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PlayStation vs. Xbox: Exklusivspiele sind die Waffen im Konsolenkrieg

Wer hat das bessere Launch-Lineup, PlayStation 5 oder Xbox Series X? Dass wir uns 2020 mit dieser Frage beschäftigen, liegt in der Vergangenheit begründet.

von Stephan Freundorfer,
20.10.2020 05:00 Uhr

  • Was ist besser, PlayStation 5 oder Xbox Series X? Sehr oft ist das eine Diskussion über Exklusivspiele.
  • Die Konsolen von Microsoft, Sony oder Nintendo haben schon immer versucht, mit dem auf eine Plattform beschränkten Release gehypter Titel die Kunden vom Kauf zu überzeugen. Bei PS5 und der neuen Xbox ist das nicht anders.
  • Doch der Blick in die Vergangenheit zeigt: Nicht immer waren Exklusivspiele so umstritten wie zu Zeiten des großen Internet-Shitstorms.

Nach Microsofts Bethesda-Übernahme ist nicht unwahrscheinlich, dass The Elder Scrolls 6 und das nächste Fallout exklusiv für Xbox (und PC) erscheinen. Nach Microsofts Bethesda-Übernahme ist nicht unwahrscheinlich, dass The Elder Scrolls 6 und das nächste Fallout exklusiv für Xbox (und PC) erscheinen.

»Grafik-Fetischisten und Action-Fans atmen auf - das Spektakel erscheint auch für PCs«, verkündet GameStar im Herbst 2000 erleichtert. Das Spektakel heißt Halo, und seit der Übernahme des Entwicklers Bungie durch Microsoft im Juni des gleichen Jahres sind die Sorgen der PC-Gemeinde groß, dass ihnen der hochgehypte (und zu diesem Zeitpunkt noch in Third-Person inszenierte) Actiontitel als Xbox-exklusives Spiel durch die Lappen gehen könnte.

Microsoft hält Wort, lässt die PC-Spieler allerdings knapp zwei Jahre auf die Umsetzung des gefeierten Xbox-Starttitels warten - und bedient sich damit einer der häufigsten Ausschließlichkeitsstrategien für Spiele: der Konsolen- und Zeitexklusivität.

Halo ist ein Paradebeispiel für den immensen Effekt, den ein exklusives Spiel für eine Plattform haben kann: Der atmosphärische Ego-Shooter wird im November 2001 nicht nur von der Presse zu dem Spiel hochstilisiert, für das allein sich die Anschaffung der Xbox lohnt. In den sechs Wochen nach dem US-Start verkauft Newcomer Microsoft beachtliche 1,5 Millionen Konsolen - und mehr als 50 Prozent davon gehen im Verbund mit Halo über die Theke.

Das Remake von Demon's Souls erscheint exklusiv für die PlayStation 5. Das Remake von Demon's Souls erscheint exklusiv für die PlayStation 5.

Ein fantastischer Wert für die sogenannte »attach rate«, also das Verhältnis von zusammen gekaufter Hard- und Software. Übrigens stehen zu diesem Zeitpunkt mit Project Gotham Racing (30 Prozent) und Dead or Alive 3 (20 Prozent) zwei weitere Exklusivtitel auf Platz 2 und 3.

Halo wird damit eine der erfolgreichsten Spieleserien und zur wichtigsten Marke auf der Xbox. Und auch wenn bis dato kein Halo mehr als Starttitel einer neuen Xbox-Generation erscheint, setzt Microsoft doch stets auf den Master Chief, um den Hype für ein kommendes Gerät zu schüren. Abseits von Windows-PCs zieht der Supersoldat nämlich ausschließlich auf Xbox-Hardware in den Kampf.

Auch in der nächsten Konsolengeneration - also auf der PlayStation 5 und der Xbox Series X/S - wird es Exklusivspiele geben. Sony wird weiterhin die Werke hauseigener Studios wie Naughty Dog (The Last of Us 2) als Verkaufsargumente nutzen, Microsoft kann nach der Bethesda-Übernahme The Elder Scrolls 6 exklusiv auf der Xbox (und dem PC) veröffentlichen. Zumindest orakelte Microsoft-Chef-Phil Spencer in einem Interview mit Bloomberg, man entscheide über den Release auf anderen Konsolen »von Fall zu Fall«.

Auch auf dem PC bleibt das Thema aktuell, weil der Epic Store weiterhin versucht, mit (zeit-)exklusiven Spielen gegen Steam zu punkten. Doch obwohl es Exklusivtitel schon lange gibt, beweist ein Blick in ihre Geschichte, dass eines früher anders war:

Die Spieler ärgerten sich weniger darüber.

Spiele sind systemrelevant

Die Microsoft- und Sony-Pressekonferenzen des letzten E3-Jahrzehnts mit ihrem manischen Herumreiten auf der Exklusivität der vorgestellten Titel könnten den Eindruck erwecken, dass man es hier mit einem vergleichsweise neuen Phänomen zu tun hat.In Wirklichkeit treibt dieses Thema die Plattformhersteller aber seit der Gaming-Frühzeit an - was ja auch verständlich ist: Software verkauft (einer alten Branchen-Binsenweisheit gemäß) nun mal Hardware. Je attraktiver der eigene Software-Katalog und je unattraktiver im Vergleich dazu das Angebot der Konkurrenz, desto besser.

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