PUBG - Skins nach Release nicht mehr kostenlos, Fan-Aufschrei

Mikrotransaktionen noch während der Early-Access-Phase von Playerunknown's Battlegrounds machen die Spieler sauer. Noch schlimmer wird es durch die Andeutung, dass es bald gar keine Gratis-Loot-Crates mehr geben könnte.

von Tobias Ritter,
27.07.2017 12:51 Uhr

Aufruhr in der Community: In Playerunknowns Battlegrounds gibt es bald die ersten Mikrotransaktionen.Aufruhr in der Community: In Playerunknowns Battlegrounds gibt es bald die ersten Mikrotransaktionen.

Brendan »Playerunknown« Greene und sein Team bei Bluehole Studio haben sich in den vergangenen Monaten einen respektablen Stand bei der Community von Playerunknown's Battlegrounds erarbeitet: Regelmäßige Updates mit neuen Inhalten, ein generell bereits robuster Client trotz Early-Access-Phase und viel Kommunikation mit Fans und Spielern trugen dazu bei.

Jetzt allerdings sehen sich die lange Zeit beliebten Entwickler mit einem ersten kleinen »Shitstorm« konfrontiert. Der Grund: Die Ankündigung zeitlich begrenzter Mikrotransaktionen während der Gamescom 2017. 2,50 US-Dollar werden Spieler während der Messezeit ausgeben müssen, um den notwendigen Schlüssel zum Öffnen der besonderen »Gamescom Invitational Crate« zu erhalten.

Kritik an Preisgestaltung

In der Lootbox enthalten ist eine breite Auswahl an neuen Kleidungsstücken, die allesamt an die Filmvorlage Battle Royale angelehnt sind. Die beiden ebenfalls neuen Loot-Kisten »Wanderer Crate« und »Survivor Crate« sind weiterhin kostenlos zu öffnen, enthalten jedoch nur Teile von jeweils einem neuen Kleidungs-Set, während die kostenpflichtige Kiste insgesamt fünf Sets umfasst.

Einige Spieler monieren nun nicht nur, dass Greene damit gegen seine eigene Aussage verstößt, die Monetarisierung durch Loot-Crates und Skins erst nach dem finalen Release des Battle-Royale-Shooters einzuführen. Anstoß nehmen viele Kritiker auch an der Preisgestaltung.

25 US-Dollar für ein einzelnes Kleidungs-Set?

Wie ein Reddit-Nutzer noch einmal verdeutlicht, kostet eine der Gamescom-Crates nämlich 2,50 US-Dollar. Enthalten ist allerdings nur ein Kleidungsstück. Ein komplettes Set besteht vermutlich aus vier solcher Einzelteile. Für ein ganzes Outfit werden also schon mindestens 10 US-Dollar fällig.

Nun besteht allerdings die Möglichkeit, einige der Kleidungsstücke doppelt aus den gekauften Crates zu erhalten - was drin ist, sehen die Spieler ja erst, nachdem sie den Schlüssel gekauft und die Kiste geöffnet haben. Besagter Reddit-Nutzer hat daraus errechnet, dass lediglich eine Chance von 0,065 Prozent besteht, alle vier unterschiedlichen Set-Gegenstände in vier aufeinanderfolgenden Crates zu erhalten.

Sehr viel wahrscheinlicher ist also, dass die Spieler im Schnitt 15 bis 25 US-Dollar ausgeben müssen, um nur eines der seltenen Outfits zu erhalten. Abschließend stellt der Reddit-Nutzer die rhetorische Frage, wer denn 20 US-Dollar für ein einzelnes In-Game-Outfit ausgeben würde, wenn große Unternehmen wie Electronic Arts, Ubisoft oder Bethesda etwas derartiges direkt zum Kauf anbieten würden.

Nach Release keine Gratis-Crates mehr?

Das alleine hat den »Shitstorm« allerdings nur entfacht. Weiter aufgeheizt wird er nun durch Spekulationen und Befürchtungen vieler Spieler bezüglich der Zukunft von Mikrotransaktionen in Playerunknown's Battlegrounds. Und dazu trägt Greene selbst mit einigen seiner jüngsten Aussagen bei.

Im Anschluss an die Early-Access-Phase von Playerunknown's Battlegrounds wird es nämlich möglicherweise gar keine kostenlosen Loot-Kisten mit Kleidungsstücken mehr geben. Das deutete der Lead-Designer und Projektleiter auf dem offiziellen Discord-Channel zum Spiel an. Gleichzeitig betonte er, dass es sich ja nur um optionale kosmetische Dinge handele, die niemand kaufen müsse, um das Spiel spielen zu können.

Mikrotransaktionen grundsätzlich akzeptiert

Und genau an dieser Aussage stören sich die meisten Spieler. Eine generelle Akzeptanz für kostenpflichtige Loot-Crates als zusätzliche Option im Spiel scheint innerhalb der Community durchaus vorhanden zu sein. Das allerdings erst nach dem Release des fertigen Spiels und auch nur als Zusatz-Option und nicht als alleinige Funktionsweise.

Viele Nutzer befürchten offenbar, dass der Steam-Item-Marktplatz rund um Playerunknown's Battlegrounds ähnlich außer Kontrolle gerät, wie in der Vergangenheit bereits bei Counter-Strike: Global Offensive, Team Fortress 2 und Killing Floor 2. Dort gehen Keys und Crates im Sekundentakt an neue Besitzer über.

Wie zumindest die Preise für einzelne Gegenstände außer Kontrolle geraten können, hat sogar Playerunknown's Battlegrounds schon gezeigt: Besonders seltene Items wie der Playerunknown's-Trenchcoat aus der Vorbesteller-Edition kosten auf dem Community-Marktplatz derzeit an die 300 US-Dollar. Das komplette Playerunknown's-Set liegt bei über 840 US-Dollar.

Mehr dazu: Zeitlich begrenzte Mikrotransaktionen in PUBG

Eine bittere Wahrheit - Videokommentar zum Siegeszug von Mikrotransaktionen 2:43 Eine bittere Wahrheit - Videokommentar zum Siegeszug von Mikrotransaktionen

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