. Auch die Heldennamen sind generisch, lassen sich nicht verändern und basieren nicht auf historischen Persönlichkeiten. Die Ingame-Texte und (englisch vertonten) Briefings sind militärisch-sachlich formuliert. Das Spiel ist nicht USK-geprüft, weil es bislang rein auf Steam vertrieben wird. Der Vorgänger hat eine Altersfreigabe ab 18 Jahren.
Kampagnen mit Zweigen
In den fünf Weltkriegskampagnen (Polen, Barbarossa, Nordafrika, Kursk 1943, Italien) kommandiert ihr ausschließlich die deutsche Seite plus ein paar Verbündete, etwa italienische Truppen. Die Westalliierten und Sowjets spielt ihr lediglich in den acht Einzelszenarios, auf Zufallskarten oder im Multiplayer, der auch via Hotseat und E-Mail funktioniert.
Dass später Alliierten-Kampagnen als DLC folgen werden, ist natürlich so sicher wie das Amen in der Kirche, die gab es auch schon beim ersten Panzer Corps. Und dank des mitgelieferten, umfangreichen Editors (siehe unten) dürfte auch der Nachschub durch die Community gesichert sein - unabhängig von den offiziell eintrudelnden DLCs.
Die fünf Kampagnen umfassen insgesamt 61 Missionen, die gelegentlich verzweigen. Beim Russlandfeldzug ab 1941 habt ihr zum Beispiel gleich die Wahl, ob ihr im Norden, in der Mitte oder im Süden der Ostfront beginnen wollt. Wählt ihr den Norden, müsst ihr in der Folgemission Leningrad erobern. Die Mitte führt euch hingegen nach Kiew und dann direkt nach Moskau, die Südfront bringt euch über Kiew und eine Rostow-Mission nach Moskau - hier finden die drei Pfade wieder zusammen, um sich ein paar Einsätze später nach Stalingrad erneut zu trennen.
Solche Parallelmissionen unterscheiden sich vor allem durch das Map-Layout. Szenarios mit wenigen, aber stark befestigten Zielen eignen sich eher für infanteriefokussierte Armeen, während weite Ebenen mit mehr und weiträumiger verteilten Zielen für Panzer geeigneter sind. Es gibt auch wieder fiktive Einsätze, so könnt ihr die Operation Seelöwe (die Invasion Englands) spielen, die euch nach der Eroberung von London weiter an die amerikanische Ostküste, über den Mississippi und schließlich an den Pazifik führt.
Der Editor: Historisch? Fiktiv? Geht alles!
Mit dem mitgelieferten umfangreichen, aber unkomplizierten Editor könnt ihr eigene Szenarien entwerfen oder vorhandene bearbeiten. Wer zum Beispiel große Seeschlachten mag, kann sich in diesem »FjordWar« austoben, inklusive Schlachtschiffen und deutschem Flugzeugträger »Graf Zeppelin« (der in Wirklichkeit nie zum Einsatz kam, zum Kriegsende war er zu rund 90% fertiggestellt). Oder wie wär's mit einer Runde unter Wasser? U-Boote könnt ihr auf Über- und Unterwasserfahrt umschalten, auf Tauchfahrt werden ihnen nur Zerstörer und Taktische Bomber gefährlich. Anders als früher können die Boote allerdings nicht mehr mit einem Glücksfaktor entkommen, wenn sie angegriffen werden.

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