Es ist ein unübersehbares Phänomen in der Welt der mobilen Computer: Laptops, hauptsächlich die für Gaming, haben sich in blinkende, pulsierende und in allen Farben leuchtende Discokugeln verwandelt.
Tastaturen, Gehäuseränder, Logos und sogar Lüftungsschlitze: Kaum ein Bauteil bleibt von der RGB-LED-Flut verschont.
Doch während die Hersteller dieses Feature als Gipfel der Personalisierung und als Ausdruck von Gaming-Ästhetik
feiern, gibt es immer noch Menschen wie mich, die diesem Trend nur wenig abgewinnen können und die ein eher zurückhaltenderes Design bevorzugen.
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Wenn das Leuchten zum Problem wird
Bei genauerer Betrachtung können die bunten Lichter übrigens auch schnell mehr Nach- als Vorteile haben. Dazu gehören:
Akku-Killer: Ein Laptop lebt von seiner Mobilität, und die steht und fällt mit der Akkulaufzeit. Jede einzelne LED, die permanent leuchtet, wechselt oder pulsiert, nagt am Energiespeicher. Während High-End-Komponenten wie CPU und GPU die Hauptverbraucher sind, ist die RGB-Beleuchtung ein stetiger, potenziell unnötiger Stromfresser. Für sich genommen verbraucht eine einzelne LED nicht wirklich viel Strom, es ist die Summe, die am Ende den Energieverbrauch nennenswert erhöhen kann.
Öffentliche Lichtverschmutzung: Wer schon einmal versucht hat, in einer Bibliothek, einem Café oder einem Hörsaal dezent zu arbeiten, während der Nachbar eine Lichtshow auf seiner Tastatur veranstaltet, kennt das Problem. Ein Gaming-Laptop im vollen RGB-Ornat ist das digitale Äquivalent zum Ghettoblaster in der U-Bahn. Er zieht ungewollte Aufmerksamkeit auf sich und stört die Umgebung.
Ablenkung statt Immersion: Das Versprechen einer tieferen Immersion durch Lichteffekte entpuppt sich oft als das genaue Gegenteil: Statt sich auf das Spiel oder die Arbeit zu konzentrieren, wird der Blick unweigerlich von den blinkenden Lichtern im Sichtfeld abgelenkt. Statt die Atmosphäre zu unterstützen, reißt das Geflimmer aus der Konzentration. Eine simple, einfarbige Tastenbeleuchtung, die bei Dunkelheit hilft, ist nützlich. Ein permanenter Farbwechsel ist dagegen in meinen Augen oft nur visuelles Rauschen.
Software-Chaos und Ressourcenhunger: Hinter jedem Lichtspektakel steckt eine Software und die ist in der Regel oft alles andere als ressourcenschonend. Nicht selten laufen im Hintergrund Programme, die auch CPU-Leistung beanspruchen und die im schlimmsten Fall die Systemstabilität beeinträchtigen können. Dazu kommt noch, dass die Hersteller die Funktionen für die RGB-Beleuchtung gerne in einer Software unterbringen, die für den Betrieb des Laptops eigentlich unverzichtbar ist. Ich denke da an Einstellungen für die Lüfterkurven oder die Auswahl diverser Leistungsmodi.
Drei spieletaugliche Laptops, die auch ohne RGB cool sind
Razer baut mit seinen Blade-Laptops quasi die Anzugträger unter den Gaming-Notebooks. (Quelle: Razer)
Gänzlich ohne RGB kommt heute so gut wie kein Gaming-Laptop mehr aus. Aber es gibt Ausnahmen, bei denen die Beleuchtung auf ein Minimum reduziert wird.
Razer: Ein schönes Beispiel sind die Blade-Geräte von Razer. Abgesehen von der Tastatur und einem kleinen Logo auf dem Deckel kommen die Geräte im gepflegten Understatement daher.
Es spielt dabei auch keine Rolle, ob es sich um das Modell mit 14-, 16- oder 18-Zoll-Display handelt, Razer vertritt durchgehend die Devise weniger ist mehr
.
Die Modelle der Blade-Serie erhalten dadurch einen seriösen Look, mit dem man sich auch in professionellen Umgebungen sehen lassen kann, ohne direkt als Gamer erkannt zu werden.
Das ProArt 16 von Asus gehört mit Sicherheit zu den schlichtesten Geräten mit spieletauglicher Grafikkarte. (Quelle: Asus)
Asus: Das ProArt P16 von Asus ist nicht als Gaming-Notebook gedacht, sondern richtet sich, wie die Bezeichnung bereits andeutet, an professionelle Anwender.
Das bedeutet nicht, dass ihr mit dem Gerät nicht zocken könnt. Modelle mit leistungsstarken Grafikkarten hat der Hersteller durchaus im Programm.
Optisch fällt das Gerät nicht nur durch sein tolles OLED-Display auf, es besticht auch durch seine schlichte Eleganz und den konsequenten Verzicht auf RGB-Beleuchtung.
Selbst die Tastatur besitzt nur
eine einfache weiße Tastenbeleuchtung. Damit kommen die Geräte der ProArt-Serie optisch zumindest meinem persönlichen Ideal schon sehr nahe.
Apple: Der Prototyp des schlichten und dennoch nicht langweiligen Notebooks ist für mich das MacBook Pro von Apple. Seit der Hersteller auch darauf verzichtet, das Apfel-Logo auf dem Displaydeckel zu illuminieren, ist das Erscheinungsbild noch eine Ecke reduzierter.
Abseits der weißen Tastaturbeleuchtung gibt es an den Geräten von Apple nichts, was den Anwender von der Arbeit ablenken würde.
Und das gilt im Übrigen nicht nur für die Pro-Geräte, der Hersteller verbaut an keinem seiner Geräte unnötige Beleuchtung.
Ein MacBook mit RGB? Für mich ist das völlig undenkbar.
Apple trifft mit seiner Designphilosophie einen Nerv und beweisen, dass die Geräte des Unternehmens nicht nur wegen der Hard- und Software bei vielen Profis, Kreativen und Geschäftsleuten die erste Wahl sind.
Es ist auch gerade das elegante und zeitlose Design, das die MacBooks für viele zu einer Art Statussymbol macht. Spielen kann man mit den aktuellen Pro Macbooks ebenfalls, auch wenn die Auswahl an Titeln eingeschränkt ist.
RGB ist eine Frage des persönlichen Geschmacks
Ob man nun einen Laptop mit möglichst viel RGB-Beleuchtung haben möchte oder nicht, ist immer eine Frage des individuellen Geschmacks. Was dem einen gefällt, lehnt eine andere Person ab.
Beides ist absolut ok, aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass es auch für Freunde von Notebooks ohne Beleuchtung noch etwas Passendes in den Regalen der Hersteller gibt.
Wie sieht es bei euch aus? Mögt ihr es wenn eure Hardware in allen Farben erstrahlt oder bevorzugt ihr einen weniger auffälligen Auftritt? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
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