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Seite 2: Passend zum Pride Month: 8 fantastische Buchempfehlungen

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Heartstopper

Mary Marx: Beziehungen müssen nicht immer dramatisch, düster oder voller schlechter Dinge wie Eifersucht sein. Manchmal sprechen die Akteure auch miteinander und lösen Probleme, ehe sie zur Vollkatastrophe werden. Genau das liebe ich an Heartstopper von Alice Oseman. Und zwar so sehr, dass ich ein wenig in dieser Liste schummel und euch einen Comic empfehle.

Highschooler Charlie ist offen homosexuell und hat sich in Nick, den Star der Rugbymannschaft verknallt. Denkt er zuerst, dass Nick hundertprozentig heterosexuell und damit absolut nicht interessiert an Charlie ist, wird er später eines Besseren belehrt. Denn je mehr Nick und Charlie sich anfreunden, desto mehr hinterfragt Nick seine eigene Sexualität. Denn klar: Mädchen sind attraktiv. Aber da gibt es auch ein paar Jungs - wie Charlie - die Nick auch super findet.

Heartstopper ist das, was ich mir als Teenager immer gewünscht habe: Eine Geschichte über eine Beziehung, die natürlich wirkt, die ohne das typische TV-Drama auskommt und bei der sich die Protagonisten auch wirklich wie normale Teenies verhalten.

Was die Toten bewegt

Rae Grimm: Wie gruselig Pilze sein können, hat uns bereits The Last of Us gezeigt. Aber nicht nur als Fan des Naughty Dog-Spiels solltet ihr einen Blick auf Was die Toten bewegt werfen. 

Bei dem kurzen, aber tollen Horrortitel handelt es sich um eine atmosphärische Erzählung von Edgar Allan Poes Klassikger Der Untergang des Hause Ushers, allerdings mit mehr Genderfluidität und besagten Pilzen. 

Die Geschichte handelt vom nonbinären Ex-Soldaten Alex Eaton, dessen Jugendfreundin im Sterben liegt. Bei einem vermeintlich letzten Besuch stolpert Alex in einen Albtraum aus besessenen Menschen und Tieren und Pilzwucherungen, die daran nicht unschuldig zu sein scheinen. Gemeinsam mit anderen Bewohnern des Anwesens des Hause Ushers versucht der ehemalige Soldat nun, dem Mysterium auf die Schliche zu kommen, bevor es zu spät ist.

Was die Toten bewegt schafft es, eine bereits bekannte Geschichte neu und gleichzeitig vertraut wirken zu lassen. Die Welt, die T. Kingfisher webt, ist amosphärisch, unheimlich und frisch und trotzdem schafft die Autorin es, auch den Humor und die Charaktere nie zu kurz kommen zu lassen. Wartet nicht erst bis Halloween, um selbst in den Pilzhorror einzutauchen.

Chain-Gang All-Stars

Sebastian Beeg: Der US-amerikanische Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah lässt das blutige Schauspiel antiker Gladiatorenkämpfe wieder auferstehen. In seinem Debütroman Chain-Gang All-Stars werden die USA in naher Zukunft skizziert, in denen verurteilte Strafgefangene in Kämpfen auf Leben und Tod gegeneinander antreten – während die ganze Welt an den Bildschirmen zuschaut.

Denn an dem so genannten CAPE-Programm nehmen Gefängnisse aus dem gesamten Land teil, die ihre eigenen Gladiatorenteams, die so genannten Chain-Gangs aufstellen, ihre Kämpferinnen und Kämpfer vermarkten und an der mehrere Staffeln umfassenden Live-Übertragung verdienen. Mittendrin sind Loretta Thurwar und Hamara Stacker, genannt Hurricane Staxxx. Beide wurden einst zu lebenslanger Haft verurteilt. Beide kämpfen mit Hammer und Sense bewaffnet in der Arena um das ultimative und fast unerreichbare Ziel: die Freiheit.  

Im Fokus von Chain-Gang All-Stars steht dabei nicht nur die Liebesbeziehung zwischen Loretta und Hamara. Neben Alltagsrassismus behandelt Nana Kwame Adjei-Brenyahs Buch die US-amerikanische Gefängnisindustrie, die in weiten Teilen von privat geführten Unternehmen bestimmt wird. Immer wieder unterlegt der Autor seinen Text mit Fußnoten, liefert Zahlen, Statistiken und Gerichtsurteile, nennt Justizskandale und Fälle von Ungleichbehandlungen zwischen schwarzen und weißen Angeklagten. Damit zeigt der Autor bei all der Action, wie nah seine dystopische Vorstellung schon der Realität gekommen ist. 

Der Orden des geheimen Baumes


Mary Marx: Dieses Buch (oder Bücher, weil das englische Original im Deutschen in zwei Bände geteilt wurde) empfehle ich Freunden gerne etwas überspitzt als Herr der Ringe mit Lesben. Das trifft den Nagel nur schief auf den Kopf, weil wir im Buch von Samantha Shannon keinen Ring oder Orcs, dafür aber Drachen, einen geheimen Magierorden und einen politischen Konflikt haben. 

Während im östlichen Seiiki Drachen wie Götter verehrt und nur von der militärischen Elite geritten werden dürfen, hält man sich im Westen unter der Krone von Königin Sabran der Neunten die geflügelten Echsen vom Hals. Weder Ost noch West will sich der jeweils anderen Fraktion annähern. Dass sie in ihrem Zwist uralte Mächte des Chaos beschwören, merken sie aber erst, als es fast zu spät ist.

Der Orden des geheimen Baumes ist epische Fantasy, wie sie leibt und lebt. Romantik und Liebschaften spielen nur am Rande eine Rolle, ohne obsolet zu sein. Gerade durch die natürliche Einbindung von unterschiedlichen Sexualitäten ist dieser Fantasy-Roman auch eine absolute Empfehlung für alle, die High-Fantasy lieben und mit romantischen Themen in Büchern eher weniger am Hut haben.

Verlorene der Zeiten

Rae Grimm: Nicht jedes Buch kann von sich behaupten, groß geworden zu sein, weil ein Trigun-Fanaccount mit dem Namen Bigolas Dickolas einen viralen Tweet über seine Liebe zu ihm verfasst hat. Genau das ist aber mit This is How You Lose the Time War (aka Verlorene der Zeiten, ein furchtbarer deutscher Titel!) geschehen. 

Nur Stunden später katapultierte die enthusiastische Buchempfehlung den bis dahin eher unter dem Radar fliegenden, queeren Roman vier Jahre nach seiner Veröffentlichung auf diverse Bestsellerlisten. Und das absolut zurecht.

Ich würde euch gerne mehr über eines meiner absoluten Lieblingsbücher aller Zeiten erzählen, aber ich gebe Bigolas Dickolas Recht: Je weniger ihr über dieses Meisterwerk wisst, desto besser ist die Erfahrung. 

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