Project Phoenix - Entwickler beschuldigt den Game Director der Veruntreuung von 1 Mio. Dollar

Der Entwickler Tariq Lacy beschuldigt den Game Director von Project Phoenix, Hiroaki Yura, eine Million Dollar an Kickstarter-Geld veruntreut zu haben. Dieser widerspricht.

von Sebastian Zelada,
22.11.2017 13:27 Uhr

Project Phoenix wurde nach seinem erfolgreichen Kickstarter mehrfach verschoben. Project Phoenix wurde nach seinem erfolgreichen Kickstarter mehrfach verschoben.

Es ist eine Schlammschlacht, die zwischen dem Entwickler Tariq Lacy und dem Director des Spiels Project Phoenix, Hiroaki Yuna, abläuft. Laut Lacy hat Yura eine Million Dollar an "Project Phoenix"-Kickstartergeld veruntreut und für sein neuestes Spiel Tiny Metal benutzt, berichtet Kotaku. Lacy fungierte als Markting- und PR-Manager von Tiny Metal.

Der Director wehrt sich und behauptet, dass Lacy sich rächen wolle, nachdem er angeblich wegen sexueller Belästigung den "Project Phoenix"-Entwickler Creative Intelligent Arts (CIA) verlassen musste. Project Phoenix erzielte 2013 insgesamt 1.014.600 Dollar an Backergeld und warb damit, "einen neuen Standard der Exzellenz für die japanische Spielebranche zu setzen". Das Spiel hatte einige der bekannten Größen der japanischen Branche hinter sich. So heuerte der ehemalige "Final Fantasy"-Komponist Nobuo Uematsu bei CIA an.

Project Phoenix - Kickstarter-Video zum Crowdfunding-JRPG 9:07 Project Phoenix - Kickstarter-Video zum Crowdfunding-JRPG

Schwere Anschuldigungen auf Facebook

Die hohen Ziele erreichte Project Phoenix bis heute nicht. Es verfehlte seine Deadlines und 2015 verkündete Director Hiroaki Yuna die Verschiebung um drei Jahre. Im April 2017 hieß es dann, er plane zunächst die Veröffentlichung eines weiteren Spiels namens Tiny Metal, über seine neu gegründete Firma AREA 35. Es hätten sich Investoren für Project Phoenix gefunden, die bereit seien Geld in die Hand zu nehmen, sollte Tiny Metal ein Erfolg werden.

Tiny Metal wurde laut Tariq Lacy aus den Kickstartermitteln zu Project Phoenix finanziert.Tiny Metal wurde laut Tariq Lacy aus den Kickstartermitteln zu Project Phoenix finanziert.

Tiny Metal sollte eigentlich am 21. November 2017 erscheinen, wurde jedoch in letzter Sekunde um einen Monat auf den 21. Dezember verschoben. Tariq Lacy bezichtigte Yura daraufhin über den Facebook Account von Project Phoenix des Betruges.

Yura habe das Geld aus dem Kickstarter von Project Phoenix genutzt, "um AREA 35 zu gründen und die Mitarbeiter, das Equipment und die Büros zu bezahlen, um Tiny Metal zu machen." Hiroaki Yura habe Lacy darum gebeten, "alle Anschuldigungen, dass dieses Geld von irgendjemandem anderen als privaten Investoren stamme, zu verneinen."

Project Phoenix hätte 2014 in die Beta gehen sollen.Project Phoenix hätte 2014 in die Beta gehen sollen.

Woher stammt das Geld für Tiny Metal?

Lacy behauptet, er habe sich geweigert, für Yura falsche Wahrheiten zu fabrizieren. Yura habe indes die Fans getäuscht, indem er Updates zu Project Phoenix auf den entsprechenden offiziellen Blogs veröffentlichte und sie bewusst so formulierte, dass sie die Fans bei der Stange hielten. Tatsächlich habe er aber nicht vorgehabt, das Spiel zu veröffentlichen. Die Posts seien nur ein Mittel gewesen, um den Verpflichtungen gegenüber den Investoren zu entgehen. Dem widerspricht Yura vehement.

So sei das Geld aus dem Kickstarter zu Project Phoenix in dessen Alpha geflossen. Er habe auch Geld investiert, das er mit anderen Projekten verdient habe, wie I Am Setsuna von Square Enix. "Wir haben die Assets, um das zu beweisen", so Yura.

Das Geld zu Tiny Metal hingegen sei zunächst von australischen Investoren gekommen. Als die Mittel ausgingen, habe man einen Deal mit Sony Music Entertainment abgeschlossen.

Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Lacy

Gegenüber Kotaku fuhr Yura zudem schweres Geschütz gegen Lacy auf und beschuldigte ihn der sexuellen Belästigung von weiblichen Angestellten. Es habe zudem "viele andere Probleme" mit ihm gegeben. Yura bewahre sich rechtliche Schritte vor. Aktuell bespreche man sich mit einem Anwalt. Es gebe "drei Zeugen", die bestätigen könnten, was in dieser Zeit abgelaufen sei.

Auch Tiny Metal wurde in letzter Sekunde verschoben – auf den 21. Dezember dieses Jahres.Auch Tiny Metal wurde in letzter Sekunde verschoben – auf den 21. Dezember dieses Jahres.

Geld für Tiny Metal kam angeblich von Sony und aus Australien

Momentan steht also Aussage gegen Aussage, ohne schlagkräftige Beweise. Auch mehrere hundert Logs von Slack-Chats, die Tariq Lacy an Kotaku übermittelte, sorgten nicht für Aufklärung, da sie kein relevantes Material enthielten.

Man darf gespannt sein, was letztlich an den gegenseitigen Vorwürfen dran ist. Die komplette Hintergrundgeschichte gibt es auf Kotaku.


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