Dass sich bei GameStar absolute Bücherwürmer verstecken, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Wir haben über spannende Fantasy-Empfehlungen für Lesemuffel, fesselnde historische Romane aus Dimis Regal oder Marys Liebe zu Bücherboxen gesprochen.
Jetzt wollen wir den Pride Month zum Anlass für eine weitere Empfehlungsliste nehmen. Dieses Mal legen wir euch Bücher ans Herz, die aufgrund ihrer fantastisch geschriebenen queeren Charaktere glänzen.
Das Lied des Achill
- Autoren: Madeline Miller
- Originaltitel: The Song of Achilles
- Genre: Fantasy
- Länge: 577 Seiten
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Mary Marx: Bücher und Nacherzählungen zu griechischer Mythologie tummeln sich aktuell zuhauf in Buchhandlungen. Die Faszination für antiken Sagen und Personen hat mich nicht erst seit den Hades-Spielen gepackt, sondern begann mit Percy Jackson und gipfelte im Lied des Achill von Madeline Miller.
Anders als viele ihrer Studienkollegen versteht Miller die Geschichte des mächtigen Achilles und des unbeholfenen Patroklos als romantisches Drama. Sie beschreibt, wie die beiden Jungen von Freunden zu Geliebten werden, die ihrem vorherbestimmten Schicksal und dem Feldzug gegen Troja nicht entkommen können.
Statt schnulzigen Liebesbekundungen ist die Beziehung der beiden geprägt von menschlichen Fehlern, Pflichtgefühl und überraschenden Wendungen. Wenn griechische Heldensagen euch zusagen und ihr kein Problem mit düsteren Wendungen habt, dann lege ich euch Das Lied des Achill wärmstens ans Herz.
Tagebuch eines Killerbots
- Autoren: Martha Wells
- Originaltitel: The Murderbot Diaries
- Genre: Science Fiction
- Länge: 577 Seiten
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Rae Grimm: Fühlen wir uns nicht alle manchmal wie ein Android mit Social Anxiety, der einfach nur in Ruhe Serien gucken möchte, anstatt sich mit den Problemen anderer Menschen und des eigenen Gehirns herumschlagen?
Wenn ihr jetzt tief seufzt, um mir dann zuzustimmen, dann solltet ihr dringend zur Murderbot-Reihe von Martha Wells greifen. Ursprünglich als mehrere Novellen erschienen, umfasst Tagebuch eines Killerbots
gleich mehrere Abenteuer der sogenannten SecUnit, die sich selbst als Murderbot bezeichnet und am liebsten Telenovelas guckt - wenn die Menschen, auf die sie aufpasst, sich nicht gerade wieder in Gefahr begeben und gerettet werden müssen.
Die Murderbot-Reihe zeigt ein spannendes und lebendiges Universum, das sich gleichzeitig dystopisch und hoffnungsvoll anfühlt, indem es die besten und schlechtesten Seiten der Menschheit zeigt. Wir bewegen uns zwischen gierigen Unternehmen, die Welten ausbeuten und Menschen in legale Sklaverei locken und hoffnungsvollem Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl. Diversität ist Normalität in den Welten von Murderbot, der selbst kein Geschlecht hat, weil er, nun ja, ein Bot ist.
Neben packender Action spielt vor allem die Frage nach Gemeinschaftsgefühl und Menschlichkeit eine Rolle. Und wann unsere SecUnit endlich mal wieder in Ruhe Serien gucken kann.
Zerrissene Erde
- Autorin: N. K. Jemisin
- Originaltitel: The Fifth Season: The Broken Earth
- Genre: Fantasy
- Länge: 496 Seiten
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Heiko Klinge: Vielleicht sollte ich öfter auf Kollege Peter hören, denn auf die Fantasy-Trilogie von Autorin N.K. Jemisin bin ich erst durch seinen Empfehlungs-Artikel aufmerksam geworden. Dabei thematisiert Peter mit keinem Wort, dass die zentralen Charaktere größtenteils weiblich sind. Oder dass der einzige männliche »Held« schwul ist. Oder dass die Hauptprotagonistin eine Weile lang in einer offenen Beziehung mit zwei Männern lebt.
Für Peter hat all das in seiner Empfehlung keine Rolle gespielt, und das aus guten Gründen. Denn die Beziehungsgeflechte und sexuellen Vorlieben stehen nie im Vordergrund, sondern ergeben sich ebenso logisch wie natürlich aus der Handlung. Und gerade deshalb sind sie mir so sehr im Gedächtnis geblieben.
Denn eigentlich erzählt N.K. Jemisin eine sehr düstere, postapokalyptische Geschichte – ihre Heldinnen und Helden müssen schwerste Traumata ertragen. Und das Gesellschaftssystem in ihrer entworfenen Welt ist eigentlich ultakonservativ und geprägt von Hass, Kasten und Rassismus.
Aber im Angesicht von Katastrophen und Ausgrenzung halten sich die Charaktere eben an denjenigen fest, die ihnen etwas bedeuten, bei denen sie Kraft finden. Die Katastrophen machen diese Beziehungen so bedeutsam, denn sie sind das einzige, für das sich noch zu kämpfen lohnt. Der einzige Antrieb. Und das verleiht der durchweg spannenden Handlung von Zerrissene Erde so viel mehr Gewicht, als ich es aus vielen anderen Fantasy-Romanen mit eher klassischen Beziehungen und Geschlechterrollen gewohnt bin.