50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Warum macht mich das traurig? Resident Evil Requiem zeigt mir die bittere Seite von Nostalgie

Monatelang habe ich mich auf die Rückkehr ins R.P.D. gefreut, doch als ich in Resident Evil Requiem endlich da war, hat es mich zerrissen.

Nicht nur für Leon sind seit dem R.P.D. viele Jahre vergangen. Nicht nur für Leon sind seit dem R.P.D. viele Jahre vergangen.

Als Resident Evil: Requiem im Sommer 2025 während des Summer Game Fests angekündigt wurde, konnte ich danach vor Vorfreude kaum schlafen. Da war nicht nur ein neuer Teil meiner liebsten Spielereihe, es sollte auch noch zurück nach Raccoon City gehen.

Ein kleiner Traum ist wahr geworden. Denn so cool die neuen Spiele auch sind, so ikonisch wie die Spencer Mansion oder die Polizeistation wurde es nie wieder.

Mit dem Herrenhaus hat es am Ende zwar nicht geklappt, dafür aber mit der Polizeistation, dem R.P.D. Junge, Junge, habe ich die ersten Stunden von Requiem darauf hingefiebert, an den Ort zurückzukehren, an dem ich weit über 100 Stunden verbracht habe. Doch als ich die Tore durchschritt, wich die Euphorie einer Melancholie. Und ich glaube, ich weiß, woran das liegt.

Tristan Gudenrath
Tristan Gudenrath

Tristan hat Resident Requiem eingeatmet. Zum Zeitpunkt, wo dieser Artikel veröffentlicht wird, hat er bereits seit einer Woche die 100 Prozent erreicht. Jetzt verbringt er den gesamten Tag damit, still auf seinem Sofa zu sitzen und auf die erste Erweiterung zu warten. Achso, und ab und zu schreibt er auch noch Artikel.

Ein Symbol aus besseren Tagen

Um mein Problem zu erläutern, muss ich ein wenig ausholen und ins Jahr 2019 zurückreisen. Damals bin ich von zu Hause ausgezogen und in eine neue Stadt gewechselt. Ich startete in eine völlig neue Lebensphase, in der eigentlich alles neu und intensiv war, aber auch wunderschön und interessant.

Meine geringe Freizeit habe ich abseits von irgendwelchen Partys komplett für Resident Evil 2 Remake aufgeopfert. Kein Wunder, schließlich war es fantastisch und ich wollte wirklich alles erleben, was es zu bieten hat.

Dabei waren Challenges, in denen ich das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad in unter drei Stunden beenden musste, ohne dabei mehr als dreimal zu speichern. Das hat mir alles abverlangt.

Durch die Verzahnung einer neuen Lebensphase mit einer so intensiven Spielerfahrung ist es für mich persönlich nicht möglich, Resident Evil 2 Remake und die damalige Zeit voneinander zu trennen. Dafür ist es einfach zu verflochten und Resi 2 wurde in gewisser Weise zu einem Symbol für damals 2019.

Video starten 1:58 Resident Evil 2 Remake - Ankündigungs-Trailer von der E3 2018

Nichts kommt zurück

Wer in Resident Evil Requiem zum ersten Mal das R.P.D. betritt, wird mit einer Rückblende der intensivsten Momente aus Teil 2 begrüßt. Sofort ist klar: jetzt kommt die Nostalgie-Überdosis. In der Haupthalle war ich noch gut gelaunt, doch als es dann in den Westflügel ging, merkte ich, wie meine Stimmung langsam gedrückt wurde.

Das Gebäude ist 1zu1 nachgebaut, lediglich Geröll und andere Schäden durch den Bombeneinschlag verändern das, was ich aus Teil 2 kenne. Alles ist genauso, wie ich es kenne, aber so richtig dann auch wieder nicht. Der zeitliche Verfall hat es verfremdet.

Auf dem ersten Flur begegnet Leon dann einem Polizei-Zombie. Der sieht noch ganz genauso aus wie früher, läuft wie früher, schreit wie früher und erinnert an das, was genau an dieser Stelle vor vielen Jahren passierte.

Alle Rätsel, die ich in Resident Evil 2 zig Male gelöst habe, finde ich in den begehbaren Räumen wieder. Hin und wieder muss ich lächeln. Boah, war das damals ein wildes Rätsel! Aber die Melancholie vereinnahmt mich immer mehr.

Von der schönen Haupthalle sind nur noch Ruinen übrig. Von der schönen Haupthalle sind nur noch Ruinen übrig.

Ich möchte gar nicht so tief darauf eingehen, was euch im R.P.D. in Requiem erwartet. Entweder wisst ihr es schon, oder ihr solltet es selbst erleben. Der springende Punkt ist, dass es ein realistisches Bild von Erinnerungen und Nostalgie zeigt.

Wer schon mal nach vielen Jahren einen bekannten Ort aus der Kindheit besucht hat, sei es ein Freizeitpark, ein Spielplatz oder ein Waldstück, weiß, was ich meine. Der Zahn der Zeit geißelt sie so sehr, dass man sie am liebsten nie wieder gesehen hätte. Sie sind nicht mehr das, was sie als Kind mal waren. Und das werden sie auch nie wieder.

Und so ist es auch bei Requiem. Das R.P.D. ist nicht einfach nur das R.P.D. wie in Teil 2, sondern dessen mehr oder weniger realistisches Abbild nach all den Jahren.

Und so wie ich Resident Evil 2 für immer mit der tollen Zeit meiner neuen Lebensphase verbinde, so erinnert mich das R.P.D. in Requiem schmerzlichst daran, dass diese Zeit weg ist. Und egal, wie sehr ich mich auch anstrenge, sie kann niemals zurückkehren.

Irgendwo, ich weiß es leider nicht mehr, habe ich mal gehört, dass Nostalgie angeblich auf zwei Arten auftreten kann. Kommt sie gewollt, so wie es gewesen wäre, wenn das R.P.D. noch so aussehen würde wie in Teil 2, dann erzeugt sie positive Gefühle.

Doch tritt sie unverhofft auf, dann stimmt sie eher traurig. Und bei Requiem war es unverhofft. Zwar habe ich mich darauf gefreut, das R.P.D. wiederzusehen, doch ich habe nicht damit gerechnet, so sehr in das Jahr 2019 zurückversetzt zu werden, in dem ich Resi 2 zum ersten Mal gespielt habe. Und dann noch mit dem zeitlichen Verfall konfrontiert zu werden, gab meiner Stimmung den Rest.

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